Rezension: „Tatort Amper- ein Krimi aus dem Dachauer Moos“ von Ruth M. Fuchs

Heute melde ich mich nach langer Pause mal wieder, um euch das neueste Werk der lieben Ruth M. Fuchs vorzustellen. Mir gefallen ihre Bücher ja immer sehr, so dass ich auch dieses Mal gespannt war, was mich erwartet. Mein Lesetempo ist aktuell zwar entsetzlich langsam, aber irgendwie hat man ja so auch länger was von einem Buch 😉 Auf jeden Fall lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

Als Annamirl Hofstetter mit ihren Hunden in den Dauchauer Amperauen spazieren geht, entdeckt sie plötzlich zwei Leichen. Erschreckenderweise ist einer der zwei Toten der Mann ihres Patenkindes Monika, so dass Annamirl natürlich ein persönliches Interesse an der Aufklärung des Verbrechens hat. Pflichtbewusst informiert sie umgehend die Polizei und trifft auch dort wieder auf ein bekanntes Gesicht: Patrick, ihr ehemaliger Schüler, ist gemeinsam mit Kommissar Auerbach dem Fall zugeteilt. Diese Verbindung nutzt Annamirl aus, um sich selbst ein wenig als Ermittlerin zu üben. Immerhin hat sie zahlreiche Krimis gelesen und weiß, wie eine Ermittlung so abläuft und auf was es zu achten gilt- und vielleicht muss man der Polizei ja ein wenig auf die Sprünge helfen…

Bereits nach den ersten Seiten konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Eine ältere Dame, die sich in die Polizeiarbeit einmischt und den Fall am liebsten auf eigene Faust lösen möchte? Wenn man die anderen Bücher von Ruth M. Fuchs kennt und um ihre Liebe zu Agatha Christie weiß, dann ahnt man schnell, wo die Reise hingeht und welche Romanfigur hier als Patin zur Verfügung stand: Miss Jane Marple höchstpersönlich. Der Fall und die Figuren sind gut konstruiert, der Schreibstil wie immer sehr angenehm, so dass hier kurzweilige Lesestunden für alle Fans regionaler Krimis warten. Alle, die in Dachau oder Umgebung beheimatet sind, finden sicherlich Bekanntes beim Lesen wieder. Und ganz nebenbei beschäftigt man sich mit der bayrischen Mundart- und was soll ich sagen? Mein Bayrisch wird immer besser 😉

Auf einen Blick:

„Tatort Amper: ein Krimi aus dem Dachauer Moos“ von Ruth M. Fuchs

Verlag: Raposa Verlag

Seiten: 352

ISBN-10: 3947832001

ISBN-13: 978-3947832002

Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 4,99 € (Kindle)

 

 

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Team-Lese-Challenge 2019

Einen wunderschönen Start ins Jahr 2019 wünsche ich euch 🙂 Auch wenn es seit geraumer Zeit sehr ruhig hier geworden ist, möchte ich nicht ohne eine neue Team-Lese-Challenge ins neue Jahr starten! Die eigentliche Idee findet zwar bei vielen großen Anklang, es gibt jedoch weiterhin nicht viele aktive Teams- da mein eigenes Team aber immer großen Spaß bei dieser Challenge hat, ist es alleine das schon wert, die Challenge Jahr für Jahr weiterlaufen zu lassen 😉 Und wer weiß- vielleicht kommen ja doch noch ein paar von euch auf den Geschmack! Im Folgenden erkläre ich einfach nochmal genau, worum es geht!

Worum geht es?

Ihr entscheidet euch zunächst, ob euer Team aus 2 oder aus 3 Personen bestehen soll. Es sollten Personen sein, die ihr persönlich kennt und ab und an auch zu Gesicht bekommt, da dies im Rahmen der Challenge notwendig ist. Über das Jahr verteilt sollt ihr nun verschiedene Bücher lesen, die in von mir ausgewählte Kategorien passen müssen. Jedes Teammitglied muss jedes Buch gelesen haben. Aber: Jedes Buch darf physisch nur 1x existieren und muss von Teammitglied zu Teammitglied nach Beendigung weitergereicht werden (E-Books fallen also weg). Das jeweils nächste Buch im Rahmen der Challenge darf immer erst dann begonnen werden, wenn alle Teammitglieder das vorherige gelesen haben. Und: Niemand aus dem Team darf eines der Bücher bereits kennen!

