Kinderbuchwoche – Tag #3

Da seid ihr ja wieder 😉 Auch an diesem sonnigen Mittwoch gewähre ich euch einen kleinen Einblick in unser Kinderbuch-Sammelsurium. Heute gibt es ein wunderschönes Gute-Nacht-Buch!

      Quelle: Amazon.de

Es heißt „Alle müssen gähnen“ und stammt aus dem Verlag Ars Edition. Der deutsche Text stammt von Maria Höck, die Illustrationen sind von Anita Bijsterbosch und einfach zu süß. Auf 26 Seiten sehen wir verschiedene Tiere, die alle ziemlich müde werden und gähnen müssen. Damit das Ganze auch eindrücklich vonstatten geht, befindet sich an jedem Gesicht eine Klappe, die man auf- und wieder zuklappen kann- wie man das beim Gähnen eben so macht. Am Ende liegen dann alle, inklusive eines kleinen Kindes, aneinandergekuschelt zusammen und schlummern friedlich vor sich hin. Die Altersempfehlung für dieses Buch liegt bei „ab 24 Monaten“, was mir ehrlicherweise ein großes Rätsel ist. Ich habe dieses Buch gekauft, als meine Tochter ein knappes halbes Jahr war, da dies der Zeitpunkt war, an dem wir ein Vorleseritual zum Schlafengehen eingeführt haben und sie immer mehr Spaß daran hatte, ihre Bücher anzufassen und selbständig zu be-greifen. Außerdem ist der sehr übersichtliche Text in Reimen verfasst, was schon für Babys sprachlich sehr anregend ist; und auch die Grafiken sind schlicht und unaufdringlich. Es wäre wirklich zu schade, mit diesem Buch bis zum 2. Geburtstag zu warten, da es so schön ist, die Reaktion der Kleinen beim Lesen zu beobachten. Mittlerweile besitzen wir natürlich weitaus mehr Gute-Nacht-Bücher, aber dieses ist weiterhin ein Dauerbrenner, der immer wieder hervorgeholt wird.

 

Auf einen Blick:

Alle müssen gähnen“ von Maria Höck und Anita Bijsterbosch

Verlag: Ars Edition

Seiten: 26

ISBN-10: 3845812184

ISBN-13: 978-3845812182

Preis: 12,99 €

 

Kinderbuchwoche – Tag #2

Und schon geht es weiter im Text! In dieser Aktionswoche zeige ich euch jeden Tag je ein Kinderbuch aus unserem Fundus- damit auch diese Kategorie hier mal ausreichend gewürdigt wird 😉

Quelle: Amazon.de

Das heutige Buch heißt „Pusten, trösten, Pflaster drauf„, ist von Henning Löhlein und Bernd Penners und kommt aus dem Verlag Ravensburger. Ich habe es gekauft, nachdem ich davon ebenfalls auf einem Blog gelesen habe und gleich sehr angetan davon war. Als es dann in „meiner“ Buchhandlung auch noch einfach so im Regal stand,musste es selbstverständlich postwendend eingepackt werden und wird seitdem heiß und innig geliebt. Übrigens von allen, die es in die Finger bekommen, Alter nach oben offen 😉

Auf 16 wunderschön gestalteten und in Reimen verfassten Seiten lernen unsere Kinder, was man machen muss, wenn sich jemand verletzt und ein „Aua“ hat. Ob es nun der Hund mit der verletzten Pfote, das Schaf mit dem verkratztem Bauch oder der Elefant, der sich auf der Flucht vor einer Maus leider auf den Rüssel getreten hat, ist – sie alle brauchen unsere Hilfe. Und was macht man da? Na klar: schnell pusten, trösten, Pflaster drauf! Und das ist nämlich der absolute Clou dieses Buches: Es enthält 5 große Spielpflaster, natürlich für jedes Tier ein eigenes. Nachdem man die jeweilige Seite gelesen hat, kann also schnell gepustet, getröstet und fachmännisch verarztet werden. Die Pflaster sind aus Kunststoff, schön stabil und vor allen Dingen: abwaschbar. Das heißt, selbst wenn die Pflaster einmal außerhalb des Buches Anwendung finden und zur Versorgung erkrankter Stofftiere herhalten müssen (passiert hier regelmäßig 😉 ), wäscht man sie kurz unter kaltem Leitungswasser ab und kann sie problemlos wieder ins Buch kleben. Diese Idee ist einfach toll!

