Rezension: „Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

Hallo meine lieben Leseratten da draußen 😉 Vor einigen Wochen habe ich mich dafür beworben, dass neue Buch Jessica Kochs mit dem Titel „Die Endlichkeit des Augenblicks“ lesen zu dürfen. Nachdem ich im vergangenen Jahr so begeistert von ihrer autobiographischen Geschichte „Dem Horizont so nah“ (zur Rezension geht es HIER) war, wollte ich gerne wissen, ob mich auch ein Buch von ihr ohne persönlichen Bezug in den Bann ziehen kann! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar!

Eine Dummheit vor 7 Jahren veränderte das Leben Bastis und Joshs für immer. Es war ein Unfall, der bis heute seine Spuren bei den beiden jungen Männern hinterlässt. Basti ist querschnittsgelähmt, hat sich jedoch mit seinem Schicksal arrangiert, ist fröhlich, positiv und offen. Josh dagegen plagt sich mit Schuldgefühlen, kämpft mit Depressionen und den Dämonen seiner Vergangenheit- mehr als einmal hat er versucht, sein Leben zu beenden. Doch in all seinem Leid ist er immer für seinen besten Freund da und passt auf ihn auf. An einem sonnigen Tag winkt Basti ein Mädchen im Biergarten an seinen Tisch- denn vom ersten Moment an fühlt er sich zu ihr hingezogen. Josh ist nicht begeistert, denn was will ein hübsches Mädchen mit einem Kerl, der nicht laufen kann? Doch Sam scheint anders als viele Mädchen zu sein- sie fühlt sich ebenfalls zu Basti hingezogen und versteht schnell, dass es nicht genügt, sich „nur“ mit Bastis Schicksal zu arrangieren; auch zu Josh muss sie vordringen und ihm zeigen, dass er wertvoll ist. Tatsächlich vollzieht sich langsam eine Wandlung in ihm und er findet einen neuen Sinn in seinem Leben. Doch darin hat Basti leider keinen Platz mehr…

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen. Anfangs habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden, da ich mich zunächst etwas daran gestört habe, dass wir in den Sam-Kapiteln einen Ich-Erzähler haben, in den Josh- und Basti-Kapiteln dagegen „nur“ einen personalen Erzähler. Aber nach einer Weile hatte ich mich daran gewöhnt und alles war gut 😉 Rückblickend betrachtet macht es auch Sinn, es so zu machen, aber ich würde zuviel verraten, wenn ich mehr dazu sagen würde. Da hilft also nur selber lesen! Ansonsten finde ich die Charaktere und den Plot gut angelegt und durchdacht. Man erhält schnell einen guten Einblick in die Gefühlswelt der drei Hauptpersonen und steckt schon bald gemeinsam mit ihnen in einer tragischen Geschichte, die sich rund um die Themen Schuld, Lebensfreude, Schicksal, Hoffnung, Liebe und Freundschaft dreht, und die auf jeden Fall auf mehreren Ebenen zum Nachdenken anregt. Einzig der Wandel, den Josh im Verlaufe des Buches durchläuft, erscheint mir persönlich etwas zu „rasant“ – denn jemand, der jahrelang unter starken Depressionen mit Selbstmordabsicht leidet und zudem noch das ein oder andere Kindheitstrauma mit sich herumträgt, wird sich meiner Meinung nach nicht nach wenigen Wochen oder Monaten in einen gänzlich anderen Menschen verwandeln. Aber da hat sich beim Lesen vielleicht zu sehr mein Kopf eingeschaltet- denn ich sage ja selbst immer wieder: Bücher können sowas, Bücher dürfen sowas 😉

Für wen ist das Buch empfehlenswert? Wahrscheinlich für alle Fans von Jessicas Danny-Trilogie und all solche, die Lust auf eine Mischung aus Tragik, Liebe und Schicksal haben. Aufgrund des auch immer wieder etwas düsteren Touchs ist es für mich nicht DAS typische Sommerbuch,welches ich gerne im Urlaub am Strand lesen würde- wenn ich eine Jahreszeit zuordnen müsste, würde ich wohl eher den Herbst nehmen 😉 Aber die Geschmäcker sind verschieden und ihr dürft gerne selber entscheiden, wo dieses Buch gelesen werden soll!

