Ars vivendi- Oktober 2017

Ars vivendi

oder: Reden ist Silber…

Yvonne Wolf 01/11/2017

…und Schweigen ist Gold. Eigentlich entspricht diese Redewendung nicht zwingendermaßen meinem Naturell. Denn so als Sprachtherapeutin und generell eher kommunikativ veranlagte Person lautet mein Mantra wohl eher: Immer raus damit 😉 In letzter Zeit allerdings bin ich mit diesem Motto nicht ganz glücklich und habe viel über meine Unzufriedenheit diesbezüglich nachgedacht. Wie der Zufall – oder die selektive Wahrnehmung – es wollte, fiel mir dann auch noch ein schöner Artikel zu genau diesem Thema in die Hände und forderte mich auf: Behalt’s doch einfach mal für dich…

Aber der Reihe nach. Warum bin ich unzufrieden? Ihr wisst ja, seit einigen Monaten befinde ich mich in einer kleinen großen Umbruchsphase- Ende der Elternzeit, der Entschluss ausschließlich selbständig zu arbeiten…viel Neues, viel Spannendes. Ich bin schwer damit beschäftigt Dinge zu organisieren, zu realisieren und meine Ideen auf Papier und an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ideen habe ich nämlich haufenweise- mein Mann kann ein Lied (oder auch 2) davon singen. Und natürlich spreche ich gerne und häufig über die Dinge, die ich mir so überlege. Manchmal möchte ich wohl auch von bestimmten Leuten einen Ratschlag. Aber noch lange nicht immer. Nein, manchmal erzähle ich einfach nur gerne, was ich so mache…eben um des Erzählens willen, zur Aufrechterhaltung des kommunikativen Flusses, einfach so. Dieses „einfach so was erzählen“ scheint aber nicht zwingend ein weit verbreitetes Phänomen zu sein, denn scheinbar sehen viele Menschen sofort eine versteckte Aufforderung darin. Und dann werden sie ungefragt ausgepackt- die guten Ratschläge, die ich bereits vor 2 Jahren mal in einer Kolumne beleuchtet habe. Mittlerweile bin ich mit meinem Wissen um die gewaltfreie Kommunikation durchaus in der Lage, solche Situationen zu entschlüsseln, so ist es ja nicht. Menschen mögen es, wenn sie gebraucht werden. Wenn da also jemand, in dem Falle ich, mit neuen Ideen um die Ecke kommt, dann spricht es das Bedürfnis Vieler an, ein Teil von etwas zu sein. Ungünstig wird es dann, wenn die Strategien zur Ausagierung dieses Bedürfnisses etwas unglücklich gewählt werden. Z.B. in Form von Sätzen, die mit „Du musst/ Du müsstest/ Du solltest“ beginnen; schön ist auch: „Wie könnten wir das jetzt machen?“ In diesen Fällen wird leider mein internes Alarmsystem sofort aktiviert und die Schotten werden dicht gemacht. Jaja, theoretisch weiß ich, wie ich gewaltfrei aus so einer Nummer rauskäme…man beachte den Konjunktiv 😉 Aber sobald ein gewisses Maß an Emotionalität mit im Spiel ist, fällt es mir persönlich noch sehr schwer, die Situation elegant zu meistern.

Daher kam mir oben erwähnter Artikel auch gerade recht. Zusammengefasst ging es darum, dass ständiges Über-alles-sprechen nicht immer befreiend, bereichernd und zielführend sein muss, sondern mitunter durchaus auch zermürbend und frustrierend sein kann. Die Autorin des Textes schlug daher vor, einfach mal öfter und bewusster zu schweigen, Dinge und Gedanken für sich zu behalten, nicht alles zu teilen. Auch in Situationen, in denen wir einfach nur sprechen, damit es nicht leise ist, sollen wir uns gezielt zurückhalten und erfahren, dass Stille und Schweigen nicht zwingend etwas Unangenehmes sein müssen, sondern auch mal ganz erfrischend sein können.

