Ars vivendi: Mai 2017

Ars vivendi

oder: Erntezeit

Yvonne Wolf 31/05/2017

Heute gibt es mal eine kleine Inspiration in Sachen DIY für euch, mit der ihr quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt: Ihr seid an der frischen Luft, ihr schafft etwas mit euren Händen, ihr schult eure Geduld und erhaltet zeitgleich eine kleine Lektion in Sachen Achtsamkeit. Um was es hier geht? Eigentlich um etwas ganz Banales, doch ich fühle mich seit Wochen, ach, was sag ich, Monaten, von diesem Thema regelrecht verfolgt und finde selber immer mehr Spaß daran: Wir reden vom Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten bzw. dem eigenen Balkon. Es gibt natürlich auch einen eigenen, neumodischen Begriff für diese Bewegung, damit das Ganze auch – zumindest in der Stadt- direkt um einiges wichtiger klingt, nämlich „urban gardening“ (das könnt ihr dann ab jetzt als Hobby in eure Freundebücher eintragen 😉 ).

Schon vor einigen Monaten ist mir bei meiner Schwägerin ein Buch in die Hände gefallen, in dem viele Tipps standen, wie man auch auf kleinem Raum, also in Kübeln oder Kästen, Obst oder Gemüse anpflanzen kann. Ich selbst hatte mir für dieses Jahr eh wieder vorgenommen, mal wieder einen Wurf Tomaten zu züchten, da ich bei meinem ersten Versuch schon so begeistert von dem Ergebnis war. Dass da aber noch viel mehr machbar ist, war mir bislang gar nicht wirklich klar und hat für neue Ideen in meinem Köpfchen gesorgt 😉 Und wie es nunmal oft so ist, wenn man sich mit einem neuen Thema beschäftigt- man stellt fest, es ist in aller Munde und jeder ist auf der Suche nach etwas, was er selber ausprobieren kann. Der Eine hat Kohlrabis auf dem Balkon, der Andere Erdbeeren, Himbeeren und Möhren im Garten. Für diejenigen unter euch, die vielleicht sehr ländlich und mit Nutzgärten aufgewachsen sind, ist das alles wahrscheinlich gar nicht spannend und neu, doch die Stadtkinder unter euch werden wissen, was ich meine 😉

Wenn es so eine neue Bewegung, also einen Trend gibt, finde ich es oft unglaublich interessant mir zu überlegen, warum das so ist. Warum suchen immer mehr Menschen in unserer Zeit den Zugang zu etwas so Ursprünglichem und Einfachem, wo sie doch im Supermarkt alles zu jeder Zeit haben können? Vielleicht genau aus diesem Grund- weil uns etwas in unserem Inneren mitteilt, dass das Prinzip „alles und zu jeder Zeit“ irgendwie „nicht richtig“ und „gegen die Natur“ ist. Ich selbst weiß immer noch nicht ganz sicher, wann im Jahr welche Obst- und Gemüsesorten Saison haben- und ich bin der Meinung, man lernt wieder eine neue Art der Wertschätzung kennen, wenn man live miterlebt, wie lange es dauert, bis etwas tatsächlich geerntet werden kann. Man kommt außerdem in Kontakt mit einer sehr gesunden Langsamkeit, die etwas Wohltuendes, vielleicht sogar Meditatives innehat und uns aus dieser so schnellen und mit Medien zugepflasterten Zeit für ein paar Momente am Tag herausholt und uns im wahrsten Sinne des Wortes erdet und achtsamer werden lässt.

Vielleicht habt ihr auch Lust auf ein bisschen Gärtnern bekommen?! Es ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei und außerdem macht es glücklich 🙂 Ich für meinen Teil bin jedenfalls immer noch ganz aus dem Häuschen, weil unser Apfelbaum nach 4 Jahren endlich so aussieht, als würde er in diesem Jahr Unmengen an Äpfeln für uns bereithalten.

