Lieblingsmenschen & Lieblingsbücher: Tag 5, Teil 1

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Das Wochenende steht vor der Tür! Für den Ein oder Anderen bringt das sicherlich eine Menge Lesezeit mit sich, oder? Falls ihr grade kein passendes Buch zur Hand habt, dann findet ihr vielleicht hier bei mir eine schöne Inspiration 🙂 Bei so vielen Lieblingsbüchern sollte doch eigentlich was für jeden Geschmack dabei sein! An Tag 5 werfen wir einen Blick auf den Fragebogen meiner Freundin Claudia. Claudia ist 40, Erzieherin, lebt in Witzhelden und wir kennen uns seit mittlerweile 11 Jahren. Auch wir haben für kurze Zeit gemeinsam in einer Einrichtung gearbeitet, aber nicht als unmittelbare Kolleginnen, sondern in verschiedenen Gruppen. Ihre Vorlieben was Bücher betrifft würde ich im Genre Krimi ansiedeln, wobei natürlich auch ab und zu durchaus andere Richtungen dabei sind. Ich war ganz gespannt, welches Buch Claudia als ihr Lieblingsbuch angibt, weil ich so gar keine Vorstellung habe, was das zur Zeit sein könnte 🙂 Wir schauen einfach mal nach!

Welches ist aktuell Dein absolutes Lieblingsbuch bzw. eines davon?

Ein Bergischer Krimi von Oliver Buslau: ,,Wupper Wut“.

Worum geht es?

Privatdetektiv Remigius Roth hilft einem Wuppertaler Kommissar einen flüchtigen Häftling aufzuspüren. Dieses entwickelt sich jedoch zu einem Fiasko. Während der Nachforschungen taucht Rotts Freundin auf und wird lebensgefährlich verletzt. Schnell steckt Rott mitten in einem Fall, der ihm nicht nur als Detektiv einiges abverlangt.

Was genau gefällt Dir so gut an dem Buch?

Mir gefällt die leichte, klare und wortwitzige Erzählweise sehr gut. Die Geschichte steckt zudem voller Wendungen und Überraschungen. Es ist leicht sich in die Figuren hineinzuversetzen, da sie anschaulich dargestellt sind. Die erwähnten Handlungsschauplätze waren mir bekannt, dadurch hatte ich so manches Da-war-ich-doch-schon-mal-Erlebnis“.

Weißt Du noch wie Du an das Buch gekommen bist?

Habe das Buch von einem Freund ausgeliehen bekommen.

Wem würdest Du das Buch empfehlen?

Jedem, der Regionalkrimis mag bzw. offen dafür ist.

Schreibe weiter:

Bücher… begleiten mich durch mein Leben.

Regionalkrimis also 🙂 Mag ich durchaus auch sehr gerne, wobei ich diesen nicht kenne. Wie sieht es mit euch aus? Ihr schaut ja sicherlich auch wieder vorbei, wenn Claudia ihr liebstes Kinderbuch vorstellt 😉 Also sag ich mal: Bis nachher!

Auf einen Blick:

Quelle: Amazon (c) Emons

Quelle: Amazon
(c) Emons

„Wupper Wut“ von Oliver Buslau

Verlag: Emons

Seiten: 320

ISBN-10: 3954516780

ISBN-13: 978-3954516780

Preis: 10,90 € (Broschiert) / 8,49 € (Kindle)

 

Blogtour: „Erkül Bwaroo und der Mord im Onyx-Express“

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Agatha Christie

Ein herzliches Willkommen auf meiner Seite! Im Rahmen der Blogtour rund um das Buch „Erkül Bwaroo und der Mord im Onyx-Express“ erfahrt ihr bei mir heute etwas über die Frau, die unter anderem Erkül Bwaroos Vorbild „Hercule Poirot“ erschaffen hat: Na, von wem ist die Rede? Richtig! Von keiner Geringeren als Agatha Christie, der Queen of crime herself. Und wer fleißig den ganzen Text liest, landet dann auch bei unserem schönen Gewinnspiel 😉