Natürlich ist es nicht so, dass ich nun ständig schweige. Das wäre ein unrealistisches Unterfangen 😉 Aber ich habe damit begonnen, mir meine Gesprächspartner weise zu wählen. Ich behalte Dinge manchmal einfach für mich und diskutiere sie mit mir selbst aus. Und wenn ich einen Rat möchte, frage ich gezielt und nicht versteckt danach, damit ich lerne, klarer zu kommunizieren. Denn man selbst ist immer nur für das verantwortlich, was man sagt, nicht für das, was andere verstehen- aber man sollte ja eh immer bei sich selbst anfangen 😉

In diesem Sinne: …

Bis bald,

             Yvonne

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Ars vivendi- September 2017

Ars vivendi

oder: Übergangsweise

Yvonne Wolf 01/10/2017

Es ist wahrscheinlich nicht sonderlich übertrieben, wenn ich sage: Montage erfreuen sich im Allgemeinen nicht sonderlicher Beliebtheit. Habt ihr euch aber mal genauer überlegt, warum das so ist? Wenn man sich nämlich mal mit diesem Thema beschäftigt, wird man unweigerlich merken, dass es in unserem Alltag an vielen Stellen kleine und große Montagsmomente für jeden von uns gibt…und der Umgang mit ihnen will gelernt sein.

Seit ein paar Wochen läuft bei meiner Tochter die Eingewöhnung in eine Tagespflegeeinrichtung. Letzte Woche Montag wurde ich gebeten etwas früher zurück zu kommen, um meine Tochter abzuholen- und als ich den Raum betrat, war mir auch klar warum. Die komplette Gruppe war am Brüllen (ich entschuldige mich an dieser Stelle für dieses grammatische Konstrukt! Das nennt man rheinische Verlaufsform und als Kölnerin darf ich das und kann nicht anders 😉 ) Ausnahmslos jedes Kind stand absolut neben sich und heulte sich die Augen aus. Natürlich ist es nicht witzig, wenn Kinder weinen, aber dennoch hatte diese Situation etwas unglaublich Komisches. Ich guckte nur eine der Tagesmütter an und meinte: „Montag?“ Daraufhin sie: „Montag!“

Der Montag scheint also tatsächlich so schlecht wie sein Ruf, denn auch in den Wochen vorher bot sich bereits ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so dramatisches Bild zum Start in die Woche. Auch wir Erwachsene kämpfen ja wöchentlich mit dem Beginn der Arbeitswoche- die Einen mehr, die Anderen weniger. Und unweigerlich formte sich vor meinem geistigen Auge das Bild eines Büros, in dem alle Mitarbeiter am Montagmorgen heulend und tobend auf dem Boden liegen… gar nicht so abwegig, oder?

Was aber genau ist denn das Besondere am Montag? Das eigentliche Thema, welches dahinter steckt, hat etwas mit sogenannten Übergängen zu tun, d.h. mit dem Ende der einen und dem Beginn einer neuen Situation. Das Wochenende sorgt jede Woche aufs Neue dafür, dass eine Routine, an die man sich gerade gewöhnt hatte, unterbrochen wird, um dann nach 2 Tagen wieder erneut zu beginnen. Und das ist für Kinder alles andere als einfach, für viele Erwachsene, ihr werdet es mir bestätigen, allerdings auch nicht.

Übergänge begegnen uns an vielen Stellen, wir nehmen sie oftmals einfach nur nicht wahr. Im Bezug auf Kinder merkt man, dass man es mit Übergängen zu tun hat häufig an deren Verhalten. In für uns vollkommen harmlosen Situationen bricht es aus ihnen heraus und sie sind kaum zu bändigen. Oft hat es dann tatsächlich damit zu tun, dass man von ihnen schnelle und unvorbereitete Situationswechsel erwartet, die sie noch nicht meistern können. Leider wird das in unseren Augen unangepasste Verhalten dann häufig mit der allseits beliebten und viel zu erwachsenen Erklärung „Trotzphase“ abgetan, aber dies ist ein anderes Thema.

Schauen wir uns doch unseren eigenen Alltag an: wo verstecken sich kleine und große Übergänge und zu welchen Strategien neigen wir? Hier ein paar Beispiele:

morgens aufstehen

Steht ihr sofort auf, wenn der Wecker klingelt oder suhlt ihr euch noch eine Weile in eurem Elend?

abends ins Bett gehen

Geht ihr zeitig ins Bett oder bleibt ihr bis tief in die Nacht wach, weil es doch so viel zu erledigen gibt (oder       ihr den Tag vielleicht nicht beenden mögt?)