Meiner Schwägerin hatten wir übrigens zum Geburtstag eine kleine Grundausstattung für ihren Balkon geschenkt- und witzigerweise (und zwar NACHDEM ich das Thema für die Kolumne festgelegt hatte) erreichte mich eben eine WhatsApp meines Bruders: Ein Foto vom heutigen Abendbrot- Salat und Radieschen aus eigenem Anbau 🙂 Ist das nicht schön? Und bestimmt sehr lecker…

In diesem Sinne: Mal ernten, was man sät… ohne Nebenwirkungen

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi- April 2017

Ars vivendi

oder: Wie geht’s, wie steht’s?

Yvonne Wolf 30/04/2017

Vor einigen Wochen habe ich beim Einkaufen eine frühere Arbeitskollegin getroffen. Wie man das nunmal so macht, fragte ich sie: „Wie geht’s dir denn?“ Daraufhin meinte sie zunächst: „Ach ja, ganz gut soweit.“ Doch dann schien sie zu überlegen und fing nochmal von vorne an: „Ach, weißt du, eigentlich stimmt das gar nicht. Wenn man gefragt wird, dann sagt man doch meistens,es geht einem gut. Aber in unserem Freundeskreis gibt es im Moment schwere Krankheits- und auch Todesfälle. Es geht mir also nicht gut.“ Und seit dieser Begegnung fällt mir auf, wie häufig wir Menschen diese simple und unscheinbar wirkende Frage stellen, ohne dabei auch immer wirklich eine ehrliche Antwort zu erwarten oder zu wollen.

Eigentlich ist die Frage „Wie geht’s dir?“ in den meisten Fällen einfach nur eine Floskel, um in ein kurzes und unverbindliches Gespräch einzuleiten. Oft ist man grade unterwegs, ist mit den Gedanken schon beim nächsten Termin oder ganz woanders und spult quasi ein kurzes „Smalltalkprogramm“ ab. Die Antwort „gut“ gehört irgendwie auch in dieses Programm, denn sie ermöglicht einen schnellen Ausstieg aus der Situation und den Übergang zum eigentlichen Vorhaben. Bei mir selbst bemerke ich immer wieder, dass es natürlich auch darauf ankommt, wer mir diese Frage zu welchem Zeitpunkt stellt. Denn, um es mal ehrlich zu sagen: Ich finde, es geht manche Leute einfach nichts an, wie es mir geht- oder, um es nochmal gewaltfrei zu formulieren (ihr wisst ja, ich übe noch): Ich habe nicht immer das Bedürfnis, mich anderen Menschen anzuvertrauen und entscheide gerne selber, wann, bei wem und in welchem Maße ich das mache 😉 Eine kurze und knappe Antwort kann also bedeuten: „Es geht mir gut“ oder „ich habe nicht das Bedürfnis, darüber zu sprechen“.

Beim Nachgrübeln über dieses Thema, sind mir einige Treffen mit einer Freundin eingefallen. Wir sehen uns gar nicht häufig, führen aber bei unseren Treffen immer sehr schöne Gespräche, wie ich finde. Und im Verlaufe dieser Treffen kommt es eigentlich immer zu dem Punkt, an dem sie ganz bewusst fragt: „Wie geht es dir?“ Und dann nämlich, wenn man merkt, jemand fragt dies aus wirklichem und echtem Interesse, kann man dieses Thema auch einfach mal 2 Stunden gründlich erörtern.

In meinem Online-Kurs über gewaltfreie Kommunikation, von dem ich euch immer wieder berichte, wird die Frage „Wie geht es dir?“ übrigens immer wieder als eine mögliche Intervention vorgeschlagen. Im Streit, wenn die Gemüter überhitzt sind, man sich Vorwürfe an den Kopf schmeißt und in einer emotionalen Schleife gefangen ist, soll diese kleine Frage z.B. dafür sorgen, die Situation aufzubrechen, um dem wahren Grund, der Ursache des Ganzen Dilemmas auf den Grund gehen zu können. Ich muss gestehen, ich habe es noch nicht ausprobiert, aber irgendwann wird sich sicherlich eine Möglichkeit ergeben.

