Lieblingsmenschen & Lieblingsbücher: Tag 1, Teil 1

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Einen wunderschönen Montagmorgen wünsche ich euch! Heute startet meine kleine, aber feine Aktion für „Blogger schenken Lesefreude“. Den Anfang für diese Woche voller #Lesefreude und #Lieblingsmenschen macht mein Bruder Dirk. Er ist 30, Pädagoge, lebt in Köln, ist meiner Meinung nach unfassbar kreativ und liest ebenfalls gerne und auch viel. Vor kurzer Zeit hat er hier bei mir schonmal eine Gastrezension veröffentlicht, in der ich bereits erwähnte, dass sein Buchgeschmack manchmal leicht von meinem abweicht, weil er wahrscheinlich einfach bessere Nerven hat als ich 😉 Aber genauso oft sind wir lesetechnisch auf einer Wellenlänge, haben Spaß an den gleichen Büchern und finden auch sonst immer wieder neue Ideen für die Freizeitgestaltung, was nicht selten etwas mit Brettspielen oder Rätseln im weitesten Sinne zu tun hat. So werden wir beispielsweise auf immer und ewig  (behaupte ich jetzt einfach mal so) eingefleischte Harry Potter-Fans bleiben; nicht jeden hätte ich ohne Weiteres dazu gebracht, um 6 Uhr morgens eine Buchhandlung zu stürmen, in der lauter verkleidete Menschen gespannt auf den Verkaufsstart des neuen Teils warten. Doch nun kommen wir zu dem kleinen Fragebogen, den mein Bruder mir ausgefüllt hat! Zunächst geht es um ein aktuelles Lieblingsbuch– im Laufe des Tages erfahrt ihr dann noch etwas über ein Lieblingsbuch aus seiner Kindheit 🙂 Also schön aufmerksam bleiben und keinen Post verpassen!

Welches ist aktuell Dein absolutes Lieblingsbuch bzw. eines davon?

Ready Player One von Ernest Cline

Worum geht es?

In der nahen Zukunft stirbt der Erfinder von OASIS, einer virtuellen Welt á la Second Life. In dieser Welt hat er ein Easter Egg versteckt und wer es findet, wird zum Alleinerben des Schöpfers ernannt. Dadurch entbrennt ein jahrelanges Wettrennen, durch das es auch zu einem erneuten Aufleben der Achtziger kommt. Die Geschichte handelt von den Versuchen des Protagonisten, bei dieser Eiersuche erfolgreich zu sein.

Was genau gefällt Dir so gut an dem Buch?

Die Zukunftsvision, die Cline in diesem Buch erschaffen hat, ist gar nicht so weit von unserer heutigen Welt entfernt. Wohnräume fehlen und die Online-Welt nimmt immer mehr Platz in der Gesellschaft ein. Es werden sehr viele nerdige und geekige Referenzen zu Filmen, Serien und Spielen der 80er Jahre gemacht, so dass man alle paar Seiten schmunzeln muss, wenn man selbst mit diesen Relikten aufgewachsen ist.

Weißt Du noch, wie Du an das Buch gekommen bist?

Ich habe mitbekommen, dass das Buch von Steven Spielberg verfilmt wird und wollte die Vorlage dazu kennenlernen. Das Online-Versandhaus meines Vertrauens hat es dann schnell geliefert 😉

Wem würdest Du das Buch empfehlen?

Allen, die in ihrem Leben etwas mit Computerspielen zu tun hatten, in den Achtzigern aufgewachsen sind und/oder Fans von genialen Zukunfstvisionen sind.

Schreibe weiter:

Bücher …

fördern das Vorstellungsvermögen, erweitern den Wortschatz und bilden weiter. Sie sind trotz medialen Fortschritten nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken und werden immer ein beliebter Zufluchtsort für Leseratten sein 😉

Und nun für alle, die das Buch auch interessieren könnte:

Quelle: Amazon (c) Blanvalet

Quelle: Amazon
 (c) Blanvalet

„Ready Player One“ von Ernst Cline

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Januar 2014)

Seiten: 512

ISBN-10: 3442380308

ISBN-13: 978-3442380305

Preis: 16,48 € (Taschenbuch) / 8,90 € (Gebunden) / 8,99 € (Kindle)

Das war es für’s Erste. Im Laufe des Tages geht es weiter 😉 Also fleißig mitlesen!