Abschlussprüfungen durchziehen

Regelstudienzeit oder Langzeitstudent?

einen Job kündigen/ umziehen/ Menschen hinter sich lassen

Mehr schlecht als recht oder ein Neuanfang mit Ungewissheit?

Die Liste könnte man ewig weiterführen, denn Übergänge lauern überall. Ich persönlich spüre Übergänge immer dann sehr deutlich, wenn sie meine berufliche Ebene betreffen. Einige Male bereits habe ich sehr bewusst meine Stelle gewechselt, um mich von Zuständen zu lösen, mit denen ich nicht zufrieden war oder einfach, um mich weiterentwickeln zu können. Diese Phasen haben mich jedes Mal sehr viel Energie und Kraft gekostet, weil sie mich aus etwas Gewohntem herausgerissen und in etwas Neues hineinkatapultiert haben- doch gelohnt hat es sich bislang immer.

Wenn ihr also merkt, dass ein Übergang schwierig für euch ist und ihr ihn auch als solchen entlarvt habt, dann stellt euch doch einfach mal folgende Frage:

Was brauche ich?

Der Eine muss vielleicht nur einmal tief durchatmen, um weitermachen zu können, der Andere braucht Hilfe von Außen, weil er es alleine nicht schafft. Mit ein bisschen Übung lernt ihr sicherlich, eure Bedürfnisse diesbezüglich zu erkennen. Vielleicht fangt ihr einfach mal mit dem Montagmorgen an: Was braucht ihr, um die Woche beginnen zu können?

Was ich brauche, um gut in die Woche zu starten? Nur eine Dusche und ein bisschen Zeit im Badezimmer- aber ich gehöre auch eher zu der Sorte Menschen, die aufstehen und meist sofort gute Laune haben- egal an welchem Wochentag…

In diesem Sinne: Schönen Feiertag 😉

Bis bald,

                Yvonne

Ars vivendi- August 2017

Ars vivendi

oder: Wutzwerge

Yvonne Wolf 31/08/2017

Wisst ihr, worum ich kleine Kinder manchmal wirklich beneide? Es gibt da sicherlich viele Gründe, aber in letzter Zeit ist mir eine Sache besonders ins Auge gefallen- vielleicht weil es im Moment so sehr bei mir selbst Thema ist. Wahrscheinlich, denn so geht es ja oft im Leben 😉 Es sind ihre ungefilterten Gefühlsausbrüche, die einen zwar zugegebenermaßen manchmal kalt erwischen und sicherlich oft auch alles andere als leicht zu handeln sind, die aber durchaus nicht eine Sekunde daran zweifeln lassen, dass die aktuelle Zufriedenheit akut ins Wanken gerät und den grünen Bereich verlässt. Es gibt natürlich auch Ausbrüche positiver Art, aber ich spreche eher von denen, die ich im orange-roten bis dunkelroten Bereich ansiedeln würde 😉

Ja, und nun die Frage: Warum bin ich neidisch darauf? Ganz einfach deswegen, weil ich manchmal denke, dass mir ein klitzekleines bisschen mehr Extrovertiertheit diesbezüglich vielleicht nicht schaden würde 😉 Wut ist bei sehr vielen Menschen ein großes Thema, das weiß ich durch Gespräche mit Freunden, Bekannten, Patienten. Sie ist ein Teil von jedem von uns, und doch lernen nahezu alle Menschen bereits in früher Kindheit, dass Wut etwas ist, das es zu unterdrücken oder zumindest kleinzuhalten gilt. Wutausbrüche sind gesellschaftlich nicht besonders angesehen und werden sogar hier und da mit einer Charakterschwäche gleichgesetzt. Kein Wunder also, dass viele Eltern denken, im Sinne der sozialen Akzeptanz muss man Kindern Gefühlsausbrüche ebendieser Art dringend abgewöhnen. Schade nur, dass die Wenigsten daran denken, Alternativen anzubieten. Denn es ist eine Sache, keinen groß angelegten Wutanfall zu bekommen- aber wenn ich wütend bin, dann bin ich nunmal wütend- und was soll ich denn bitte stattdessen machen? Wohin mit meiner Wut?