Auf dem Buch ist die Altersempfehlung „ab 2 Jahren“ angegeben. Ich habe es gekauft, als meine Tochter ca. 17/18 Monate alt war- aus dem einfachen Grund, weil zu diesem Zeitpunkt das Thema „Aua“ aufkam und dieses Buch einfach perfekt passte. Je nach Kind kann das Buch also durchaus schon ab 1 1/2 Jahren gelesen werden.

 

Auf einen Blick:

Pusten, trösten, Pflaster drauf“ von Henning Löhlein und Bernd Penners

Verlag: Ravensburger

Seiten: 16

ISBN-10: 3473433799

ISBN-13: 978-3473433797

Preis: 9,99 €

 

Start meiner Kinderbuchwoche- Tag #1

Seit längerer Zeit schon schwirrt mir eine Idee im Kopf herum- denn seit meine Tochter da ist, häufen sich in unserem Haushalt natürlich nicht nur Bücher, die für meine persönliche Unterhaltung sorgen, sondern auch solche aus der wunderschönen Kategorie „Kinderbücher“. Und da hier in knapp 2 Jahren doch schon so einiges zusammengekommen ist, starte ich heute eine Kinderbuchwoche auf meinem Blog, bei der ich euch täglich einen kleinen Einblick in unsere hauseigene Kinderbuchbibliothek gewähre. Vielleicht findet ihr ja den ein oder anderen Schatz, welchen ihr euch auch zulegen wollt 🙂 Viel Spaß!

 

Quelle: Amazon.de

Den Anfang in dieser Woche macht „Da kommt der Wolf!“ von Ramadier & Bourgeau aus dem Moritz Verlag! Der Nachname „Wolf“ führt natürlich regelmäßig dazu, dass wir von unserem Umfeld mit entsprechenden Produkten ausgestattet werden- und so kam es also, dass dieses Buch zur Geburt unserer Tochter den Weg in unseren Haushalt fand. Seit meine Tochter ca. 1 Jahr alt ist, wird dieses Mitmach-Buch immer wieder rauf und runter gelesen. Die empfohlene Altersangabe des Verlags liegt bei 24 Monaten bis 4 Jahren- aber ich bin in sehr vielen Fällen der Meinung, dass die empfohlenen Altersangaben viel zu hoch angesetzt sind. Denn es kommt immer darauf an, wie man ein Buch vorliest- dann ist es durchaus auch für jüngere Kinder geeignet. Aber das werde ich diese Woche wohl noch häufiger schreiben … da spricht die Sprachtherapeutin in mir 😉

Auf 24 sehr übersichtlich gestalteten Seiten sehen wir zu, wie der Wolf, der offensichtlich nicht besonders gut gelaunt ist, immer näher kommt. Um dies zu verhindern und ihn aufzuhalten, wird der Leser nun aufgefordert mitzuhelfen. Da soll das Buch zur Seite gekippt, geschüttelt oder auf den Kopf gestellt werden, damit der Wolf bloß nicht sein Ziel erreicht – doch am Ende hilft nur noch das schnelle Zuklappen des Buches- puh, geschafft 😉 Meine Tochter hat jedenfalls immer großen Spaß beim Lesen der Geschichte- zu Beginn hat sie eher zugeguckt, aber ziemlich schnell schnappte sie sich das Buch auch immer wieder selbst, erzählt sich die Geschichte und führt die entsprechenden Anweisungen aus. Immer wieder habe ich in Bewertungen gelesen, dass Eltern sich sorgen, dass das Buch viel zu gruselig sei, es außerdem graphisch nicht ansprechend gestaltet sei und sie es den Kindern daher lieber nicht geben wollen. Meiner Meinung nach ist das eine viel zu erwachsene Sichtweise- denn begleitet man seine Kinder, hat Vertrauen in ihre Fähigkeit, Dinge zu verarbeiten und zeigt ihnen wie dieses Buch funktioniert, dann hat man vor allem Eins: eine Menge Spaß! Und zwar nochmal, und nochmal, und nochmal… 😉