Vielleicht hab ihr nun Lust, ein wenig auf den Umgang mit dieser alltäglichen Frage zu achten. Wie gesagt, ich selber möchte mich auch nicht jedem mitteilen, der mich im Vorübergehen mit dieser Frage anspricht, aber es kann ja durchaus sein, dass auch gute Freunde dazu neigen Standardantworten zu geben, obwohl sie eigentlich ein Bedürfnis nach einem Gespräch hätten. Hier ist dann ein wenig Feingefühl gefragt und es gilt nachzutasten, ob dem denn auch wirklich so ist… aber ihr macht das schon 😉

In diesem Sinne: Schönes Wetter heute, ne?

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi- März 2017

Ars vivendi

oder: Routiniert

Yvonne Wolf 31/03/2017

Wisst ihr, was mir, der absoluten Verfechterin des Mittagsschlafs (damit es klar ist- es geht um MEINEN Mittagsschlaf, nicht um den meiner Tochter 😉 ), seit einigen Wochen regelmäßig widerfährt? Ich lege mich mit meinem Buch hin, lese ein paar Seiten und warte darauf, dass ich nahtlos vom Inhalt meines Buches in Morpheus‘ Arme getragen werde… und warte… und warte. Irgendwann dann werde ich etwas unleidlich, weil ich mir denke: HAAAALLLLLOOO?! Was ist denn bitte hier los? Ich habe das Programm Mittagsschlaf gestartet, und irgendwo auf dem Weg scheint ein Fehler aufgetreten zu sein. Aber es hilft nichts. Es ist, als hätte mein Körper beschlossen: Nö- jetzt wird nicht geschlafen. Denk dir gefälligst was anderes aus. Was muss also her? Richtig- eine neue Routine.

Vielleicht hat es ja etwas mit dem beginnenden Frühling zu tun. Erst heute habe ich eine Zeitschrift im Briefkasten gehabt, in der stand, dass man im Frühling den Drang nach mehr Bewegung und/ oder Aktivität verspürt. Möglicherweise fordert mein Körper also einfach saisonal bedingt mehr Zeit in der Vertikalen ein. So soll es also sein. Nun wollte ich die so entstehende Zeit aber nicht nur einfach mit täglicher Hausarbeit oder ähnlich (freudlosen) Aktivitäten verstreichen lassen, sondern mit etwas füllen, was mir das Gefühl gibt, etwas für mich getan zu haben. Ein kurzer Blick auf meine To-do-Liste (!) hat gereicht, und schon war klar, was sich anbietet. Mein Online-Kurs über Gewaltfreie Kommunikation, den ich seit letztem Jahr mache, ist nämlich über die Wintermonate etwas ins Hintertreffen geraten (zuviel Mittagsschlaf 😉 ). Es warten also einige Mails auf mich, die bearbeitet werden möchten.

Sobald ich also mein Töchterlein in den mittäglichen Schlaf geschunkelt habe (ein bisschen neidisch bin ich ja doch 😉 ), erledige ich schnell ein paar Dinge im Haushalt, mache mir dann einen Tee und setze mich samt diesem und meinem Computer an unsere bislang eher zur Ablage degradierten Küchentheke und arbeite dort ein bisschen. Jeden Tag bearbeite ich eine Mail, mache mir dabei Notizen und Gedanken, trinke Tee und freue mich über das neue Wissen in meinem Kopf.