Ich selbst bin wohl im Laufe der Zeit zu einer Mischung aus dem „Ich brodle lange vor mich hin und irgendwann ist es genug“ und dem „Ich bin leise wütend-Typ“ geworden. Beides sind Strategien, mit denen ich nicht ganz glücklich bin; denn am allerliebsten würde ich gerne all mein mittlerweile angesammeltes Wissen über gewaltfreie Kommunikation in solchen Situationen anwenden… aber realistisch betrachtet liegt da wohl noch ein langer Weg vor mir. Eigene Muster trotz besseren Wissens zu durchbrechen ist eine hohe Kunst. Und die Wut und ich, ja, wir beide haben noch keinen entgültigen Kompromiss geschlossen. Zumindest weiß ich mittlerweile recht genau, was meine speziellen Auslöser sind und wie ich sie zu bewerten habe. In sehr reflektierten und emotional nicht aufgeladenen Momenten (haha, eine seltene Kombination, wenn es um Wut geht…) bin ich hier und da mal in der Lage, meine Gefühle sachlich und unaufgeregt nach außen zu tragen, aber meistens wähle ich wohl die Vogel-Strauß-Taktik und bespreche mich im Nachhinein mit unbeteiligten Freunden, um Dampf abzulassen.

Gesundheitlich zu empfehlen ist übrigens keines der beiden Extreme. Die Einen kriegen Magengeschwüre, die Anderen Bluthochdruck 😉 Wie so oft, ist demnach auch hier mal wieder der goldene Mittelweg anzustreben. Da sind wir also wieder- auf der ewigen Suche nach mehr Ausgeglichenheit 🙂 Und in der Zwischenzeit feiere ich noch den ein oder anderen Wutanfall meiner Tochter. Sie werden kommen, und ich werde gewappnet sein 😀

In diesem Sinne: Raus damit!

Bis bald,

            Yvonne

P.s.: Wer konnte die Überschrift gleich richtig lesen? 😀

Ars vivendi- Juli 2017

Ars vivendi

oder: Ordnung ist das halbe Leben

Yvonne Wolf 31/07/2017

Ein Sprichwort, welches ihr sicherlich kennt, oder? Also in meinem Fall trifft es zumindest den Nagel auf den Kopf, denn ein gewisses Maß an Ordnung – mal mehr, mal weniger, meistens aber mehr – hat in meinem Leben schon immer eine tragende Rolle gespielt…

Es ist nämlich so: Herrscht in meinem Inneren Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie- ein Zustand, den ich sehr liebe – dann kann um mich herum das Chaos regieren, ohne dass es mich im Geringsten stört. Mein inneres Gleichgewicht ist dann so stark, dass ich alles andere ohne Probleme kompensieren kann. Verschiebt sich das Ganze dagegen, und mein eigenes Gleichgewicht gerät ins Wanken oder ist, aus welchen Gründen auch immer, gar aus den Fugen geraten, benötige ich um mich herum sehr viel Klarheit, Struktur und Ordnung. Finde ich diese nicht vor, kann ich das natürlich zu einem gewissem Grad aushalten, weiß aber sehr genau, dass sich bald etwas tun sollte- in meinem Inneren, oder wenn das akut nicht möglich ist, um mich herum. Was ich dann mache? Aufräumen und ausmisten. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern richtig 😉