Fragt man mich, was mir als erstes in den Sinn kommt, wenn ich den Namen Agatha Christie höre, dann ist die Antwort sonnenklar: Miss Marple. Diese schrullige, alte Dame mit ihrem detektivischen Spürsinn begleitet mich seit Kindertagen. Gemeinsam mit meiner Oma habe ich die Filme mit Margaret Rutherford in der Rolle der Miss Marple rauf und runter geschaut- und auch heute noch liegt die DvD-Box mit den -wie ich finde- wundervollen Filmen in unserem Wohnzimmer und wird immer mal wieder hervorgeholt. Filme also, und auch Hörbücher und Hörspiele sind die Medien, die mir die Werke Agatha Christies hauptsächlich nähergebracht haben. Ihre Bücher sind erst bei mir eingezogen, als ich vor einigen Jahren gefragt wurde, ob ich die Bücher meines Opas haben wolle- diese vielen, mysteriösen, mit schwarz-roten Einbänden versehenen Bücher, die schon immer am Kopfende des Bettes meiner Großeltern standen, und über die ich mich schon immer gefragt hatte: Was stehen da wohl für Geschichten drin? Die Antwort lautet: Es sind Detektivgeschichten, und zwar die Agatha Christies. Wie ich jetzt bei meiner Recherche zu diesem Artikel erfahren habe, besitze ich allerdings mit meinen 23 Büchern, in denen je 2-3 Geschichten stecken, nur einen Bruchteil dessen, was Mrs. Christie geschrieben hat. Aus ihrer Feder stammen nämlich sage und schreibe 66 Detektivromane, 150 Kurzgeschichten und 19 Theaterstücke. Außerdem schrieb sie unter dem Pseudonym Mary Westmacott noch 6 romantische Erzählungen. Die Verkaufszahlen ihrer Werke werden nur durch die der Bibel und Shakespeare übertroffen; es lohnt sich also durchaus, sich einige Eckpunkte in Christies Leben ein bisschen genauer anzuschauen…

Agatha Christie wurde am 15.9.1890 in Torquay unter dem Namen Agatha Mary Clarissa Miller geboren. Im Gegensatz zu ihren beiden Geschwistern wurde sie lange Zeit von den Eltern zu Hause unterrichtet. Und auch, wenn ihre Mutter ihr das Lesen und Schreiben erst mit 8 Jahren beibringen wollte, war die Motivation des kleinen Mädchens diesbezüglich anscheinend so groß, dass sie sich das Ganze einfach im Alter von 5 Jahren selbst beibrachte. Ich sag’s ja: Kreative Energien müssen nach draußen 😉

Das Erfinden von Geschichten lag ihr wohl schon immer, und bereits mit elf Jahren wurde ein Gedicht von ihr in einer Zeitung veröffentlicht. Nachdem sie einige Jahre später ihr zunächst begonnenes Musikstudium in Paris abbrach, fand sie Spaß am Schreiben von Kurzgeschichten.

1914 heiratete sie ihren ersten Mann, durch den sie ihren bis heute unvergessenen Namen erhielt: Archibald Christie, einen Flieger der königlichen Luftwaffe, mit welchem sie auch ihre Tochter Rosalind bekam.

In der Zeit während des 1. Weltkrieges dann entstanden schließlich Agatha Christies erste Detektivgeschichten. Ihrer Schwester haben wir wahrscheinlich diesbezüglich eine ganze Menge zu verdanken, denn sie wettete mit Agatha, dass sie es nicht schaffen würde eine gute Detektivgeschichte zu verfassen. Also arbeitete sie zunächst einen Plot aus- nicht zuletzt, um auch der Eintönigkeit ihres Jobs zu entfliehen, den sie zu dieser Zeit in einem Krankenhaus, später dann in einer Apotheke ausübte. Hier sammelte sie im Übrigen ihr Wissen über Gifte zusammen, was uns bekanntermaßen in vielen ihrer Werke begegnet. Ihre Darstellungen diesbezüglich waren wohl so gut, dass sie sogar Erwähnung in einer pharmazeutischen Zeitschrift fand. Vorsicht also vor gut informierten Schriftstellern 😉

Die Tatsache, dass es zur Zeit des ersten Weltkrieges in England viele belgische Flüchtlinge gab, ließ schließlich eine Figur entstehen, die den eben erwähnten Plot ihrer Detektivgeschichte mit Leben füllte und uns allen mehr als gut bekannt ist: Hercule Poirot. Weitere Romane mit ebenfalls bekannten Spürnasen wie z.B. Tommy und Tuppence sowie Miss Marple ließen dann nicht lange auf sich warten.