Seit einigen Tagen arbeite ich außerdem an der Veränderung meiner Morgenroutine, denn ich kann wirklich nicht leugnen, dass der vermehrte Lichteinfluss mich tatsächlich aktiver werden lässt, und ich in diesem Zuge sogar bereit bin, meinen nächtlichen Schlaf bewusst früher zu beenden, um mich in der entstehenden Zeit mit etwas Schönem zu beschäftigen. Aktuell halte ich das morgendliche Klingeln des Weckers zwar noch für einen schlechten Scherz- aber ich arbeite mich jeden Tag ein bisschen weiter vor. Und es ist ja nicht so, als würde ich es nicht schon kennen und daher ganz genau wissen: Wird schon werden 😉

Was also sind eure liebgewonnenen und hilfreichen Routinen im Alltag, und was bedeuten sie euch?

Was auch immer es ist, Abläufe im Alltag sollten hin und wieder einfach mal hinterfragt und neu organisiert werden. Nur weil wir etwas über lange Zeit nach Schema F gemacht haben, heißt es nicht, dass es aktuell auch unseren Bedürfnissen entspricht. Unsere Bedürfnisse sind in Bewegung und ändern sich, also dürfen oder sollten sich auch unsere Routinen immer mal wieder ändern und von uns angepasst werden. Denn an sich gesehen sind Routinen, zumindest für mich, etwas sehr Schönes, da sie etwas Beruhigendes, Strukturschaffendes und Haltgebendes innehaben.

In diesem Sinne: Gute Nacht 🙂

Bis bald,

              Yvonne

Ars vivendi- Februar 2017

Ars vivendi

oder: Aufgelistet

Yvonne Wolf 28/02/2017

Kennt ihr das auch? Hier eine Idee, da ein Gedanke, ach ja…das wollte ich auch noch machen – so viele Dinge, die man gerne erledigen möchte, an die man auch immer wieder denkt, aber sie trotzdem nicht anfasst. In den vergangenen Wochen hatte ich oft das Gefühl, das mein Kopf voller Sachen ist, die ich gerne machen möchte oder teils vielleicht auch machen sollte (da isser wieder… mein Freund, der Konjunktiv 😉 ), es aber irgendwie nicht hinbekommen habe. Und ich rede hier nicht nur von überlebenswichtigen oder dringend notwendigen Aufgaben, sondern auch ganz einfach von Tätigkeiten, mit denen ich mich in meiner Freizeit gern beschäftige. Denn wenn ich seit Wochen beispielsweise vorhabe etwas zu nähen, zu lesen oder sonstwas zu machen, aber immer wieder feststelle: Wieder nicht gemacht- dann ärgert mich das irgendwann und ich werde latent unleidlich, da einfach zu viele unerledigte Dinge herumschwirren. Glücklicherweise meldete sich recht bald ein gar nicht so kleiner Persönlichkeitsanteil (der zwar aktuell nicht ganz so ausgeprägt, aber immer noch da ist), nennen wir ihn liebevoll Mrs. Monk, zu Wort, der mir vollkommen empört mitteilte: Also so kann das ja auch nix werden, meine Liebe. Wir müssen hier erstmal Ordnung schaffen- was du brauchst ist: eine Liste 😉

Natürlich. Hätte ich auch früher drauf kommen können- denn immerhin war ich mal oder bin immer noch die Königin der Listenschreiber, da Listenschreiben mich irgendwie beruhigt. Während meiner Unizeit hatte ich immer ein kleines Notizbüchlein dabei, in welches ich einfach alles reingeschrieben habe, was mir in den Sinn kam oder was es zu erledigen galt. Denn das Wichtige am Listenschreiben ist meiner Meinung nach: man muss es mit der Hand machen. Eine Liste, die auf dem Handy oder PC erstellt wurde, hat in meiner Welt absolut nicht die gleiche Wertigkeit wie eine handgeschriebene Liste. Ich brauche das Gefühl, dass ich den Gedanken quasi aus meinem Kopf auf ein Stück Papier bringe und ihn schwarz auf weiß vor mir sehen kann. Sogar mein Mann, der Verfechter der multimedialen Welt schlechthin, schreibt schon seit langer Zeit handschriftliche Listen, um seinen Arbeitsalltag zu organisieren (seine Listen haben übrigens den Vorteil, dass sie quasi codiert sind, da sie außer ihm kein anderer lesen kann 😉 ). Und wenn man sich umhört, dann finden sich plötzlich viele Menschen um einen herum, die es ganz selbstverständlich finden, dass man auflistet, was in den Urlaubskoffer kommt, wem man welche Dinge ausgeliehen hat (eine gefürchtete Liste in meinem Umfeld) oder welche Bücher man im letzten Jahr gelesen hat.