 

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Teestunde

Lucy Moregan

10 Fragen an Lucy Moregan

Vor Kurzem gab es hier auf meinem Blog eine Rezension über Lucy Moregans Buch „Einfach zauberhaft: Die verfluchten Geister“ (zur Rezension geht es HIER). Und da es schon lange kein Interview mehr gab, dachte ich mir, lade ich Lucy doch auf ein virtuelles Tässchen Tee ein 🙂 Aber lest selbst!

Yvonne: Welchen Tee darf ich Dir denn anbieten?

Lucy: Gerne einen starken Earl Grey mit Milch und Zucker. ☺

Yvonne: Schaut man sich Deine Sachbücher und nun auch Deinen Roman an, kommt man schnell zu dem Schluss: Geister haben es Dir anscheinend angetan! Wie kam es dazu?
Lucy: Ich hatte schon immer ein Faible für Geistergeschichten. Als ich noch ganz klein war, habe ich heimlich den Spukgeschichten meiner Großtante gelauscht – und mich danach natürlich schrecklich gefürchtet. Als ich dann etwa 6 Jahre alt war, habe ich den Nachbarskindern eigene Geistergeschichten erzählt und danach oft Ärger mit den Müttern
bekommen, da die Kleinen davon Albträume hatten. *lach* Als Teenager habe ich die John Sinclair-Heftchen geliebt, später füllten dann Steven King und diverse Gruselfilme diese Lücke. Irgendwie ist mir diese Faszination mit dem Übersinnlichen bis heute geblieben.

Yvonne: Wann hast Du Dich dazu entschieden, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen?
Lucy: Sobald ich schreiben konnte, habe ich die ersten kurzen Geschichten zu Papier gebracht. Mein Vater hat mich dazu ermutigt. Davor, wie schon gesagt, habe ich den Nachbarskindern eben mündlich meine Geschichten erzählt. In meinen Teenagerjahren habe ich besonders viel geschrieben und die Stories dann meinen Freundinnen in der Schule
lesen lassen. Sie waren – in leicht veränderter Form – auch meine Hauptprotagonisten und es waren meist eher lustige Episoden, Parodien etc. Ein paar Geistergeschichten waren aber auch dabei. 😉

Yvonne: Wie lange hat es gedauert, um den Roman „Einfach zauberhaft“ fertigzustellen?
Lucy: Das hat von der Idee bis zur Covergestaltung etwa ein Jahr gedauert. Ich komme leider nicht so oft zum Schreiben wie ich gerne möchte …

Yvonne: Gibt es Passagen, die Dir besonders leicht oder extrem schwer gefallen sind?
Lucy: Besonders leicht sind mir die Alltagsszenen gefallen. Die schreiben sich quasi von alleine und meine Figuren entwickeln dabei ein Eigenleben.Schwerer war die Szene mit Alison im Wald und auch als sie von den Schlägern angegriffen wurde, da ich solche Szenen eigentlich fürchterlich finde (besonders als Leser!) und es mir irgendwie
widerstrebte, meiner Figur sowas anzutun. Aber wenn man sich mal dazu überwunden hat, läuft es auch von alleine. Besonders hart war außerdem die Szene am Schluss, als Alison dann ihrem Enkel von ihrem Leben erzählt. Das war irgendwie sehr emotional.

Yvonne: Wer darf Deine neu geschriebenen Texte zuerst lesen?
Lucy: Zuerst mein Mann, dann einige Freunde und gute Bekannte. Eines meiner langjährigen Hobbies ist das Seifesieden und ich bin in einem winzigen Seifenforum, dessen Mitglieder ich seit vielen Jahren kenne, teilweise sogar persönlich. Das waren meine ersten Testleserinnen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. ☺ Und sogar ein „Geisterjäger“ war unter den ersten Testlesern.