Nachdem ihre erste Ehe 1928 geschieden wurde und ihr Leben durch schwierige Phasen geprägt war, nahm sich Agatha Christie eine Auszeit: Sie fuhr mit den Orient-Express nach Bagdad (hier schließt sich der Kreis 😉 ), was ihr privates wie schriftstellerisches Leben stark veränderte und prägte. Nicht nur, dass sie ihren 2. Ehemann, Max Mallowan, kennenlernte; sie erhielt auch unglaublich viel Inspiration für weitere Geschichten…

Hercule Poirot war zwar übrigens eine ihrer sichersten Einnahmequellen, Christies Verhältnis zu ihrer eigens erschaffenen Romanfigur war jedoch wohl nicht immer das Beste. Bereits während des 2. Weltkrieges schrieb sie Poirots letzten Fall, in welchem der Detektiv während seiner Ermittlungen stirbt. Diesen bewahrte sie jedoch über 30 Jahre in ihrem Safe auf, um ihn dann erst kurz vor ihrem eigenen Tod zu veröffentlichen. Viele Fans weigern sich anscheinend standhaft, diesen letzten Fall Poirots zu lesen 😉

Agatha Christie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren und hinterlässt uns eine unglaubliche Vielzahl an Werken, die die Literaturlandschaft nachhaltig prägten.

Ihr seht schon, man könnte noch soviel schreiben… wer mehr über die Queen of crime erfahren möchte, der greift am Besten zu ihrer Autobiographie 🙂 Auch ich werde das sicherlich bald machen!

Kommen wir nun zu unserem Gewinnspiel 🙂

Ihr könnt heute ein E-Book von „Erkül Bwaroo und der Mord im Onyx-Express“ von Ruth M. Fuchs bei mir gewinnen. Sämtliche Teilnehmer des Gewinnspiels auf meiner Seite werden dann für die Verlosung der Printausgabe am 06.03.2016 an Ruth M. Fuchs weitergeleitet, so dass ihr dort erneut eine Chance auf einen Gewinn habt. Lest die Teilnahmebedingungen gut durch, und beantwortet im Anschluss die Frage über die Kommentarfunktion. Eure Kommentare müssen erst von mir freigeschaltet werden- also etwas Geduld 😉

Teilnahmebedingungen:

Ihr seid über 18 Jahre alt
✩ Nach Ablauf des Gewinnspiels senden wir euch im Falle des Gewinns eine Email zu. Hierfür müsst ihr eure E-Mail-Adresse im Kommentar selbst hinterlassen. Damit ihr keine Spam-Mails erhaltet, ersetzt ihr bei der Angabe eurer Mailadresse am Besten das @ durch (ät) !
✩ Wir übernehmen keine Haftung und es gibt keinen Ersatz, falls das Paket verloren geht.
✩ Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.
✩ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
✩ Das E-Book könnt ihr bei mir nur heute, am 04.03.2016, gewinnen. Die Verlosung der Printausgabe findet am 06.03.2016 statt. Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt schnellstmöglich.

Und hier nun die zu beantwortende Frage:

Welches Werk von Agatha Christie ist euer liebstes?

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Quellenangaben:

✩ Foto: Angus Mc Bean (National Portrait Gallery, London)
http://www.agathachristie.com
✩ https://de.wikipedia.org/wiki/Agatha_Christie

Buchverkostung am 25.06.2015

Vorletzte Woche gab es in der Buchhandlung Langen in Langenfeld erneut eine Buchverkostung, bei der wieder viele verschiedene Leckerbissen vorgestellt wurden. Wer also für die kommenden Sommerwochen noch auf der Suche nach passender Lektüre ist- vielleicht ist ja was für euch dabei 🙂

01) „Mit Rosen bedacht“ von Jennifer Benkau (gebunden: 14,99 € / Hörbuch: 16,99 €)

> Wandas Verlobter Karim fällt wenige Tage vor der Hochzeit durch einen schweren Unfall ins Koma. Als Wanda nun mit der Erledigung von Karims Angelegenheiten beschäftigt ist, stößt sie auf immer größere Ungereimtheiten in seinem Leben… ! – Ein Krimi, der wohl durchaus auch für Leser geeignet ist, die diesem Genre sonst nicht so zugetan sind! Klingt gut!