Neben ein bisschen Struktur und Ordnung fungieren Listen übrigens auch wie eine Art Denkarium (alle Harry Potter-Fans wissen Bescheid, das Muggelvolk befragt an dieser Stelle bitte Google 😉 ) – wenn der Kopf voll mit Kram ist, dann wirkt es absolut befreiend, wenn man etwas aufschreibt- dann darf es nämlich aus dem Kopf, ist aber trotzdem nicht weg, weil man ja jederzeit auf seine Notizen zurückgreifen kann.

Es ist selbstverständlich notwendig, auf seine Liste etwas Acht zu geben- denn die beste Liste nützt rein gar nichts, wenn sie nicht greifbar ist. Dabei finde ich es wichtig, das sie allerdings auch nicht im Weg liegt und stört; ich hab mir z.B. ein einfaches und kleines Ringnotizbuch gekauft, wo ich dann auch bei Bedarf einfach mal Seiten rausreißen kann. Dieses Büchlein liegt immer im Wohnzimmer oder in meiner Handtasche- denn unterwegs wollen ja manchmal auch Listen geschrieben werden 😉

Wie steht ihr zum Listenschreiben? Schreibt ihr welche? Und wenn ja, wofür und in welcher Form? Oder seid ihr eher diejenigen, die uns Listenschreiber nur müde belächeln?

Ich finde, wenn in mir drin und/ oder um mich herum das Chaos herrscht, dann kann eine Liste der erste kleine Schritt sein, der meinen Blick wieder gerade rückt und mich vielleicht motiviert, etwas in Angriff zu nehmen. Wie schon eingangs gesagt- das muss nichts Großes sein. „Nur noch kurz die Welt retten“ ist selten ein Punkt auf meinen Listen; aber dafür viele kleine Dinge, die dafür Sorgen können, das mein ganz persönliches Seelenheil wieder etwas mehr ins Lot kommt!

In diesem Sinne:

An die Listen – fertig – los!!!

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi: Dezember 2016

Ars vivendi

oder: Wünsch Dir was!

Yvonne Wolf 31/12/2016

Und schon ist es wieder soweit: Der letzte Tag des Jahres ist da! Dieser eine Tag in unserem Kalender hat auch immer etwas Zauberhaftes an sich, findet ihr nicht auch? Natürlich wirft man einen Blick zurück und lässt nochmal alles an sich vorbeiziehen. Welche Ereignisse waren für mich in diesem Jahr bedeutsam? Was war schön, was weniger? Welche Menschen haben mich begleitet, verlassen oder sind vielleicht neu und unverhofft auf meinem Weg erschienen? Für was bin ich dankbar?

Doch natürlich blicken die meisten von uns auch ganz gespannt und voller Hoffnung auf das, was noch kommen wird. Neugierde, Freude, Aufregung, vielleicht auch ein wenig Angst oder Ungewissheit- all das begleitet uns in diesen Stunden und hat seine Berechtigung.