Yvonne: Kannst Du Dich noch erinnern, was Du als Kind besonders gerne gelesen hast?
Lucy: Ich habe immer schon gerne Märchen und Sagen gelesen. Außerdem die typischen Sachen wie „Momo“ oder die Bücher von Astrid Lindgren. In meinen Teenagerjahren war ich besessener Goethe-Fan. *lach*

Yvonne: Es gibt eine Frage, die ich immer stellen muss, weil es mich einfach brennend interessiert: Wenn ich mich vor Dein Bücherregal stelle, was sehe ich dann alles?
Lucy: Einen ganzen Haufen. *grins* Mein Mann und ich haben da so allerhand zusammengetragen. Wir haben eine kleine Bibliothek, in der 2 Wände komplett mit Büchern vollgestopft sind (teilweise in 2. und 3. Reihe). Der Rest ist im Keller ausgelagert. Natürlich haben wir sehr viel zum Thema Paranormales (3 Regalfächer an Sachbüchern dazu). Dann lese ich auch viele Romane, v.a. von Susanna Kearsley, Simone St. James, die Jugendbücher von Marah Woolf (hab ich erst kürzlich entdeckt durch eine Freundin), Kerstin Gier, und da ist natürlich auch Harry Potter vertreten. Meine absoluten Lieblingsautoren sind Mark Twain, Jane Austen und Agatha Christie (obwohl ich eigentlich Krimis nicht mag, aber die Gesellschaftsportraits und ihre Figuren sind einfach wundervoll). Was man dann noch zu sehen bekommt, sind jede Menge Fachbücher zum Thema Archäologie (bin promovierte Archäologin), sehr viele Kräuterbücher (bin ne kleine Kräuterhexe), Sachbücher über meine diversen Hobbies (Seifen- und Kosmetikherstellung, Zeichnen uvm.), viele Klassiker von Shakespeare über Goethe bis Oscar Wilde.Gedichtbände, z.B. Robert Burns und Gedichte von Nietzsche. Reiseführer (ein ganzes Fach nur über Schottland). Eben ein bunter
Strauß … 😉

Yvonne: Gibt es ein Buch, von dem Du der Meinung bist, dass es jeder lesen sollte?
Lucy: Das ist eine sehr schwierige Frage, denn da gibt es für mich eigentlich mehr als eins. Ich denke, dass es nicht allgemein ein Buch gibt, das jeder gelesen haben sollte, denn jeder Mensch ist verschieden und hat andere Bedürfnisse. Meine persönlichen Empfehlungen sind „Pride and prejudice“ von Jane Austen, Goethes „Faust“ – Teil 1, und auch „Innocents abroad“ von Mark Twain.

Yvonne: Welche Romanfigur würdest Du gerne einmal treffen?
Lucy: *lach* Na, natürlich Fitzwilliam Darcy! Für mich immer noch die perfekte männliche Hauptfigur. 😉

Yvonne: Und nun noch eine Frage zum Schluss: Am 23. April ist der Welttag des Buches! Gibt es Aktionen, an denen Du teilnimmst oder die Du selbst
gestaltest?
Lucy: Ich veranstalte ja ab und zu geführte Geisterjagden für Erwachsene – so eine Art Rollenspiel der besonderen Art. Am 23.4.16 besuchen wir einen der Schauplätze aus meinen Geistersachbüchern: Schloss Ortenburg. Wird sicher wieder spannend und gruselig – so wie ich es mag. 😉

Das war doch ein schönes Interview 🙂 Vielen lieben Dank nochmal an Lucy Moregan!