Besteht euer Team aus 3 Personen, müsst ihr 7 Bücher lesen, um die Challenge erfolgreich zu beenden. Ein 2-er Team muss 9 Bücher bewältigen. Ich liste euch 9 Kategorien auf; ein 3-er Team sucht sich 7 davon aus, ein 2-er Team muss alle abarbeiten!

Erfüllt ein Buch mehrere Kriterien, dann müsst ihr euch natürlich für eine entscheiden. Am Ende des Jahres müssen es in jedem Fall 7 bzw. 9 Bücher sein, die jeder aus dem Team der Reihe nach gelesen hat. Alles klar?

Auch in diesem Jahr findet ihr rechts in der Sidebar eine zur Challenge passende Kategorie mit dem Namen „Team-Lese-Challenge 2019“. Dort findet ihr also künftig alle Einträge rund um die Challenge und könnt dort euren Fortschritt posten, sobald eine Kategorie erfolgreich im Team abgearbeitet wurde. So habt ihr und auch ich einen schönen Überblick über die gelesenen Bücher- und vielleicht findet sich die ein oder andere Inspiration in Sachen Lesefutter 🙂

Und hier sind die Kategorien für 2019:

1 In diesem Jahr ist Norwegen das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Lest das Buch eines norwegischen Autors oder ein Buch, das in Norwegen spielt.

2 Lest ein Buch mit funkelndem, glänzendem oder glitzerndem Cover.

3 Lest das Buch eines Autors, dessen Vor- und Nachname mit dem selben Buchstaben beginnt.

4 Lest ein Buch, das eines eurer Teammitglieder noch immer ungelesen im Regal stehen hat.

5 Erich Kästner wäre am 23.02.19 120 Jahre alt geworden. Lest ein Buch von ihm.

6 Lest ein Buch mit einer Sehenswürdigkeit auf dem Cover.

Lest ein Buch, das in einem Film oder in einer Serie vorkommt.

8 Lest ein Buch, auf dessen Cover etwas Essbares ist.

Lest ein Buch über eine beeindruckende Persönlichkeit.

Das wären sie also- die Kategorien, die euch und mich durch das Jahr 2019 begleiten werden.  Ich bin gespannt, welche Bücher auf mein Team und mich warten. Wer mitmachen will, sucht sich ein Team zusammen, denkt sich einen Namen aus und meldet sich über die Kommentarfunktion an. Probiert es einfach: Es geht nur um die Leseehre 😉

Ich wünsche euch viel Spaß!

Ars vivendi – September 2018

Ars vivendi

oder: Die Motzmuffel-Intervention

Yvonne Wolf 29/09/2018

Und da haben wir es wieder: Ein Thema, was mir seit Wochen hinterherläuft, sich mit unfassbarer Vehemenz in mein Leben drängelt und endlich beachtet und aufgeschrieben werden will. Na gut, dann soll es so sein 😉 Worum es geht? Um die Tatsache, dass ich mir bewusst erlaube, meinen Hang zum Perfektionismus/ Struktur- und Ordnungswahnsinn – man nenne es, wie man will – herunterzuschrauben und stattdessen durch das Motto „unperfekt ist auch schön“ zu ersetzen 😉

Schon seit einigen Wochen oder vielleicht auch Monaten stelle ich fest, dass es aktuell schwierig für mich ist, meine selbst aufgestellten Ansprüche an mich konsequent zu erfüllen. Diese Ansprüche beschränken sich selbstverständlich nicht auf einen Lebensbereich, nein, es gibt für jeden Lebensbereich eigene Ansprüche. Keine Niedrigen in den meisten Fällen; man kennt das ja.

Und dann musste ich irgendwann bemerken: So geht das nicht. Die Laune sank, die Unzufriedenheit stieg, ich mutierte anscheinend zum Motzmuffel. Ich mag keine Motzmuffel- und schon gar nicht, selbst einer zu sein. Denn eigentlich bin ich ein positiver Mensch, der zwar auch mit den Schwankungen, die das Leben nunmal so mit sich bringt, klarkommen muss, aber am Ende doch immer das Oberwasser behält und optimistisch bleibt. Eine Intervention mit dem Titel „Kampf dem Motzmuffel“ musste also her.