Auf einen Blick:

„Da kommt der Wolf“ von Ramadier & Bourgeau

Verlag: Moritz Verlag

Seiten: 24

ISBN-10: 3895652784

ISBN-13: 978-3895652783

Preis: 11,95 €

 

Rezension: „Wer braucht schon einen Millionär“ von Vanessa Mansini

Heute gibt es mal wieder was von Vanessa Mansini- das Buch lag schon so lange auf meinem Reader und wollte nun endlich gelesen werden 😉

Anna ist erfolglose Schauspielerin und verdient ihr Geld unter anderem als Babysitterin für eine gut betuchte Familie. Als besagte Familie in Urlaub fährt nutzt Anna ihre Chance und erfüllt sich einen kleinen Wunsch: Sie schlüpft in die Rolle der Tochter des Hauses und verschafft sich so Einlass auf eine Silvesterparty der Reichen und Schönen. Nicht geplant allerdings hatte sie die Begegnung mit Millionärssohn Max, in den sie sich Hals über Kopf verliebt und eine unglaubliche Nacht erlebt. Doch was kann schon aus dieser Begegnung werden, aufgebaut auf einer Lüge? Schweren Herzens lässt Anna Max alleine zurück, nicht ahnend, dass sie ihn bereits in kurzer Zeit wiedertreffen wird. Nur um dann feststellen zu müssen, dass ihre eigene Täuschung hier wahrlich nur die Spitze des Eisbergs ist…

Wenn Vanessa Mansini draufsteht, ist auch Vanessa Mansini drin- für alle Fans wartet hier also eine Geschichte in gewohntem Stil, die sich gut lesen lässt und die mal wieder Spaß macht. Ich finde, „Wer braucht schon einen Millionär“ ist nicht ganz so gespickt mit Witz wie andere Werke von Vanessa Mansini, was aber der Lesefreude nichts nimmt. Es ist lediglich eine Feststellung, keine Bewertung. Als ich einen ersten Teil gelesen hatte, hatte ich zunächst die Befürchtung, dass sich die Story ziemlich vorhersehbar weiterentwickeln wird- aber natürlich kam es anders und die Story wandert in eine Richtung, mit der man zu Beginn sicher nicht rechnet. Zum Schluss war ich auf jeden Fall froh, dass der zweite Teil mittlerweile auch schon erschienen ist, damit die Geschichte rund um Anna und Max schnell weitergehen kann…

Bewertung: 4 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Wer braucht schon einen Millionär?“ von Vanessa Mansini/ Michael Meisheit

Verlag: Michael Meisheit

Seiten: 225

ISBN-10: 3981721047

ISBN-13: 978-3981721041

Preis: 9,90 € (Taschenbuch) / 2,99 € (Kindle)

Rezension: „Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

Hallo meine lieben Leseratten da draußen 😉 Vor einigen Wochen habe ich mich dafür beworben, dass neue Buch Jessica Kochs mit dem Titel „Die Endlichkeit des Augenblicks“ lesen zu dürfen. Nachdem ich im vergangenen Jahr so begeistert von ihrer autobiographischen Geschichte „Dem Horizont so nah“ (zur Rezension geht es HIER) war, wollte ich gerne wissen, ob mich auch ein Buch von ihr ohne persönlichen Bezug in den Bann ziehen kann! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar!