02) „Die stille Kammer“ von Jenny Blackhurst (9,99 €)

> Susan hat nach der Geburt ihres Sohnes Depressionen- und dann wird ihr Sohn tot aufgefunden. Nachdem sie Jahre später aus der Klinik entlassen wird und unter anderem Namen weiterlebt, erhält sie Post, die darauf schließen lässt, dass ihr Sohn anscheinend doch noch lebt. Ist das möglich? – Ein psychologischer Krimi, der (wie ich finde) ebenfalls sehr spannend klingt…

03) „Shotgun Lovesongs“ von Nickolas Butler (9,99 €)

> Eine Geschichte über 5 Freunde, die zwar mittlerweile nicht mehr in der selben Kleinstadt leben, jedoch immer noch durch diese verbunden sind. – Was für den Sommer 🙂

04) „Einfach unvergesslich“ von Rowan Coleman (14,99 €)

> Eine junge Frau erkrankt an Alzheimer und beginnt damit, die Erinnerungen der letzten Jahre aufzuschreiben. – Dieses Buch ist mit letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse in die Hände gefallen, weil mir das Cover ins Auge fiel. Auch hier muss ich sagen: Spricht mich durchaus an!

05) „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ von Luca Di Fulvio (9,99 €)

> Marcus, der Sohn des Landesfürsten, sieht mit an wie seine Familie bei einem schrecklichen Massaker hingerichtet wird. Unter neuem Namen lebt er fortan in einer der Dorffamilien. Doch Marcus spürt, dass sein Schicksal ein anderes ist und er dem neuen, grausamen Fürsten entgegentreten muss. – Für alle Freunde historischer Romane

06) „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano (14,99 €)

> Von ihrem Umzug nach Sizilien verspricht sich Tante Poldi einen ruhigen Lebensabend- doch da hat sie die Familie ihres verstorbenen Mannes nicht mit eingeplant. Von Ruhe ist also keine Spur- und dann wird auch noch Valentino tot aufgefunden; ein junger Mann, der ihr in Haus und Garten ausgeholfen hat. Es gilt also, einen Mord aufzuklären. – Ein Sommerkrimi

07) „Madame Picasso“ von Anne Girard (12,99 €)

> Paris 1911. Eine hochromantische Liebesgeschichte mit Picasso in einer der Hauptrollen.

08) „Über uns der Himmel“ von Kristin Harmel (9,99 €)

> 13 Jahre nachdem Kate ihren Mann bei dem Anschlag auf das World Trade Center verloren hat, erhält sie von ihrem neuen Verlobten einen Heiratsantrag und scheint offen für ein neues Glück. Doch dann hat sie einen Traum, der sie dazu bringt, die Vergangenheit festzuhalten… – Was für’s Herz 🙂 Und: Nicht vom Cover abschrecken lassen!

09) „Sehr geehrter Herr M.“ von Herman Koch (19,99 €)

> Herr M. ist ein Autor, der seine besten Jahre hinter sich hat. Eines Tages erhält er Post, die sich auf einen Fall, aus dem er vor Jahren einen Thriller gemacht hat, bezieht…

10) „Letzte Nacht“ von Catherine McKenzie (12,99 €)

> Diese Geschichte handelt von 3 Personen und wird auch von diesen erzählt. Ein ehrlich geschriebenes Buch über das, was Ehe und Beziehungen ausmacht. – Laut der Buchhändlerin „ohne Kitsch“

11) „Honigtot“ von Hanni Münzer (9,99 €)

> Auf der Suche nach ihrer Mutter stößt Felicity auf ein dunkles Familiengeheimnis. – Wird auf mehreren Zeitebenen erzählt.