Teestunde

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10 Fragen an Marc Elsberg

 

Fleißige Leser meiner Seite haben vor einigen Wochen sicherlich meinen Beitrag über das Meet & Greet mit Marc Elsberg, welches ich bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte, gelesen. Bei diesem Treffen habe ich einfach mal nachgefragt, ob er denn bereit wäre, im Rahmen meiner Teestunde ein paar Fragen zu beantworten. Und hier ist das Ergebnis! Viel Spaß beim Lesen! Ach ja, und wer die Rezensionen zu Blackout und Zero noch nicht gelesen hat, der findet diese HIER und HIER !

Yvonne: Welchen Tee darf ich Ihnen denn anbieten?

Marc Elsberg: „Kräutertee, bitte, oder grünen.“

Yvonne: Na, dann gibt es einen leckeren Kräutertee! Lassen Sie es sich schmecken! Aber nun zu meinen Fragen! Bei unserem Treffen in Düsseldorf haben Sie erzählt, dass ein erster Entwurf für Ihr aktuelles Buch „Zero“ schon viele Jahre alt ist- das heißt, viele der Entwicklungen, die in der Story rund um die Journalistin Cynthia Bonsant vorkommen, waren zu diesem Zeitpunkt Zukunftsmusik. Heute jedoch gehören viele dieser Dinge bereits zu unserem Alltag- hatten Sie damals schon eine Ahnung. dass wir uns in diese Richtung bewegen werden?

Marc Elsberg: „Ja, das war absehbar. Die Frage war bloß, wie schnell es gehen würde.“

Yvonne: Wie haben denn die Recherchearbeiten für „Zero“ ausgesehen? Hatten Sie die Möglichkeit mit Vertretern der unterschiedlichen Gruppierungen, z.B. mit Hackern oder entsprechenden Firmen, zu sprechen? Und hatten Sie das Gefühl, ehrliche und ungeschönte Informationen zu bekommen?

Marc Elsberg: „Ja, ich konnte mit vielen verschiedenen Leuten sprechen. Dank meines vorangegangenen Bestsellers „Blackout“ kam ich leicht in Kontakt und erzählten mir viele Leute freiwillig eine Menge. Natürlich ist mir bewusst, dass mich manche Leute in ihrem Sinn oder gegen andere beeinflussen möchten. Ob ich ehrliche, umgeschönte Informationen erhalte, erfahre ich in dann Gesprächen mit anderen Personen, bei denen ich hinterfragen kann. Wenn man mit genug Menschen spricht, fügt sich das zu einem Bild und ergänzt beziehungsweise relativiert unvollständige und manipulative Aussagen.“ 

Yvonne: Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll und notwendig sein wird, Erwachsenen, aber auch schon Kindern und Jugendlichen zukünftig einen bewussteren und verantwortungsvolleren Umgang mit Daten und Medien im Allgemeinen zu vermitteln. Wie könnte das Ihrer Meinung nach aussehen?

Marc Elsberg: „Auf vielfältige Weise aufgeklärt und informativ – vom Unterricht in der Schule über die Medien bis zu Romanen wie Zero. Dazu müssten sich vor allem jene, die hier vermitteln sollen (wie etwa Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Journalistinnen und Journalisten) eingehender mit den Themen befassen als sie es derzeit tun. Bei den meisten herrscht eine Mischung aus Furcht, Ignoranz und Ablehnung gegenüber Neuem, ähnlich wie man es bei seinen eigenen Eltern seinerzeit erlebte, wenn es um neue Technologien ging. Nur wer selber Ahnung hat, kann auch vermitteln.“

Yvonne: Wenn Sie schreiben- wie und wo passiert das?

Marc Elsberg: „Meistens bei mir zuhause, am Schreibtisch, am Sofa, in einem coolen, bequemen Polstersessel, bei entsprechendem Wetter auch mal auf der Terrasse. Manchmal aber auch auf Reisen, am Flughafen, im Zug, in Hotelzimmern und Cafés.“

Yvonne: Wer darf das Geschriebene denn zuerst lesen?