Akut ist mal wieder so eine Phase. Es ist einiges im Umbruch; auf mich kommt auf mehreren Ebenen viel Neues zu, bei dem ich aktuell noch überhaupt nicht einschätzen kann, wie sich das alles entwickeln wird. Das habe ich zwar bewusst so herbeigeführt und entschieden, doch für jemanden, der sehr gerne alles plant und gut organisiert, ist das sicherlich nicht einfach. Kurz gesagt: Der Ausnahmezustand wurde in meinem Kopf ausgerufen. Ich weiß manchmal einfach nicht, wo oben und unten ist, weil alles einfach so über mir zusammenfällt. Und nachdem ich nun seit einigen Wochen beobachte, wie ich immer unleidlicher werde und es mir zunehmend schwerer fällt, mein Umfeld nicht unter meiner inneren Aufruhr leiden zu lassen, habe ich in den letzten Tagen den Beschluss gefasst, zumindest um mich herum für Ordnung und Klarheit zu sorgen. Für einige von euch mag es vielleicht lustig oder nicht nachvollziehbar klingen, aber das Sortieren, Ausmisten und Aufräumen der Dinge um mich herum beruhigt mich und gibt mir im „da draußen“ ein bisschen von dem, was ich eigentlich auch wieder gern in mir drin hätte. Mein Mann hat immer ein bisschen Angst, wenn ich mit meinen Ausmistaktionen anfange, denn nicht selten komme ich dabei richtig in Fahrt und stelle säckeweise Zeug vor die Tür, was ich einfach nur noch loswerden möchte. Im Moment werkele ich in mehreren Ecken gleichzeitig, habe mir aber auch schon ein schönes Gesamtziel gesetzt: Nämlich die Errichtung eines neuen Arbeitsplatzes in unserem Büro. Es wird sicherlich noch ein paar Wochen dauern, bis alles so ist, wie ich es mir denke, aber irgendwo muss man ja anfangen 🙂 Die Papierstapel der letzten… 9 Monate wurden heute in die entsprechenden Ordner abgelegt, ein großer Stapel Kram ist im Altpapier gelandet, und ein Besuch beim Schweden meines Vertrauens hat mir einige neue Stücke beschert, die sich in mein neues Arbeitsplatzkonzept (klingt gut, oder?) sicherlich großartig einfügen werden.

Nachdem ich heute bereits einige Stunden mit Aufräumen und Ausmisten verbracht habe, fühle ich mich in der Tat schon ein bisschen zufriedener 😉 Es geht also in die richtige Richtung!

Auch wenn ich dieses Verhalten noch nicht in meinem Freundeskreis beobachtet habe, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es einige gibt, denen es zumindest ähnlich geht. Denn, wenn ich eins in all den Jahren, in denen ich diese Kolumne verfasse, gelernt habe, ist es: Man ist nie allein 😉

Ich freue mich also darauf, auch in den kommenden Wochen für mehr Aufgeräumtheit in meinem Leben zu sorgen. Dann klappt das auch bald wieder mit der inneren Ausgeglichenheit 😉

In diesem Sinne: OMMMMMMMMMM

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi- Juni 2017

Ars vivendi

oder: Kleiner ist feiner

Yvonne Wolf 30/06/2017

Vor einiger Zeit war ich im Gespräch mit einer Freundin, bei dem sie irgendwann meinte: „Schrecklich, was da wieder im Land XY passiert ist, oder?“ – „Was ist denn passiert?“ war meine Antwort, und schon schauten mich zwei ungläubige Augen an. „Hast du etwas noch keine Nachrichten gesehen?“ – „Nein…“ Denn wisst ihr was? Ich schaue keine Nachrichten (sehr selten jedenfalls) und lese keine Zeitung, bzw. beschränke mich auf lokale Berichte. Und vielleicht täte es einigen Menschen gut, den täglichen Informationsfluss, der über unzählige Kanäle auf uns einprasselt, einfach mal ganz bewusst etwas zu drosseln…

Ich weiß. Jeden Tag passieren auf unserer Welt schlimme Dinge, schöne Dinge, fragwürdige Dinge, und und und. Das war schon immer so, das wird auch immer so sein. Der Unterschied heute ist: Wir bekommen alles mit, weil es technisch nunmal möglich ist. Wir sind mittendrin statt nur dabei. Natürlich gibt es für einige Menschen gute und triftige Gründe, sich über das Weltgeschehen akribisch zu informieren und immer up-to-date zu sein. Viele von uns verfolgen jedoch die Nachrichten, weil „man das eben so macht“, weil es als wichtig empfunden oder sogar als Pflicht angesehen wird. „Man muss doch wissen, was in der Welt so los ist“, hieß es oft in meiner Familie. Und ich frage: Muss man das? Für mich lautet die Antwort ganz klar: Nein.