12) „Nur einen Horizont entfernt“ von Lori Nelson Spielman (14,99 € / Hörbuch: 19,95 €)

> Vor einiger Zeit erhielt Hannah Farr einen Brief von einer früheren Schulkameradin, von der sie schikaniert wurde. Die Frau bat um Vergebung und hatte ihrem Schreiben zwei Steine beigelegt. Den Einen sollte Hannah ihr als Zeichen der Vergebung zurücksenden, den Anderen wiederum soll sie jemandem schicken, den sie selbst um Vergebung bitten möchte. Nun, Jahre später, muss sich Hannah erneut mit diesen Steinen, die sie bislang ignoriert hatte, auseinandersetzen und ahnt noch nicht, was dadurch alles in ihrem Leben durcheinandergerät… – Ein sehr schönes Sommerbuch, was ich selbst grade lese 🙂 Ach ja, und ich habe übrigens noch ein zweites, ebenfalls signiertes Exemplar hier liegen…

13) „Das grüne Rollo“ von Heinrich Steinfest (19,99 €)

> Jede Nacht um exakt 23:02 Uhr manifestiert sich in Theos Zimmer ein grünes Rollo, hinter dem sich, und da ist Theo sich sicher, eine andere Welt verbirgt… – Eine sehr skurrile Geschichte, bei der man dringend bis zum Ende durchhalten muss.

14) „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ von Gabrielle Zevin (12,99 €)

> Der eigenwillige Buchhändler A.J. erlebt eines Morgens eine Überraschung: In seiner Buchhandlung sitzt ein kleines, 2-jähriges, verwaistes Mädchen. Widerwillig kümmert er sich um Maya, die sein Leben fortan ganz schön auf den Kopf stellt. – Das Buch hat sich meine Freundin gekauft, und ich bin schon gespannt, was sie berichtet 🙂

So- das waren sie, die vorgestellten Bücher der Buchverkostung! Da ist doch sicher für jeden was dabei, oder?

Rezension: „Das zweite Leben des Herrn Roos“ von Hakan Nesser (gelesen von Dietmar Bär)

Vor einigen Wochen gab es bei einer großen Supermarktkette Hörbücher im Angebot. Als ich in eben diesem Laden mit meinem alltäglichen Einkauf beschäftigt war, fiel mir das Hörbuch mit dem Titel „Das zweite Leben des Herrn Roos“ ins Auge und ich musste lachen. „Roos“ ist nämlich mein Mädchenname und so hatte ich einen perfekten Grund, dieses Hörbuch einfach mal einzupacken- ohne zu wissen, dass mich eine wirklich gute Geschichte erwartet 🙂

Im Leben des 59-jährigen Ante Valdemar Roos` herrscht gähnende Langeweile. Seine Ehe, sein Job- alles dümpelt grau in grau vor sich hin. Als er eines Tages unverhofft in der Lotterie gewinnt, nutzt er seine Chance und schafft sich eine Insel, um Ruhe und Zeit für sich zu haben. Hinter dem Rücken seiner Ehefrau, die nichts von dem Gewinn ahnt, kündigt er seinen Job und kauft sich ein kleines, abgelegenes Häuschen, in das er sich bald tagtäglich zurückzieht. Etwa zur gleichen Zeit entflieht die junge Anna aus einem Heim für Drogenabhängige, da sie sich hier unwohl und missverstanden fühlt. Als sie das Haus im Wald entdeckt, will sie sich dort eigentlich nur kurz und unbemerkt erholen- nach einiger Zeit entwickelt sich jedoch zwischen Ante Valdemar Roos und Anna eine Art Freundschaft. Doch plötzlich sind Valdemar und Anna wie vom Erdboden verschluckt und Inspektor Barbarotti hat einen Mordfall zu klären… was ist geschehen?