Falls ihr auch schon mit diesem kleinen Monster Kontakt hattet, empfehle ich euch, dass ihr euch zunächst überlegt, welche Lebensbereiche es grob bei euch gibt und welche Ansprüche ihr an sie habt. Wenn ihr das habt, dann kommt der Teil, in dem ihr nach Potential für ein wenig „Unperfekt-sein“ suchen dürft. Und dann heißt es: einfach machen, bzw. ihr werdet vielleicht festsstellen, dass es eigentlich an vielen Stellen eher ein „Einfach-nicht-machen“ ist, was für ein hohes Maß an Entspannung sorgt 😉

Ich kann euch ja mal ein paar meiner Veränderungen aufschreiben- möglicherweise lässt sich da was für euch adaptieren.

Ich habe mich von der Idee verabschiedet, zu Hause alles selber machen zu müssen. Ich verlasse z.B. das Haus, ohne vorher die Spülmaschine ausgeräumt oder die größten Chaosherde beseitigt zu haben. (Verrückterweise ist die Spülmaschine dann meistens ausgeräumt, wenn ich zurückkomme)

Ich hasse es zu bügeln und habe eh schon immer nur das Nötigste gebügelt. Nun kommt es vor, dass ich es einfach ganz sein lasse und der Schwerkraft im Kleiderschrank die Arbeit überlasse- klappt wunderbar 😉 (Ja, ich bin mir bewusst, dass ich ab sofort auf knittrige Kleidung angesprochen werde- wen es glücklich macht… 😉

Ich erlaube mir, Ars vivendi unregelmäßiger zu schreiben. Vielleicht mal Mitte des Monats oder eben dann, wenn ich Lust und Zeit habe. Möglicherweise auch mal einen Monat gar nicht.

Mein Buchblog macht weitgehend Pause.

Es gibt noch viele andere Veränderungen aus anderen Lebensbereichen, die aber jetzt nicht alle hier Platz finden sollen. Es sind allesamt Dinge, die mir meinen Alltag erleichtern oder mein Denken wieder in eine andere, entspanntere Richtung lenken.

Lustig fand ich übrigens, als genau dieses Thema auch in einem Gesangsworkshop aufkam, an dem ich vor Kurzem teilgenommen habe, und es nur in mir schrie: Jahaaaaaa, ich habe es doch verstanden. Unperfekt ist schön und oftmals absolut notwendig, damit wir nicht wahnsinnig werden. Aber es ist eben auch so schwer, sich das zu erlauben. Aber wie so oft heißt es auch hier wieder: Der Weg ist das Ziel.

In diesem Sinne: Vielleicht bis nächsten Monat 😉

Bis bald, Yvonne

Rezension: „Wo ist Erkül Bwaroo“ von Ruth M. Fuchs

[Werbung, kostenloses Rezensionsexemplar]

Erkül Bwaroo ermittelt wieder! Ich freue mich sehr, dass ich ein Rezensionsexemplar von der lieben Ruth M. Fuchs erhalten habe und euch nun vom dem neuesten Abenteuer des kleinen Elfendetektivs berichten darf!

Hans und Greta, der Sohn und die Stieftochter eines angesehenen Besenfabrikanten, sind verschwunden. Wer könnte diesen Fall besser aufklären als Erkül Bwaroo, der Elfendetektiv? Gemeinsam mit seinem Freund und Vertrauten Heystings macht sich Bwaroo auf den Weg zum Anwesen der Familie und beginnt dort auf gewünscht diskrete Weise mit seiner Ermittlungsarbeit. Schnell wird klar, dass es an möglichen Verdächtigen und Motiven mal wieder nicht mangelt, vor allem, da vor Kurzem noch jemand aus dem Haus verschwunden ist. Gibt es einen Zusammenhang? Auch die Journalistin Maja bietet ihre Hilfe an- doch kann man sich auf sie verlassen? Die Ermittlungen schreiten voran, doch dann verschwindet Erkül Bwaroo plötzlich, um im Alleingang Nachforschungen anzustellen. Ist Dr. Artur Heystings in der Lage, auch ohne seinen schlauen Freund Licht ins Dunkle zu bringen?