Bewertung: 4 von 5 Eulen

 

Auf einen Blick:

„Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

Verlag: FeuerWerke Verlag

Seiten: 284

ISBN-10: 394536227X

ISBN-13: 978-3945362273

Preis: 12,99 € (Taschenbuch) / 3,49 € (Reader)

 

 

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Rezension: „Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch

Vor einigen Wochen war es mal wieder soweit- eine nette Email mit einer Rezensionsanfrage landete in meinem Postfach. Es ginge um eine tiefsinnige, autobiographische Liebesgeschichte, die die Autorin Jessica Koch sich von der Seele geschrieben habe, um das vor Jahren Erlebte zu verarbeiten. Ich war gespannt und ehrlicherweise vielleicht auch ein bisschen skeptisch- denn was kann das wohl für eine Geschichte sein, die das Leben selbst geschrieben hat und von Jessica Koch nun in Romanform gebracht wurde? Mit Vielem habe ich gerechnet, aber nicht damit, dass ich soeben eines der wundervollsten Bücher überhaupt in den Händen halte. Eines, das sicherlich einige Spuren in mir und jedem, der es liest, hinterlassen wird…

Als Jessica eines abends mit ihrer Freundin loszieht, ahnt sie noch nicht, dass dieser Abend ihr Leben grundlegend verändern wird. Sie lernt Danny, einen Deutsch-Amerikaner, kennen, der sich mit seinen Freunden einen Spaß daraus macht, Telefonnummern zu sammeln. Jessicas Nummer bekommt er nicht so einfach wie gewohnt, denn sie scheint, anders als die anderen Vertreterinnen ihres Geschlechts, nicht sofort und hoffnungslos seiner Charmeoffensive erlegen zu sein; doch so ganz kann sie sich ihm doch nicht entziehen. Warum aber warnt Danny sie plötzlich vor sich und legt ihr nahe, sich von ihm fernzuhalten? Was kann schon so schlimm sein, dass ein Zusammensein mit ihm zum Scheitern verurteilt sein soll? Jessica trifft ihre Entscheidung und begibt sich gemeinsam mit Danny auf einen schicksalhaften Weg, dessen Verlauf man nicht auch nur im Ansatz erahnen kann…

Es kommt selten vor, dass mir die Worte fehlen- aber dieses Buch hat es geschafft. Ich konnte es in den letzten Tagen kaum aus den Händen legen, habe es verschlungen und wurde dabei von den unterschiedlichsten Emotionen begleitet. Liebe, Freude, Wut, Hass, Trauer… diese Geschichte ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die einen alles andere als kalt lässt. Die Tatsache, dass es sich um eine autobiographische Geschichte handelt, lies mich das Ganze noch intensiver erleben, so dass ich am Ende mit Tränen in den Augen und einem dicken Kloß im Hals auf meinem Sofa saß und mich gefragt habe, wieviel Schicksal ein einzelnes Leben zu tragen im Stande ist, und warum die Verteilung oftmals einfach so himmelschreiend und unfassbar unfair ist. Näher auf den Inhalt eingehen werde ich an dieser Stelle nicht, denn man muss „Dem Horizont so nah“ lesen, ohne zu wissen, wo es hinführt. Nur so wird es seine Wirkung entfalten- und ihr könnt mir glauben, die hat es auf jeden Fall. Es ist eine Geschichte über Hoffnung, Mut, das Schicksal, Liebe, Trauer und Angst. Doch die beste Geschichte ist nichts wert, wenn sie nicht jemanden hat, der die richtigen Worte findet, um sie niederzuschreiben- und das hat Jessica Koch mit Bravour geschafft. Sie lässt uns teilhaben an einem Stück ihres Lebens, das prägender nicht hätte sein können und ist dabei offen und ehrlich. Wie schafft man es, dass ein Schicksal unvergessen bleibt? Richtig- man schreibt es auf. Jetzt muss es bloß noch seine Kreise ziehen und von euch da draußen gelesen werden! Ein absoluter und unbedingter Lesetipp!

So, ich hoffe, ich habe euch nun so neugierig gemacht, dass ihr sofort in die nächste Buchhandlung spaziert oder euch das Buch auf euren Reader holt. Wenn ich könnte, würde ich allen Menschen in meinem Umfeld befehlen, dieses Buch zu lesen 😉

Bewertung: 5 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Dem Horizont so nah“ von Jessica Koch

Verlag: FeuerWerkeVerlag (15.März 2016)

Seiten: 440

ISBN-10: 3945362199

ISBN-13: 978-3945362198

Preis: 14,99 € (Broschiert) / Kindleversion aktuell 0,99 € , bald 4,99 €