Schon seit vielen Jahren habe ich für mich entschieden, dass ich meinen Blick lieber auf das richte, was mich, meine Familie, meine Freunde oder mein Umfeld betrifft. Denn hier spielt für mich die Musik, hier bin ich präsent und kann unmittelbar etwas in meinem Leben oder dem meiner Lieben bewirken. Bei aller Weitsicht, die wir heute haben, täte es dem Ein oder Anderen durchaus mal gut, den Blick wieder etwas enger zu fassen und auf sich bzw. sein Umfeld und die entsprechenden Bedürfnisse zu richten. Natürlich ist es tragisch, wenn man von Katastrophen und dergleichen erfährt; man sollte, meiner Meinung nach, nur aufpassen, dass man die eigenen Sorgen und Nöte, mögen sie im Vergleich auch noch so nichtig wirken, auch ernst nimmt- es ist immer das eigene Leben, das man zu leben hat. Und was nützt es mir, wenn ich top informiert bin und die Last der Welt auf meinen Schultern mittragen möchte, aber nicht mitbekomme, das der Mensch direkt neben mir meine Hilfe braucht oder sogar ich es bin, die wieder mehr in den Fokus rücken sollte?

Wie seht ihr das? In meinem Umfeld sind durchaus beide Seiten vertreten, wobei ich dieses Thema bislang auch noch nicht mit wirklich vielen erläutert habe. Aber ganz gleich, ob so oder so- ihr wisst ja: Jede Jeck is anders 😉

Ein Gedanke kommt mir in diesem Zusammenhang jedoch unweigerlich immer wieder in den Sinn: Vielleicht ist dies eines der vielen Tröpfchen, die manche Menschen entspannter durchs Leben gehen lassen…

Probiert es doch einfach mal aus! Ich verspreche euch: Man kriegt auch so noch genug mit- ob man will oder nicht 😉

In diesem Sinne: Nachrichtenfasten ist angesagt 😉

Bis bald,

            Yvonne

Rezension: „Wenn gestern unser morgen wäre“ von Kristina Moninger

Heute stelle ich euch ein wirklich schönes Buch vor, was ich vorab lesen und rezensieren durfte. Es ist das 2. Buch der Autorin Kristina Moninger und trägt den schönen Titel „Wenn gestern unser morgen wäre“. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Sara lebt ein Leben, wie es sich so mancher wünscht: Sie ist beruflich erfolgreich, sieht gut aus und hat eine Beziehung zu einem ebenfalls erfolgreichen und gutaussehenden Mann. Doch dann trifft Sara eine Reihe von Entscheidungen, die dazu führen, dass ihr Leben aus der sonst so gut geplanten Bahn geworfen wird. Eine dieser Entscheidungen hat mit Matt zu tun, mit dem sie nach einer ausgelassenen Feier auf dem Dach landet. Das, was nach dieser unglaublichen Nacht geschieht, ist eine Kettenreaktion von Ereignissen, die scheinbar nicht zu stoppen ist und alles aufwirbelt. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sara einen Unfall hat, mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus erwacht und sich die Uhren auf unerklärliche Weise um 10 Tage zurückgedreht haben. 10 Tage, an denen Sara mit dem Wissen von heute also alles verändern könnte, was vorher schiefgelaufen ist. Bei einigen Dingen mag das funktionieren; doch was, wenn man merkt, dass man es auch beim 2. Mal nicht anders machen kann, weil das Wissen von gestern im Weg steht…oder weil es vielleicht einfach so sein soll?!