Es war mir wie immer eine Freude, eine neue Geschichte rund um Erkül Bwaroo lesen zu dürfen. Wie die Namen der zu Beginn Vermissten bereits erahnen lässt, dreht sich im aktuellen Fall alles rund um das Märchen „Hänsel und Gretel“. Da dürfen die Stiefmutter, ein weitläufiger Wald, eine Hexe und das berühmte Knusperhäuschen natürlich nicht fehlen! Auf amüsante Weise werden die für das Märchen wichtigen Elemente in die Story verwoben- doch wer glaubt, er kenne somit den Ausgang der Geschichte: weit gefehlt. Ich musste jedenfalls herzlich lachen, als die Auflösung präsentiert wurde. Was so märchenhaft daherkommt, endet nämlich in der (bitteren) Realität 😉

Auch den 6. Teil dieser Reihe kann ich euch demnach ans Herz legen. Wer Erkül Bwaroo immer noch nicht kennt, der sollte sich also langsam mal mit dem Privatdetektiv bekannt machen!

Auf einen Blick:

„Wo ist Erkül Bwaroo“ von Ruth M. Fuchs

Verlag: Raposa Verlag

Seiten: 268

ISBN-10: 3981802993

ISBN-13: 978-3981802993

Preis: 9,95 € (Taschenbuch) / 4,99 € (Kindle)

Ars vivendi – Juli 2018

Ars vivendi

oder: Versteckte Botschaft

Yvonne Wolf 31/07/2018

Manchmal hege ich ja die leise Befürchtung, dass mir irgendwann einmal die Themen für meine Texte ausgehen. Und immer wieder ist es so, als würde mir genau dann das Leben leise ins Ohr lachen und einen Vogel zeigen, als würde es mir sagen wollen: Als ob! Ich bitte dich…

Denn nicht selten passieren grade in diesen Phasen kleine oder große Dinge, die mir neue Themen oder Gedankenanstöße geben- eben das, was ich benötige, um etwas zu schreiben.

So also auch neulich wieder. Hierzu ein kleiner Exkurs: Vor einigen Wochen hat sich in meinem Kopf der dringende Wunsch nach einer Küchenmaschine manifestiert. Der Teil meines Freundeskreises, der das noch nicht mitbekommen hat, liest diesen Satz nun sicherlich nochmal, denn: Zu den Dingen auf meiner imaginären Liste, die ich mir nie und auf gar keinen Fall anschaffen möchte, weil sie absolut unnötig sind, stand unter anderem auch: eine Küchenmaschine. Frei nach Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich den Punkt von dieser Liste auf die mit dem Titel „Muss ich unbedingt haben“ verschoben und mich sogleich auf die Suche begeben. Praktischerweise konnte ich recht schnell ein neuwertiges Gerät in den Kleinanzeigen ausfindig machen. Um herauszufinden, ob damit alles in Ordnung ist, schrieb ich den Verkäufer an und fragte nach dem Grund des Verkaufswunsches. Seine Frau, die diese Maschine unbedingt wollte, sei schwer erkrankt und könne sie nicht mehr nutzen war die Antwort. Ok, dachte ich mir, ein Schicksalsschlag also, der nichts mit der Maschine selbst zu tun hat. Gemeinsam mit meiner Tochter machte ich mich also auf den Weg, um die Maschine abzuholen. Gelagert war sie bei den Eltern der Erkrankten, die mir dann, als ich mir nochmal vor Ort alles anschauen wollte, ein wenig von der Erkrankung ihrer Tochter erzählten.

Vor einigen Jahren erhielt sie die Diagnose ALS. In relativ kurzer Zeit verschlechterte sich dann der Allgemeinzustand drastisch. Sprechen geht noch, bewegen nicht mehr. Eine Sonde wurde kürzlich gelegt. Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann ist klar, wohin die Reise geht – ist es bei dieser Erkrankung leider sowieso, ich hatte selber schon Patienten mit dieser Diagnose. Zum Abschied konnte ich der Mutter also nur viel Kraft und eine starke Familie wünschen, damit sie all das bewältigen können.

Wieder zu Hause angekommen habe ich mich dann dem Aufbau meiner neuen besten Freundin gewidmet und alles aus dem Karton herausgeräumt. Unter anderem lagen 2 Rezeptbücher dabei, die ich mir dann in Ruhe angeschaut habe. Und als ich das zweite Buch in der Hand hatte, fielen mir plötzlich aus der letzten Seite ein paar Zettel entgegen. Ah, sicher eigene Rezepte, dachte ich. Ich faltete die Zettel auseinander und musste erstmal schlucken. Keine Rezepte, sondern handgeschriebene Abschiedsbriefe. Puh.