Marc Elsberg: „Je nachdem. Am ehesten meine Frau – aber immer tue ich ihr das auch nicht an. Und eventuell der eine oder andere Testleser, der sich in Fachfragen gut auskennt. Und natürlich mein Agent und meine Lektorin.“

Yvonne: Lesen Sie selber viel und gerne?

Marc Elsberg: „Sowohl als auch.“

Yvonne: Dann die Frage, die  mich immer besonders interessiert: Gibt es ein Bücherregal bei Ihnen? Und was sehe ich, wenn ich davor stehe?

Marc Elsberg: „Gibt es. Und sie sehen sehr viel – von Romanen aller Art über Theaterstücke, Drehbücher, Sachbücher und Fotobänden zu Kunst, Karikatur, Photographie etc. bis zu Comics und Graphic Novels.“

Yvonne: Welche Themen würden Sie gerne einmal in einem künftigen Roman aufgreifen?

Marc Elsberg: „Jede Menge…“

Yvonne: Was war das letzte Buch, das Sie verschenkt haben (abgesehen von Ihren eigenen Büchern) ?

Marc Elsberg: „Eine französische Graphic Novel: Quay d’Orsay.“

Yvonne: Und zum Schluss eine Frage, die ich Ihnen im Auftrag von jemandem stellen soll, dem Ihr Buch „Blackout“ sehr gefallen hat: Haben Sie nach der Recherche zu diesem Buch darüber nachgedacht, für eine autarke Stromversorgung in den eigenen vier Wänden zu sorgen?

Marc Elsberg: „Nein, weil das in einer Wiener Mietwohnung nicht so einfach machbar ist. Außerdem hätte ich im Fall des Falles dann nach wenigen Tagen sehr viel ungebetenen Besuch, den ich abweisen müsste – wenn er das zuließe und nicht einfach meine Wohnung besetzt. Mit einem solchen Chaos wäre dann auch niemandem gedient. Im Rahmen eines vernünftigen Gesamtkonzepts für ein ganzes Haus, einen Stadtteil oder Stadt könnte man es aber natürlich überlegen. Ich habe allerdings Lebensmittel und Wasser für einige Tage, wie es etwa das deutsche Innenministerium in seinen Publikationen empfiehlt.“

Yvonne: Das waren auch schon alle Fragen! Ich bedanke mich ganz herzlich für’s Mitmachen und bin gespannt auf ihre künftigen Werke! (Und vielleicht sollte ich mal in die Empfehlungen des deutschen Innenministeriums reinlesen… 😉 ) 

Und für diejenigen unter euch, denen „Blackout“ und „Zero“ auch gut gefallen hat, habe ich noch eine kleine Info: Unter seinem bürgerlichen Namen „Marcus Rafelsberger“ wurden in den vergangenen Jahren einige Bücher veröffentlicht! Sucht einfach mal danach- vielleicht ist ja was für den Ein oder Anderen dabei 😉

Ich verabschiede mich für heute und hoffe, euch hat die heutige Teestunde gefallen!

 

 

 

Teestunde

Foto: Steven Mahner

Foto: Steven Mahner

10 Fragen an Michael Meisheit

Wie bereits angekündigt, gibt es ab sofort eine neue Kategorie hier auf meinem Blog: Die Teestunde! Bei einem gemütlichen, virtuellen Tässchen Tee lade ich Schriftsteller dazu ein, mir Rede und Antwort zu stehen. Die erste Einladung habe ich an den Schriftsteller und Drehbuchautoren Michael Meisheit ausgesprochen, der diese gerne und prompt angenommen hat. Lest also, welche Fragen ich dem Autor von „Im falschen Film“ gestellt habe und was er geantwortet hat! Übrigens wurde Michael Meisheit ganz frisch mit dem Indie-Autoren-Preis 2014 ausgezeichnet!

Yvonne: Bevor wir anfangen- welchen Tee darf ich Dir zu unserem virtuellen Interview anbieten?