Meine fleißigen Leser wissen, dass ich von den klassischen guten Vorsätzen zu Silvester wenig halte- zu oft setzen sie an unseren Schwächen an, gaukeln uns vor wir seien nicht gut so wie wir sind, und sind nicht selten überzogen, unrealistisch und somit leider oft zum Scheitern verurteilt. Trotzdem ist sie da- die Hoffnung, dass das nächste Jahr irgendetwas für uns bereithält, uns einen unserer Wünsche erfüllt. Und genau hier setzen wir nun an, meine Lieben, denn ich schlage vor: Wir basteln uns ein Wunschglas 🙂

Schon das Wort „Wunschglas“ ist toll, oder? Die Idee ist (leider) nicht von mir, ich habe sie – Überraschung- aus einem Buch*. Ihr benötigt lediglich ein schönes, verschließbares Glas, Zettel und einen Stift. Und nun schreibt ihr nach Herzenslust Dinge auf, die ihr euch wirklich, wirklich wünscht- Herzenswünsche, verrückte Wünsche, banale Wünsche… nur keine Scheu, ihr seid die Einzigen, für die diese Zettel bestimmt sind. Vielleicht wolltet ihr euch schon immer mal die Haare lila färben, Fallschirm springen, jemanden aus eurer Vergangenheit wiederfinden oder einfach mal einen Tag im Schlafanzug rumlaufen und euch zu Hause verstecken. Immer wenn euch ein Wunsch in den Sinn kommt, schreibt ihr ihn auf und werft ihn in euer Glas. So habt ihr immer vor Augen: Da ist etwas, was ich gerne machen würde.

Ja, und dann? Ganz genau, jetzt kommt der wichtigste Teil: Nach und nach zieht ihr blind einen eurer Wünsche aus dem Glas- wann und in welchen Abständen ihr das macht, ist dabei vollkommen euch überlassen. Ihr lest euren Wunsch durch und dann- versucht ihr ihn euch zu erfüllen. Manche Wünsche lassen sich sicherlich leichter realisieren als andere, aber darum geht es nicht. Es gibt niemanden, der die Zeit stoppt und euch unter Druck setzt. Viele unserer Wünsche haben nämlich eine lange Haltbarkeit; wichtig ist nur, dass wir hin und wieder an ihrer Erfüllung arbeiten und uns vor Augen führen, dass wir selbst es sind, die dafür verantwortlich sind aus Wünschen Realität werden zu lassen 🙂

So ein Wunschglas ist übrigens auch eine schöne Geschenkidee! Meine Freundin hat beispielsweise eins zum Geburtstag von mir bekommen- und damit es gleich mit Leben gefüllt wird, musste sie im Laufe des Abends die ersten 5 Wünsche in meinem Beisein hineinwerfen.

Vielleicht habt ihr ja Lust auf ein eigenes Wunschglas bekommen- ich bin gespannt 🙂

Ich verabschiede mich an dieser Stelle für dieses Jahr von euch und wünsche euch eine schöne Silvesterfeier im Kreise eurer Lieben. Nächstes Jahr geht es dann weiter – mit Büchern, Kolumnen und was mir sonst noch so einfällt 😉

In diesem Sinne: Cheerio, Miss Sophie !

Bis bald,

          Yvonne

* für alle, die neugierig sind: Bei dem Buch handelt es sich um „Finian Blue Summers“ von Emma C. Moore 😉

Ars vivendi spezial: Türchen #24

An dieser Stelle wünsche ich euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und hoffe, ihr habt die Möglichkeit, es so zu gestalten, wie ihr es gut findet. Ob mit viel Tamtam oder einfach nur als ganz normaler Samstag… wie der Kölner zu sagen pflegt: Jede Jeck is anders! Das abschließende Zitat aus meinem Kalender kommt von Friedrich Hebbel:

„Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.“

Ein guter Grund, besonders gut darauf aufzupassen, findet ihr nicht?

Ars vivendi spezial: Türchen #23

Keine Sorge- hier kommt das Zitat des heutigen Tages. Ich musste nur sicher sein, dass auch alles auf meiner Weihnachts-to-do-Liste schön abgearbeitet ist 😉 Den aktuellen Ausspruch kennen wahrscheinlich die Meisten von euch- er stammt von dem französischen Dramatiker Nicolas Chamfort:

„Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.“

Es bleibt mir nur zu sagen: Das stimmt. Lachen ist so wichtig- und deswegen sollten wir uns auch nicht davor scheuen, es zu tun 🙂