Ich muss sagen, dass mich diese Geschichte wirklich sehr begeistert hat. Wer hier allerdings einen klassischen Krimi oder Thriller erwartet, der ist auf dem Holzweg 😉 Gut die Hälfte des (Hör-) Buchs beschäftigt sich zunächst mit dem Leben Ante Valdemar Roos` und lässt uns in seinen schnöden Alltag eintauchen und seinen Charakter verstehen lernen. Auch Anna und schließlich die Freundschaft der beiden nimmt einen wichtigen und großen Teil ein. Erst, wenn man sich so richtig an die beiden gewöhnt hat und ihr zugegebenermaßen merkwürdiges, aber irgendwie auch verständliches Arrangement immer sympathischer wird, geschieht etwas schreckliches. Was genau, erfahren wir zunächst auch nicht- denn nun kommt Inspektor Barbarotti ins Spiel, der sich gemeinsam mit seiner Kollegin auf die Spurensuche macht. Die Floskel „Es ist nicht so wie es aussieht“ ist für dieses Buch mehr als passend- denn während des Hörens habe ich während Barbarottis Ermittlungen so oft gehofft, dass die Polizeibeamten doch bitte noch eine andere Lösung als die zunächst offensichtlich erscheinende ins Auge fassen mögen! Unweigerlich fiebert man mit und ist gespannt, wie sich die Geschichte am Ende entwickeln wird- ich für meinen Teil musste im Anschluss an das Hörbuch erst mal über all die Verläufe nachdenken. Wer sich also mal einen Krimi zu Gemüte führen möchte, der viel Wert auf Charaktere legt und nicht unbedingt nach dem gewohnten Schema aufgebaut ist, der darf hier zugreifen! Auch als Hörbuch kann ich Nessers Werk nur weiterempfehlen, da Dietmar Bär hier wirklich gute Arbeit geleistet hat und die Atmosphäre der Geschichte mit seiner Stimme ausgezeichnet unterstützt. Das wird sicherlich nicht das letzte Buch von Hakan Nesser sein, das ich in den Händen hatte 😉

Bewertung: 4-5 Eulen

Auf einen Blick:

„Das zweite Leben des Herrn Roos“ von Hakan Nesser (gelesen von Dietmar Bär)

Verlag: Random House Audio

Gesamtspielzeit: ca. 420 Minuten auf 6 CDs (gekürzte Lesung)

ISBN-10: 3442742439

ISBN-13: 978-3442742431

Preis: 12,99 € (Audio) / 9,99 € (Taschenbuch) / 8,99 € (Kindle)

Leseeindruck: „Die Lebenden und die Toten“ von Nele Neuhaus

Es ist soweit! Alle Nele Neuhaus- Fans dürfen sich freuen, denn am 10. Oktober erscheint der neue Teil rund um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff! Soeben habe ich auf www.vorablesen.de eine Leseprobe verschlungen und einen Leseeindruck verfasst, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte 🙂 Drückt mir die Daumen, dass ich ein Exemplar gewinne!!!

Und hier mein Leseeindruck:

Endlich gibt es eine Fortsetzung, in der das beliebte Ermittlerduo Bodenstein und Kirchhoff wieder im Einsatz ist.
Eines Morgens wird eine ältere Dame, die sich auf einem Spaziergang mit ihrem Hund befindet, von einem Schützen aus einiger Entfernung heraus erschossen. Ein Radfahrer sieht den Zusammenbruch der Frau und benachrichtigt umgehend die Polizei. Da das K11 aufgrund einer Krankheits- und Urlaubswelle unterbesetzt ist, bittet Oliver von Bodenstein seine Kollegin Pia Kirchhoff einzuspringen. Trotz offiziellem Urlaub und bevorstehender Kreuzfahrt fährt Pia also zum Tatort und macht sich ein Bild von der dortigen Situation. Nach einigen Erkundungen in der Nachbarschaft stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die Besitzerin eines Blumenladens handelt- doch warum musste die Frau sterben? Mit dieser Frage wird sich Oliver von Bodenstein in den nächsten Tagen ausgiebig und vor allen Dingen alleine beschäftigen müssen- denn seine sehr geschätzte Kollegin verabschiedet sich in den geplanten Urlaub. Doch Pia scheint den neuen Mordfall nicht so einfach aus dem Kopf bekommen zu können…

Bereits mit den ersten Sätze der Leseprobe taucht man in die bereits bekannte und vertraute Welt des Ermittlerduos ein und möchte am Liebsten gleich das ganze Buch zur Hand haben, um weiterlesen zu können. Mit Leichtigkeit schafft es Nele Neuhaus ein weiteres Mal, bereits auf den ersten Seiten eine solide Grundspannung zu erzeugen, die auch dieses Buch sicherlich zu einem richtigen Schmöker macht. Auch das Privatleben Kirchhoffs und Bodensteins wird natürlich weitererzählt, so dass man sich auch hier auf neue Entwicklungen aus dem Taunus freuen darf! Schade, dass die Leseprobe nach 31 Seiten schon zu Ende ist… 🙂

Rezension: „Moin- Ein Fastostsee-Küstenroman“ von Richard Fasten

Dieses Buch habe ich in der vergangenen Woche als Rezensionsexemplar von http://www.vorablesen.de erhalten!