Eine Dummheit vor 7 Jahren veränderte das Leben Bastis und Joshs für immer. Es war ein Unfall, der bis heute seine Spuren bei den beiden jungen Männern hinterlässt. Basti ist querschnittsgelähmt, hat sich jedoch mit seinem Schicksal arrangiert, ist fröhlich, positiv und offen. Josh dagegen plagt sich mit Schuldgefühlen, kämpft mit Depressionen und den Dämonen seiner Vergangenheit- mehr als einmal hat er versucht, sein Leben zu beenden. Doch in all seinem Leid ist er immer für seinen besten Freund da und passt auf ihn auf. An einem sonnigen Tag winkt Basti ein Mädchen im Biergarten an seinen Tisch- denn vom ersten Moment an fühlt er sich zu ihr hingezogen. Josh ist nicht begeistert, denn was will ein hübsches Mädchen mit einem Kerl, der nicht laufen kann? Doch Sam scheint anders als viele Mädchen zu sein- sie fühlt sich ebenfalls zu Basti hingezogen und versteht schnell, dass es nicht genügt, sich „nur“ mit Bastis Schicksal zu arrangieren; auch zu Josh muss sie vordringen und ihm zeigen, dass er wertvoll ist. Tatsächlich vollzieht sich langsam eine Wandlung in ihm und er findet einen neuen Sinn in seinem Leben. Doch darin hat Basti leider keinen Platz mehr…

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden, da ich mich zunächst etwas daran gestört habe, dass wir in den Sam-Kapiteln einen Ich-Erzähler haben, in den Josh- und Basti-Kapiteln dagegen „nur“ einen personalen Erzähler. Aber nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt und alles war gut 😉 Rückblickend betrachtet macht es auch Sinn, es so zu machen, aber ich würde zuviel verraten, wenn ich mehr dazu sagen würde. Da hilft also nur selber lesen! Ansonsten finde ich die Charaktere und den Plot gut angelegt und durchdacht. Man erhält schnell einen guten Einblick in die Gefühlswelt der drei Hauptpersonen und steckt schon bald gemeinsam mit ihnen in einer tragischen Geschichte, die sich rund um die Themen Schuld, Lebensfreude, Schicksal, Hoffnung, Liebe und Freundschaft dreht, und die auf jeden Fall auf mehreren Ebenen zum Nachdenken anregt. Einzig der Wandel, den Josh im Verlaufe des Buches durchläuft, erscheint mir persönlich etwas zu „rasant“ – denn jemand, der jahrelang unter starken Depressionen mit Selbstmordabsicht leidet und zudem noch das ein oder andere Kindheitstrauma mit sich herumträgt, wird sich meiner Meinung nach nicht nach wenigen Wochen oder Monaten in einen gänzlich anderen Menschen verwandeln. Aber da hat sich beim Lesen vielleicht zu sehr mein Kopf eingeschaltet- denn ich sage ja selbst immer wieder: Bücher können sowas, Bücher dürfen sowas 😉

Für wen ist das Buch empfehlenswert? Wahrscheinlich für alle Fans von Jessicas Danny-Trilogie und all solche, die Lust auf eine Mischung aus Tragik, Liebe und Schicksal haben. Aufgrund des auch immer wieder etwas düsteren Touchs ist es für mich nicht DAS typische Sommerbuch,welches ich gerne im Urlaub am Strand lesen würde- wenn ich eine Jahreszeit zuordnen müsste, würde ich wohl eher den Herbst nehmen 😉 Aber die Geschmäcker sind verschieden und ihr dürft gerne selber entscheiden, wo dieses Buch gelesen werden soll!

Bewertung: 4 von 5 Eulen

 

Auf einen Blick:

„Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

Verlag: FeuerWerke Verlag

Seiten: 284

ISBN-10: 394536227X

ISBN-13: 978-3945362273

Preis: 12,99 € (Taschenbuch) / 3,49 € (Reader)

 

 

Ars vivendi: Mai 2017

Ars vivendi

oder: Erntezeit

Yvonne Wolf 31/05/2017

Heute gibt es mal eine kleine Inspiration in Sachen DIY für euch, mit der ihr quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt: Ihr seid an der frischen Luft, ihr schafft etwas mit euren Händen, ihr schult eure Geduld und erhaltet zeitgleich eine kleine Lektion in Sachen Achtsamkeit. Um was es hier geht? Eigentlich um etwas ganz Banales, doch ich fühle mich seit Wochen, ach, was sag ich, Monaten, von diesem Thema regelrecht verfolgt und finde selber immer mehr Spaß daran: Wir reden vom Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten bzw. dem eigenen Balkon. Es gibt natürlich auch einen eigenen, neumodischen Begriff für diese Bewegung, damit das Ganze auch – zumindest in der Stadt- direkt um einiges wichtiger klingt, nämlich „urban gardening“ (das könnt ihr dann ab jetzt als Hobby in eure Freundebücher eintragen 😉 ).