Ich denke, es ist nicht nötig, viel mehr dazu zu sagen, denn wahrscheinlich haben alle von uns nun ähnliche Gedanken im Kopf. Wie schon beim letzten Mal sage ich nur: Jeder zieht sich aus dieser Geschichte das heraus, was er gebrauchen kann.

Ich halte nicht viel davon, das eigene Leben mit dem anderer zu vergleichen. Denn natürlich gibt es immer Menschen, die es besser oder schlechter trifft als einen selbst. Fakt ist, dass man nunmal mit den eigenen Sorgen klarkommen muss- und die lassen sich nicht messen. Eine solche Geschichte sorgt jedoch vielleicht dafür, dass der eigene Blick wieder ein bisschen zurechtgerückt wird und man eventuell sieht, dass es schön ist, einfach nur da zu sein…

In diesem Sinne: Durchatmen!

Bis bald,

           Yvonne

P.S.: Was ich mit den Briefen gemacht habe? Heute habe ich es endlich geschafft sie zur Post zu bringen. In einem doppelten Umschlag und mit der Bitte an den Ehemann, seine Frau selber entscheiden zu lassen, ob und wen sie den Inhalt lesen lassen möchte.

Rezension: „Eigentlich nur dich“ von Kristina Moninger

Nach langer Zeit gibt es mal wieder eine Rezension für euch! Ich durfte das neue Buch „Eigentlich nur dich“ von Kristina Moninger testlesen. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar 🙂

Mona ist nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Unverbindliche Affären, bei denen sie sich um Mitternacht rum davonschleichen kann, genügen ihr vollkommen. Doch als sie eines Nachts auf Milan trifft, gerät ihre Einstellung ins Wanken. Irgendetwas ist anders bei ihm. Wie zwei Magnete ziehen sie einander an, ein jeder von ihnen scheint das fehlende Puzzleteil des anderen zu sein. Eigentlich perfekt. Bevor es allerdings richtig beginnen kann, ist es auch schon wieder vorbei, denn Monas Leben wird jäh aus der Bahn geworfen. Doch die beiden Seelen, die offenkundig füreinander bestimmt sind, finden auf den unterschiedlichsten Wegen immer wieder zueinander- nur um dann bei nächster Gelegenheit wieder auseinandergerissen zu werden…

Um es gleich auf den Punkt zubringen: Ich bin begeistert! Die Geschichte rund um Mona und Milan gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der man nie weiß, was als nächstes kommen wird. Von Anfang an spürt man als Leser, dass die beiden füreinander bestimmt sind- doch immer und immer wieder spielt das Schicksal ihnen einen Streich. Es gibt so viele Wendungen, Auf und Abs und Hin und Hers, dass ich wirklich bis zum Schluss nicht sicher sein konnte, auf was das alles hinauslaufen wird. All das und ein wirklich angenehmer Schreibstil der Autorin führt dazu, dass Seite um Seite und Stunde um Stunde verfliegt, weil man endlich wissen möchte, ob die Liebe der beiden am Ende eine Chance bekommt oder eben nicht. Und dass die Kapitelüberschriften nach Songs benannt sind, die Mona und Milan in diesem Roman begleiten, liebe ich sehr 🙂

Ich denke, dieses Buch wird viele Leserinnen sehr glücklich machen. Wer also Lust auf eine Liebesgeschichte hat, deren Ende nicht von Beginn an abzusehen ist, der darf hier beruhigt zugreifen!

Auf einen Blick:

„Eigentlich nur dich“ von Kristina Moninger

Verlag: FeuerWerke Verlag

Seiten: 300

ISBN-10: 3945362393

ISBN-13: 978-3945362396

Preis: 10,70 € (Taschenbuch) / 0,99 € (Kindle)

Ars vivendi- Mai 2018

Ars vivendi

oder: Luftballons

Yvonne Wolf 31/05/2018

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass in kleinen Kindern alte Seelen stecken? Weil sie einfach hin und wieder Dinge sagen, die so schlau, so philosophisch oder tiefgründig sind und einen selbst mit offenem Mund und nicht selten sprachlos dastehen lassen? Ich hatte solche Situationen schon öfters- mit Kindern in meinen Therapiestunden. Aber vor 2 oder 3 Wochen war es dann auch bei uns zu Hause so weit. Deswegen gibt es heute wieder ein Märchen für euch. Aber diesmal eins aus der Realität…