Michael: Ich hätte gerne einen Ingwer-Zitrone-Tee. Das ist derzeit mein Lieblingstee.“

Yvonne: Gerne. Der Vorteil meiner virtuellen Teebox ist ja- hier gibt es alles 😉 Kommen wir nun zu meiner ersten Frage! Dein aktuelles Werk „Im falschen Film“ ist in einzelne Folgen unterteilt, die jeweils in kurzen Zeitabständen erscheinen und immer mit einem gut gelungenen Cliffhanger enden. Hat deine Arbeit als Drehbuchautor dich dazu inspiriert, mal ein Buch mit Seriencharakter zu schreiben?

Michael: „Ich wollte schon immer meine „eigene“ Serie haben. Da dies im Fernsehbereich nicht so einfach ist und leider bisher nicht geklappt hat, habe ich es nun kurzerhand bei den eBooks selbst in die Hand genommen. Es ist wunderbar, im Bereich Selfpublishing mit ungewöhnlichen Erzählformen experimentieren zu können. „Im falschen Film“ ist also für mich ein Glücksfall, denn ich kann mit meiner Leidenschaft für langfristige Figurenentwicklungen und „großen“ Geschichten alles ausprobieren, was Spaß macht.“

Yvonne: Du nutzt für dein aktuelles Projekt gezielt eine SocialMedia- Plattform- durch diese Art der Kommunikation wird die Verbindung zwischen Autor und Leser nochmal viel unmittelbarer- inwieweit verändert sich Deine Arbeit als Schriftsteller durch die Verwendung dieses Mediums?

Michael: „Die Möglichkeiten, die das Internet uns Autoren – oder auch Kreativen allgemein – bietet, sind für mich extrem spannend und auch hilfreich. Ursprünglich war es genau das, was mich vom Drehbuchschreiben zum literarischen Schreiben gebracht hat. Es ist erfrischend und dankbarer, im direkten Austausch mit den Leserinnen und Lesern Geschichten zu erschaffen, als wenn man im Elfenbeinturm sitzt oder – noch schlimmer – jedes Werk durch zig Hände und Gremien in den Produktionen und Sender geht, die alle mehr oder weniger eigene Interessen mit einem Stoff haben, aber leider selten einfach nur eine gute Geschichte erzählt bekommen wollen. Die Leserinnen und Leser sind da ehrlicher, unmittelbarer und inspirierender. Natürlich muss man den Austausch mögen, flexibel sein, aber auch eine starke Erzählkraft haben, denn wenn man es einfach nur allen recht machen will, wird dabei nichts Gescheites herauskommen.“

Yvonne: Trixis Geschichte könnte ja, ganz nach den Tv-Vorbildern, gut und gerne über viele, viele Staffeln erzählt werden. Ist die Geschichte in ihren Grundzügen in Deinem Kopf schon bis zu Ende erzählt?

Michael: Trixis Geschichte hat einen enormen Vorteil: Dadurch dass sie sich selbst nicht mehr an ihr eigenes Leben erinnert, kann man immer weitere Geheimnisse entblättern, während gleichzeitig ihr aktuelles Leben voranschreitet und zu neuen Verwicklungen führt. Das gibt genügend Stoff für zahlreiche Staffeln. Vier habe ich in sehr groben Zügen schon im Kopf (bzw. bereits geschrieben). Aber ob dann zwingend ein definitives Ende erreicht wäre, würde ich bezweifeln. Ob es eine nächste Staffel gibt, wird aber immer auch davon abhängen, wie gut eine aktuelle Staffel ankommt. Ich verbringe ziemlich viel Zeit mit „Im falschen Film“, die ich dann für bezahlte Drehbuchprojekte nicht mehr habe. Also funktioniert die eBook-Serie bald nicht mehr als Experiment, sondern es muss auch Geld damit verdient werden. Die erste Staffel ist gut gelaufen, aber es ist noch Luft nach oben …“

Yvonne: Verarbeitest du gerne Elemente Deines eigenen Lebens (Personen, Erlebnisse…) in Deinen Büchern?