Die Kurzzusammenfassung lautet: Einfach schön 🙂 Ich bin sehr begeistert von dieser Geschichte, und auch, wenn ich das Buch jetzt bereits seit ein paar Tagen ausgelesen habe, so verfolgt es mich weiterhin. Kristina Moninger hat in „Wenn gestern unser morgen wäre“ u.a. die großen Themen Liebe und Schicksal so miteinander verwoben, dass nicht nur eine sehr lesenswerte Liebesgeschichte entstanden ist, sondern der Leser auch Stoff zum Nachdenken erhält. Wenn man mit dem Wissen von heute die Zeit zurückdrehen könnte- wäre es tatsächlich möglich, etwas zu verändern? Oder gibt es Dinge, die das Schicksal in Stein gemeißelt hat und an denen man nicht rütteln kann, wenn vielleicht auch der Weg dorthin ein anderer ist? Sara jedenfalls will ihre unglaubliche Chance nutzen, um einige Dinge ungeschehen zu machen- doch nach und nach erkennt sie, dass sie mit den Jahren zu jemandem geworden ist, der sie eigentlich gar nicht sein möchte. Und Matt, mit dem das „Unheil“ seinen Anfang genommen hat, scheint genau der Richtige, um ihre hart erarbeitete Fassade zum Brökeln zu bringen. Es ist schön, die Entwicklung Saras im Verlauf zu erleben, denn eine Veränderung ist es, die man sich als Leser für sie erhofft. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mir tatsächlich das erste Mal nach sehr langer Zeit einzelne Sätze im Buch markiert, weil ich sie einfach so schön fand und nicht vergessen wollte 🙂 Wer sich also in diesem Genre zu Hause fühlt, darf gerne zugreifen- sicherlich ein schönes Urlaubsbuch!

Bewertung: 5 von 5 Eulen

 

Auf einen Blick:

Wenn gestern unser morgen wäre“ von Kristina Moninger (erscheint am 28.6.2017)

Verlag: FeuerWerke Verlag

Seiten: 300 Seiten

ISBN-10: 3945362296

ISBN-13: 978-3945362297

Preis: 11,90 € (Taschenbuch) / 0,99 € (Einführungspreis Kindle)

 

Kinderbuchwoche – Tag #7

Ist es denn zu fassen? Es ist schon Sonntag, das heißt Tag #7 meiner Kinderbuchwoche! Dabei hätte ich noch so viele Bücher hier liegen 😉 Aber vielleicht baue ich ja ab jetzt immer mal wieder auch Kinderbücher in meine Routine ein- was meint ihr? Einfach so zwischendurch oder auch mal als Aktion zu einem bestimmten Thema… wir werden sehen!

Quelle: Amazon.de

Ich beende diese schöne Woche jedenfalls wie ich sie begonnen habe- nämlich mit einem Buch, in dessen Mittelpunkt sich ein Wolf befindet. „Ich bin der Stärkste im ganzen Land“ wurde von Mario Ramos geschrieben und ist im Verlag Beltz & Gelberg erschienen. Wie schon das andere Wolf-Buch ist auch dieses zur Geburt meiner Tochter bei uns eingezogen, und ich glaube, wir lesen es ungefähr seit meine Tochter 19Monate alt ist. Eines schönen Tages beschließt der Wolf, der sich grade satt gegessen hat und durch den Wald streift, mal herauszufinden, was denn so alles über ihn erzählt wird. So fragt er jedes Wesen, dem er auf seinem Spaziergang begegnet, wer denn der Stärkste im ganzen Land sei! Und natürlich antworten sie alle das Gleiche- wer traut sich auch schon, dem großen, bösen Wolf seine Position streitig zu machen? Nur ein kleiner, unscheinbarer Kröterich scheint irgendwie anderer Meinung zu sein- lässt sich der Wolf das gefallen? Auch dieses Buch gehört zu den Rennern bei uns zu Hause! Es ist einfach zu herrlich, wie man dem Wolf regelrecht beim Wachsen seines Egos zusehen kann, weil jeder ihm bestätigt, wie stark und fürchterlich er ist – nur um dann am Ende festzustellen, dass es immer noch jemanden gibt, der größer ist 🙂 Die Altersempfehlung für dieses Buch liegt bei 4-6 Jahren. Natürlich können Kinder um die 2 Jahre noch nicht den vollen Sinn der Geschichte erfassen- und doch finde ich, dass sie sich sicherlich das Ein oder Andere herausziehen, wenn man die Geschichte altersentsprechend sprachlich begleitet. Durch die ansprechende grafische Gestaltung und den übersichtlich gehaltenen Text können auf jeden Fall auch jüngere Kinder auf ihre Kosten kommen und ihren Spaß haben!

Auf einen Blick: 

„Ich bin der Stärkste im ganzen Land“ von Mario Ramos

Verlag: Beltz & Gelberg

Seiten: 32

ISBN-10: 3407760418

ISBN-13: 978-3407760418

Preis: 6,50 (Taschenbuch von Minimax) / 11,95 € (gebunden, aus dem Moritz Verlag)