Schon vor einigen Monaten ist mir bei meiner Schwägerin ein Buch in die Hände gefallen, in dem viele Tipps standen, wie man auch auf kleinem Raum, also in Kübeln oder Kästen, Obst oder Gemüse anpflanzen kann. Ich selbst hatte mir für dieses Jahr eh wieder vorgenommen, mal wieder einen Wurf Tomaten zu züchten, da ich bei meinem ersten Versuch schon so begeistert von dem Ergebnis war. Dass da aber noch viel mehr machbar ist, war mir bislang gar nicht wirklich klar und hat für neue Ideen in meinem Köpfchen gesorgt 😉 Und wie es nunmal oft so ist, wenn man sich mit einem neuen Thema beschäftigt- man stellt fest, es ist in aller Munde und jeder ist auf der Suche nach etwas, was er selber ausprobieren kann. Der Eine hat Kohlrabis auf dem Balkon, der Andere Erdbeeren, Himbeeren und Möhren im Garten. Für diejenigen unter euch, die vielleicht sehr ländlich und mit Nutzgärten aufgewachsen sind, ist das alles wahrscheinlich gar nicht spannend und neu, doch die Stadtkinder unter euch werden wissen, was ich meine 😉

Wenn es so eine neue Bewegung, also einen Trend gibt, finde ich es oft unglaublich interessant mir zu überlegen, warum das so ist. Warum suchen immer mehr Menschen in unserer Zeit den Zugang zu etwas so Ursprünglichem und Einfachem, wo sie doch im Supermarkt alles zu jeder Zeit haben können? Vielleicht genau aus diesem Grund- weil uns etwas in unserem Inneren mitteilt, dass das Prinzip „alles und zu jeder Zeit“ irgendwie „nicht richtig“ und „gegen die Natur“ ist. Ich selbst weiß immer noch nicht ganz sicher, wann im Jahr welche Obst- und Gemüsesorten Saison haben- und ich bin der Meinung, man lernt wieder eine neue Art der Wertschätzung kennen, wenn man live miterlebt, wie lange es dauert, bis etwas tatsächlich geerntet werden kann. Man kommt außerdem in Kontakt mit einer sehr gesunden Langsamkeit, die etwas Wohltuendes, vielleicht sogar Meditatives innehat und uns aus dieser so schnellen und mit Medien zugepflasterten Zeit für ein paar Momente am Tag herausholt und uns im wahrsten Sinne des Wortes erdet und achtsamer werden lässt.

Vielleicht habt ihr auch Lust auf ein bisschen Gärtnern bekommen?! Es ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei und außerdem macht es glücklich 🙂 Ich für meinen Teil bin jedenfalls immer noch ganz aus dem Häuschen, weil unser Apfelbaum nach 4 Jahren endlich so aussieht, als würde er in diesem Jahr Unmengen an Äpfeln für uns bereithalten.

Meiner Schwägerin hatten wir übrigens zum Geburtstag eine kleine Grundausstattung für ihren Balkon geschenkt- und witzigerweise (und zwar NACHDEM ich das Thema für die Kolumne festgelegt hatte) erreichte mich eben eine WhatsApp meines Bruders: Ein Foto vom heutigen Abendbrot- Salat und Radieschen aus eigenem Anbau 🙂 Ist das nicht schön? Und bestimmt sehr lecker…

