Ars vivendi – September 2018

Ars vivendi

oder: Die Motzmuffel-Intervention

Yvonne Wolf 29/09/2018

Und da haben wir es wieder: Ein Thema, was mir seit Wochen hinterherläuft, sich mit unfassbarer Vehemenz in mein Leben drängelt und endlich beachtet und aufgeschrieben werden will. Na gut, dann soll es so sein 😉 Worum es geht? Um die Tatsache, dass ich mir bewusst erlaube, meinen Hang zum Perfektionismus/ Struktur- und Ordnungswahnsinn – man nenne es, wie man will – herunterzuschrauben und stattdessen durch das Motto „unperfekt ist auch schön“ zu ersetzen 😉

Schon seit einigen Wochen oder vielleicht auch Monaten stelle ich fest, dass es aktuell schwierig für mich ist, meine selbst aufgestellten Ansprüche an mich konsequent zu erfüllen. Diese Ansprüche beschränken sich selbstverständlich nicht auf einen Lebensbereich, nein, es gibt für jeden Lebensbereich eigene Ansprüche. Keine Niedrigen in den meisten Fällen; man kennt das ja.

Und dann musste ich irgendwann bemerken: So geht das nicht. Die Laune sank, die Unzufriedenheit stieg, ich mutierte anscheinend zum Motzmuffel. Ich mag keine Motzmuffel- und schon gar nicht, selbst einer zu sein. Denn eigentlich bin ich ein positiver Mensch, der zwar auch mit den Schwankungen, die das Leben nunmal so mit sich bringt, klarkommen muss, aber am Ende doch immer das Oberwasser behält und optimistisch bleibt. Eine Intervention mit dem Titel „Kampf dem Motzmuffel“ musste also her.

Falls ihr auch schon mit diesem kleinen Monster Kontakt hattet, empfehle ich euch, dass ihr euch zunächst überlegt, welche Lebensbereiche es grob bei euch gibt und welche Ansprüche ihr an sie habt. Wenn ihr das habt, dann kommt der Teil, in dem ihr nach Potential für ein wenig „Unperfekt-sein“ suchen dürft. Und dann heißt es: einfach machen, bzw. ihr werdet vielleicht festsstellen, dass es eigentlich an vielen Stellen eher ein „Einfach-nicht-machen“ ist, was für ein hohes Maß an Entspannung sorgt 😉

Ich kann euch ja mal ein paar meiner Veränderungen aufschreiben- möglicherweise lässt sich da was für euch adaptieren.

Ich habe mich von der Idee verabschiedet, zu Hause alles selber machen zu müssen. Ich verlasse z.B. das Haus, ohne vorher die Spülmaschine ausgeräumt oder die größten Chaosherde beseitigt zu haben. (Verrückterweise ist die Spülmaschine dann meistens ausgeräumt, wenn ich zurückkomme)

Ich hasse es zu bügeln und habe eh schon immer nur das Nötigste gebügelt. Nun kommt es vor, dass ich es einfach ganz sein lasse und der Schwerkraft im Kleiderschrank die Arbeit überlasse- klappt wunderbar 😉 (Ja, ich bin mir bewusst, dass ich ab sofort auf knittrige Kleidung angesprochen werde- wen es glücklich macht… 😉

Ich erlaube mir, Ars vivendi unregelmäßiger zu schreiben. Vielleicht mal Mitte des Monats oder eben dann, wenn ich Lust und Zeit habe. Möglicherweise auch mal einen Monat gar nicht.

Mein Buchblog macht weitgehend Pause.

Es gibt noch viele andere Veränderungen aus anderen Lebensbereichen, die aber jetzt nicht alle hier Platz finden sollen. Es sind allesamt Dinge, die mir meinen Alltag erleichtern oder mein Denken wieder in eine andere, entspanntere Richtung lenken.

Lustig fand ich übrigens, als genau dieses Thema auch in einem Gesangsworkshop aufkam, an dem ich vor Kurzem teilgenommen habe, und es nur in mir schrie: Jahaaaaaa, ich habe es doch verstanden. Unperfekt ist schön und oftmals absolut notwendig, damit wir nicht wahnsinnig werden. Aber es ist eben auch so schwer, sich das zu erlauben. Aber wie so oft heißt es auch hier wieder: Der Weg ist das Ziel.

In diesem Sinne: Vielleicht bis nächsten Monat 😉

Bis bald, Yvonne

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