Der Polizist Boris Kröger lebt und arbeitet in Altwarp, einer Provinz an der Haffküste, die dörflicher nicht sein könnte. Die meisten Einwohner kennen sich schon ihr Leben lang und bestehen ausschließlich aus sehr überspitzten Persönlichkeiten: Da ist z.B. Tarek, der Fischer mit ostanatolischen Wurzeln und Krögers bester Kumpel, Oma Machentut, deren grammatische Kompetenzen mehr als gewöhnungsbedürftig sein tun (!), der Bürgermeister, welcher nicht selten mümmelnd im Pfefferminzbeet zu finden ist, und, und, und. Um dem Ganzen dann noch einen Kontrast zu bieten, gesellt sich schließlich die Krimiautorin Dora Pan in die Runde und möchte Kröger zu Recherchezwecken für ihren nächsten Krimi über die Schulter schauen. Der Mord, der dann in dem beschaulichen Dörfchen geschieht, bringt die Provinzler gehörig ins Schwitzen- und außerdem wird schnell klar: Hier herrschen ganz eigene Gesetze, die mit „normaler“ Polizeiarbeit nicht viel zu tun haben. Als kurz darauf noch eine zweite Leiche auftaucht, versucht Kröger Licht in die Angelegenheit zu bringen und hat schon bald die ersten Verdächtigen im Visier…

Das Buch „Moin“ lässt sich aufgrund des lockeren Schreibstils sehr gut und flüssig lesen. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich zunächst den Charakter Krögers, da er mir von Grund auf sehr übellaunig und eher etwas mürrisch vorkam. Im Verlauf des Buches hat sich das etwas gebessert, weil ich mir dachte, dass seine Art vielleicht einfach eine Eigenheit des nordischen Humors ist (die mir als rheinische Frohnatur wohl einfach fremd ist 😉 )  – und zwischendurch kann er auch ganz lustig sein, dieser spezielle Humor. Die stark überzeichneten Charaktere, die im Buch zu Hauf vorkommen, waren mir im Ganzen allerdings etwas zuviel, da es irgendwie niemanden gab, den ich einfach als „normal“ einstufen konnte. Die Geschichte an sich lebt aber einfach durch diese verrückten Dorfbewohner, die in ihren provinziellen Strukturen gefangen sind, sich aber auch in den meisten Fällen genauso wohl fühlen. Die Mordfälle, die in Altwarp verübt werden, stehen dadurch allerdings eher am Rande des Ganzen, was ich persönlich schade finde, da so auch die Ermittlungsarbeit nicht den Stellenwert im Buch erlangt, die sie haben könnte. Die Auflösung des Falles dagegen ist wiederum gut gelöst, weil sie wirklich überraschend ist und nochmal in einer völlig andere Richtung als erwartet geht.

Was mich übrigens „stört“ , ist eine Kleinigkeit auf dem Cover- und das gibt es bei mir wirklich nicht so oft. Auf dem Cover ist ein Bullauge, durch das man aufs Meer sieht. Im Wasser schwimmt ein Rettungsring mit einem Mops drin… nachdem ich das Buch nun gelesen habe, frage ich mich: Was möchte uns dieser Mops sagen? Das passt überhaupt nicht zur Geschichte und hätte wirklich etwas passender gestaltet werden können.

Im Großen und Ganzen ist „Moin“ also ein nettes Buch für Zwischendurch. Falls Boris Kröger die Möglichkeit erhält noch einmal zu ermitteln, würde ich mir etwas wohldosierteres Dorfklischee und mehr Krimi wünschen!