In diesem Sinne: Mal ernten, was man sät… ohne Nebenwirkungen

Bis bald,

            Yvonne

Rezension: „Nerve- das Spiel ist aus, wenn wir es sagen“ von Jeanne Ryan

Huhu! Ich dachte, es muss mal wieder eine Rezension her, damit ihr auch wisst, was denn bei mir im Moment so auf dem Lesetischlein liegt 🙂 Meine Abende verbringe ich im Moment lieber an der Nähmaschine oder am Klavier, deswegen kommt zur Zeit nicht ganz soviel Nachschub, aber auch das wird sich irgendwann wieder ändern 😉 Heute stelle ich euch ein Buch vor, welches schon länger auf meiner Liste stand- denn bereits im letzten Jahr habe ich im Kino den Trailer zur entsprechenden Verfilmung gesehen und war sofort begeistert. Und vergangene Woche musste ich es mir dann endlich auf meinen Reader laden…

Vee ist ein Mädchen, das eigentlich nicht das Rampenlicht sucht und im Mittelpunkt stehen möchte. Doch wie jeder Mensch möchte auch sie von anderen gesehen werden; vielleicht ist es dieses grundlegende Bedürfnis, dass sie dazu bringt, sich bei NERVE als „Player“ anzumelden- einem Online-Spiel, bei man Challenges absolvieren muss und im Gegenzug tolle Preise gewinnt. Entgegen ihren Erwartungen scheint Vee beim Publikum, den Watchern, gut anzukommen und wird daher für ein Live-Event ausgewählt. Gemeinsam mit ihrem zugeteilten Spielpartner Ian stellt sich Vee den immer heikler werdenden Challenges- und was macht es schon? Immerhin kann man jederzeit aussteigen, und die Preise werden zunehmend attraktiver. Doch was als Spaß beginnt, wird schon bald bitterer Ernst. Denn NERVE kennt anscheinend nicht nur die sehnlichsten Wünsche der Spieler, sondern auch ihre wunden Punkte. Und ehe Vee und Ian sich versehen, stecken sie in ihrem persönlichen Albtraum fest und bangen um ihr Leben. Ist der Ausstieg noch möglich?

Ja, es ist so spannend wie es klingt 😉 Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen- ich hatte es in wenigen Tagen durchgelesen und habe die ein oder andere Nachtschicht eingelegt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es denn nun mit Vee und Ian weitergeht. Das Faszinierende an der Thematik des Buches ist meiner Meinung nach die Nähe zu bereits Bekanntem. Denn auch wenn man NERVE vielleicht zunächst etwas mehr in die Zukunft datieren möchte, wird bei näherem Überlegen schnell klar: Die Thematik ist viel mehr an uns dran, als uns vielleicht lieb ist: Jedes Jahr auf’s Neue ergötzen sich zahlreiche Menschen an Dschungelcampbewohnern, die sich haarsträubenden Aufgaben stellen, Online-Spiele begleiten uns via Handy durch unseren Alltag und eine kleine Suchanfrage bei Google oder Amazon führt zu Unmengen an Werbeanzeigen, die speziell auf uns zugeschnitten werden. Die Geschichte um Vee und Ian ist natürlich drastischer und zugespitzter, enthält im Kern jedoch eine für uns wertvolle Message, wenn es um den, vielleicht manchmal zu leichtfertigen, Umgang mit unseren Daten und den heutigen medialen Möglichkeiten geht. Und genau diese Tatsache führt dann dazu, dass man das Buch zuschlägt und ein etwas beklemmendes Gefühl zurückbleibt. Neben einer gehörigen Portion Spannung gibt es natürlich auch noch ein bisschen Liebe, denn die gehört ja irgendwie auch immer dazu 😉  Ich schätze, dass z.B. Fans von „maze runner“ und „Die Tribute von Panem“ hier auf ihre Kosten kommen werden! Leseempfehlung!

Bewertung: 5 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Nerve- Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen.“ von Jeanne Ryan

Verlag: cbt

Seiten: 320

ISBN-10: 3570309762

ISBN-13: 978-3570309766

Preis: 14,99 € (Gebunden) / 9,99 € (Taschenbuch) / 8,99 € (Kindle)