Michael: Gerade in den Bücher, die ich als Selfpublisher veröffentlich habe, finden sich sehr viele Elemente aus meinem Leben. Sei es bei „Soap“, in dem die Geschichte eines jungen Drehbuchautors bei einer Fernsehserie erzählt wird. Oder „Nicht von dieser Welt“, in der die Protagonistin einen kleinen Sohn hat, während sie schwanger ist – geschrieben zu einem Zeitpunkt, als meine Familie in derselben Situation war. Bis hin zu meinem Lieblingsschauplatz „Kreuzberg“, wo ich wohne und dessen Eigenheiten ich teilweise bis ins Detail in den Geschichten von Trixi verarbeite. Besonders bei den Geschichten, die ich als Vanessa Mansini schreibe, muss ich nah an meinem eigenen Leben bleiben, weil sie kurzfristig und mit hohem Schreibtempo entstehen. Da wäre keine Zeit für die Recherche in ganz fremden Welten. Was aber nicht heißt, dass die Figuren und Ereignisse reale Vorbilder haben. Hierbei trenne ich schon sehr genau – es wird sich niemand wiederfinden.“

Yvonne: Sehen wir uns doch mal etwas bei Dir um: Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus? (Geordnetes) Chaos oder geschniegelt und gestriegelt?

Michael: Wenn mein Schreibtisch aufgeräumt ist, dann ist das meistens ein Zeichen dafür, dass ich mich vor der Arbeit drücke. In der letzten Zeit gelingt das kaum, weswegen hier immer ein beeindruckendes Chaos herrscht, das auch grundsätzlich von einigen Spielsachen komplettiert wird, die ich noch so oft ins Kinderzimmer bringen kann. Sie kommen in der einen oder anderen Form immer wieder zurück.“

Yvonne: E-Book, „echtes Buch“ oder vielleicht sogar Hörbuch? Was bevorzugst Du?

Michael: Ich bin immer noch ein Fan des Holzbuches. Den Kindle habe ich mir nur gekauft, um zu sehen, wie meine eBooks darauf aussehen. Mittlerweile liebe ich natürlich eBooks, weil sie mir so viele Leserinnen und Leser bescheren, aber ich bin immer besonders stolz, wenn ich ein Taschenbuch meiner Werke in der Hand halte.“

Yvonne: Wenn Du Dich vor Dein Bücherregal (ich hoffe, Du hast eins) stellst- wie sieht es aus und was findet man dort alles?

Michael: Also wenn man sich jetzt in diesem Moment vor das Bücherregal in meinem Arbeitszimmer stellt, muss man erst einmal einige Plastikdinosaurier und erstaunlich viele Fernbedienungen zur Seite räumen (die etwas höher liegen müssen, damit meine kleine Tochter nicht daran kommt). Dann sticht mir Dan Browns „Inferno“ in die Augen. Das hat mir meine Frau zum Geburtstag geschenkt, kurz nachdem ich das „Inferno“-eBook mit „Nicht von dieser Welt“ von Platz 1 der Kindle-Charts verdrängt hatte. Bisher habe ich es noch nicht gelesen. Wie ich überhaupt im letzten Jahr gefühlt mehr geschrieben als gelesen habe. Aber wenn man dann noch etwas genauer guckt, findet man einen bunten Mix aus John Irving, Orhan Pamuk, Yasmina Khadra, John le Carré und Yann Martel. Aber vor allem eine Menge teilweise noch eingeschweißter Bücher, die ich so gerne lesen würde.“

Yvonne: Glaubst Du, dass es so etwas wie eine „Schreiberseele“ gibt- also einen Menschen, der einfach dazu gemacht wurde, um andere Menschen mit seinen geschriebenen Worten zu begeistern und zu unterhalten? Und hast Du eine solche Seele?