Bewertung: 3 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Moin- Ein Fastostsee- Küstenroman“ von Richard Fasten

Verlag: Ullstein

ISBN-10: 3548285694

ISBN-13: 978-3548285696

Seiten: 320

Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 8,99 € (Kindle- Version)

Rezension: Paul Temple Hörspiele von Francis Durbridge

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Heute habe ich mal in meine Hörspiel- und Hörbuchschublade gegriffen, um euch eine meiner liebsten Hörspielreihen vorzustellen: „Paul Temple“ von Francis Durbridge.

Nachdem diese Reihe zunächst zwischen 1938 und 1968 über die englische BBC produziert und gesendet wurde, gab es dann in den 50er und 60er Jahren auch einige Fälle, die vom NWDR Köln auf deutsch eingespielt wurden und eine große Fangemeinde nach sich zogen. Paul Temple ist ein britischer Kriminalschriftsteller, der immer wieder in dubiose Kriminalfälle verwickelt wird und diese dann gemeinsam mit seiner Frau Steve und Scotland Yard löst. Dabei kommen ihm sein kriminalistisches Verständnis, seine Kombinationsgabe und nicht selten auch die weibliche Intuition seiner Frau zu Gute. Die einzelnen Geschichten sind meist sehr verworren und hanebüchen, so dass man als Hörer wirklich zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch einer Chance hat, sich selber Gedanken über die Auflösung zu machen. Diese Hörspiele funktionieren nach dem Motto: Hören und Spaß haben:-) Denn auch, wenn das eigene Gespür hier nicht gefragt ist, so ist der Sucht- und Kultfaktor sehr hoch. Mit subtilem Humor, witzigen Dialogen und immer wiederkehrenden Phrasen (Bei Morpheus!!!) spielt sich Paul Temple in das Herz seiner Hörer und macht Lust auf mehr. Und am Ende gibt es oft die berühmte Cocktailparty, auf der der Übeltäter dann gestellt wird. Die großartigen Musikeinspieler von Hans Jönsson, die einzelne Szenen voneinander trennen, sorgen zusätzlich dafür, dass man sich gedanklich in die 50er Jahre begibt und die Kulisse vor dem inneren Auge entstehen lassen kann. Falls man dazu neigt, die Hörspiele abends im Bett zu hören, sollte man wissen, dass die Musikstücke sehr laut und die Sprechparts im Verhältnis sehr leise aufgenommen wurden. Wenn man die Lautstärke also hoch dreht, um alles gut verstehen zu können, verhindert man gleichzeitig, dass man durch zu frühes Einschlafen viel verpasst, weil man spätestens beim nächsten Zwischenspiel wieder senkrecht im Bett sitzt. Aber auch das gehört irgendwie dazu;-)

Maßgeblich am Erfolg beteiligt sind natürlich auch die Sprecher. Mein persönliches Dreamteam sind René Deltgen als Paul Temple und Annemarie Cordes als Steve. Die Stimme von Paul Temple wird lediglich im letzten Hörspiel (Der Fall Alex) einmalig ausgetauscht, was wirklich ungewohnt und schon etwas komisch ist- der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.  Annemarie Cordes spricht in 8 Fällen die Steve, vier Fälle wurden mit jeweils wechselnden Sprecherinnen aufgenommen. Auch Herbert Hennies, der oft Temples Diener Charlie spricht, finde ich zum Schießen.

Wer also gerne einmal in die britische Krimi-Welt der 50er Jahre eintauchen möchte, der ist mit diesen Hörspielen, die meist auf 3 bis 5 Cds verteilt sind, wirklich gut bedient.

Interessierte finden z.B. hier einige Anregungen:

http://www.amazon.de/Die-gro%C3%9Fe-Paul-Temple-Box/dp/3898138364/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1371382343&sr=8-3&keywords=paul+temple+h%C3%B6rspiele

http://www.amazon.de/Paul-Temple-Kult-Kiste-Lawrence/dp/3867173621/ref=sr_1_29?ie=UTF8&qid=1371382418&sr=8-29&keywords=paul+temple+box

http://www.amazon.de/Paul-Temple-Lawrence-Francis-Durbridge/dp/3867176213/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1371382465&sr=8-15&keywords=paul+temple+h%C3%B6rspiele

Viel Spaß beim Stöbern!