Meine 2-jährige Tochter mochte bislang keine Luftballons- egal welcher Art. Das Material war ihr irgendwie suspekt. Angucken- ok. Anfassen- auf gar keinen Fall. Als wir dann Anfang des Monats auf einem Frühlingsfest vor einem dieser Luftballonmenschen mit den Heliumballons standen, fragte sie, ob wir einen von den Ballons kaufen könnten. Klar- warum auch nicht. Nach einer kurzen Diskussion über die Größe des Ballons hatte sie sich für einen kleinen Herzballon entschieden- mit Biene Maja (große Liebe). Zu Hause angekommen haben wir ihn ins Wohnzimmer an die Decke gehängt und sie hat sich wirklich sehr, sehr über diesen Ballon gefreut. Nun denn. Es war ein warmer Tag, wir hatten sowohl die Haustüre, als auch die Terrassentüre geöffnet, um für ein bisschen Abkühlung zu sorgen. Ein Kind aus der Nachbarschaft war zu Besuch und die beiden tobten durchs Wohnzimmer, der Ballon mittendrin. Als er dann immer näher an die Terrassentür flog, erklärte ich den beiden Mädels, dass ich den Ballon besser festbinde, damit er nicht herausgeweht wird. Ich band ihn also an die Türklinke der Wohnzimmertür und drehte mich um, um in die Küche zu gehen. Keine 10 Sekunden später hörte ich ein verzweifeltes: „Yvonne, der Ballon…“ Und da war es passiert. Ein heftiger Windstoß hatte den Ballon samt Schleife von der Klinke geweht (wie unverschämt ist das bitte?) und mit einem kräftigen Schwung ohne Umweg direkt durch die Haustüre ins Freie befördert. Wir alle 3 sind hinterhergesprintet, keiner hat ihn erwischt…! Auf die Frage meiner Tochter, wie wir den Ballon jetzt wiederbekommen, konnte ich daher nur sagen: „Der ist schon zu hoch geflogen- den bekommen wir nicht zurück.“ Und dann fing sie an zu weinen. Nicht ein bisschen, sondern so richtig. Da standen wir dann und haben dem Ballon hinterhergeschaut. Wir haben ihm gewunken und zugesehen wie er immer und immer kleiner wurde. „Wo können wir den Ballon abholen, Mama?“ – „Der fliegt jetzt in den Himmel zu den Sternen oder vielleicht in eine andere Stadt. Den können wir leider nicht abholen. Du hast dich so über den Ballon gefreut. Der war so schön. Und jetzt bist du ganz traurig, oder?“- „Ja, ganz dolle traurig. Bist du auch traurig?“- „Ja, ich bin auch traurig.“ Und dann, als wir noch eine ganz Zeit vor der Tür standen und der Ballon nur noch ein kleiner Punkt am Himmel war, fragte meine Tochter: „Mama, ich bin immer noch so dolle traurig. Wann geht das Traurigsein denn wieder weg?“ Ja, und dann steht man da. Wann geht das wieder weg? „Weißt du, manchmal geht das Traurigsein nicht so schnell weg. Dann darf man weinen, so viel wie man will. Und irgendwann merkt man dann, dass das Traurigsein nicht mehr so schlimm ist.“- „Weinen Große dann auch?“ – „Alle Leute dürfen weinen, wenn sie traurig sind. Leider denken die Großen manchmal, dass sie nicht weinen dürfen, weil sie schon groß sind. Aber das ist ja Quatsch.“ Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann auch Tränen in den Augen. Wegen des Ballons? Vielleicht. Oder vielleicht, weil Große einfach auch mal weinen müssen 😉

Diese Geschichte begleitete uns tatsächlich noch einige Tage. Dann war das Traurigsein laut eigener Aussage nicht mehr so schlimm. Aber den Ballon vermisst sie immer noch ein bisschen.

Dieses Erlebnis hat so viele wichtige Botschaften, dass ich sie am liebsten alle aufschreiben und mit euch teilen möchte. Aber ein Teil in mir denkt sich, jeder von euch wird genau das darin sehen, was er grade braucht. Und so ist es dann gut so.

Ich für meinen Teil werde darüber nachdenken noch kurz ein Philosophiestudium in meinen Alltag zu integrieren. Denn ich will nicht wissen, was ich mir noch alles spontan aus dem Ärmel schütteln muss, wenn das jetzt schon so anfängt 😉

In diesem Sinne: Mach‘s gut, Maja!

Bis bald, Yvonne