Michael: „Ich weiß nicht, ob es eine „Schreiberseele“ ist oder ob ich diese habe. Wenn, dann würde ich eher von geborenen „Geschichtenerzählern“ reden. So einer glaube ich zu sein, ja. Ich habe mir schon als Kind selbst Geschichten erzählt und mache bis heute nichts lieber als das – seit einer Weile nun auch vor dem Schlafengehen bei meinem Sohn. Jeden Abend eine Rittergeschichte mit Cliffhanger. Und Möglichkeit zur Interaktion. Ein Traum für mich. Und ihm gefällt’s auch.“

Yvonne: Stell Dir vor, ein Kind, ein Jugendlicher und ein Erwachsener fragen Dich nach einem Buch, welches Du ihnen dringend ans Herz legen möchtest. Wem würdest Du welches Buch empfehlen?

Michael: Einem kleineren Kind würde ich „Oh, wie schön ist Panama“ empfehlen, nachdem ich an meinen Kindern gesehen habe, wie fasziniert und amüsiert sie von dieser ungewöhnlich erzählten Geschichte waren. Einem Jugendlichen würde ich Tolkien ans Herz legen, weil für mich „Der Herr der Ringe“ immer noch eine der großartigsten Werke der Literatur ist und meinen Wunsch, Geschichten zu erzählen, stark beeinflusst hat. Einen Erwachsenen würde ich erst einmal versuchen, ein wenig kennenzulernen, bevor ich ihm etwas empfehle. Denn gerade wenn man selbst schreibt, erlebt man immer wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker und Interessen sind. Was für den einen eine Offenbarung ist, könnte für den anderen der Langweiler schlechthin sein.“

Yvonne: Das stimmt wohl. Welches Buch ist denn Dein Lieblingsbuch? Gibt es da ein bestimmtes oder vielleicht mehrere?

Michael: „Schwer. Schwer. Aber auf jeden Fall sind hier die frühen Bücher von John Irving zu nennen – „Garp“, „Hotel New Hampshire“ oder „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Die haben mich und mein Schreiben tief beeindruckt.“

Yvonne: „Don’t judge a book by its cover“ – gelingt Dir das? Und wie wichtig ist Dir die Covergestaltung bei Deinen eigenen Werken? (Bei „Im falschen Film“ hatte ich z.B. schon das Gefühl, die Gestaltung der einzelnen Episodencover waren wohl durchdacht!)

Michael: Ich halte die Covergestaltung gerade in dem Genre, in dem ich mich bewege, für elementar. Und habe dementsprechend auch Geld und Zeit investiert, um hier das Optimum herauszuholen. Mit Henk Wyniger habe ich da auch einen hervorragenden Profi an meiner Seite, der die wesentlichen Ideen zu den Covern hatte und mit dem die Arbeit sehr gut klappt. Bei „Im falschen Film“ hat es zusätzlich Spaß gemacht, die Farben für die einzelnen Folgen nach den Themen und Stimmungen zu bestimmen – ja, das stimmt.“

Yvonne: So, das war es auch schon mit meinem Kreuzverhör! Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich für die Teilnahme an meiner ersten Teestunde und bin wirklich sehr gespannt auf die zweite Staffel von „Im falschen Film“! Viel Erfolg 🙂

Ihr Lieben- ich hoffe, meine erste Teestunde hat euch gefallen! Und nicht vergessen: Am 23. April könnt ihr hier bei mir die Taschenbuchausgabe von „Im falschen Film“ gewinnen- mit persönlicher Widmung von Michael Meisheit 🙂

Eine neue Kategorie: Die Teestunde

Schon sehr bald wird es hier auf meinem Blog eine neue Kategorie geben: Die Teestunde! Im Rahmen der Teestunde werde ich Schriftsteller interviewen und euch hier an meinen Fragen und deren Antworten teilhaben lassen! Das erste Interview ist quasi fertig und steht schon in den Startlöchern- wer bekommt also die erste Tasse Tee? Ein kleiner Tipp: Es hat etwas mit meinem Gewinnspiel im Rahmen der Aktion „Blogger schenken #Lesefreude zu tun 🙂 Ihr dürft gespannt sein!