Ars vivendi- Juli 2017

Ars vivendi

oder: Ordnung ist das halbe Leben

Yvonne Wolf 31/07/2017

Ein Sprichwort, welches ihr sicherlich kennt, oder? Also in meinem Fall trifft es zumindest den Nagel auf den Kopf, denn ein gewisses Maß an Ordnung – mal mehr, mal weniger, meistens aber mehr – hat in meinem Leben schon immer eine tragende Rolle gespielt…

Es ist nämlich so: Herrscht in meinem Inneren Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie- ein Zustand, den ich sehr liebe – dann kann um mich herum das Chaos regieren, ohne dass es mich im Geringsten stört. Mein inneres Gleichgewicht ist dann so stark, dass ich alles andere ohne Probleme kompensieren kann. Verschiebt sich das Ganze dagegen, und mein eigenes Gleichgewicht gerät ins Wanken oder ist, aus welchen Gründen auch immer, gar aus den Fugen geraten, benötige ich um mich herum sehr viel Klarheit, Struktur und Ordnung. Finde ich diese nicht vor, kann ich das natürlich zu einem gewissem Grad aushalten, weiß aber sehr genau, dass sich bald etwas tun sollte- in meinem Inneren, oder wenn das akut nicht möglich ist, um mich herum. Was ich dann mache? Aufräumen und ausmisten. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern richtig 😉

Akut ist mal wieder so eine Phase. Es ist einiges im Umbruch; auf mich kommt auf mehreren Ebenen viel Neues zu, bei dem ich aktuell noch überhaupt nicht einschätzen kann, wie sich das alles entwickeln wird. Das habe ich zwar bewusst so herbeigeführt und entschieden, doch für jemanden, der sehr gerne alles plant und gut organisiert, ist das sicherlich nicht einfach. Kurz gesagt: Der Ausnahmezustand wurde in meinem Kopf ausgerufen. Ich weiß manchmal einfach nicht, wo oben und unten ist, weil alles einfach so über mir zusammenfällt. Und nachdem ich nun seit einigen Wochen beobachte, wie ich immer unleidlicher werde und es mir zunehmend schwerer fällt, mein Umfeld nicht unter meiner inneren Aufruhr leiden zu lassen, habe ich in den letzten Tagen den Beschluss gefasst, zumindest um mich herum für Ordnung und Klarheit zu sorgen. Für einige von euch mag es vielleicht lustig oder nicht nachvollziehbar klingen, aber das Sortieren, Ausmisten und Aufräumen der Dinge um mich herum beruhigt mich und gibt mir im „da draußen“ ein bisschen von dem, was ich eigentlich auch wieder gern in mir drin hätte. Mein Mann hat immer ein bisschen Angst, wenn ich mit meinen Ausmistaktionen anfange, denn nicht selten komme ich dabei richtig in Fahrt und stelle säckeweise Zeug vor die Tür, was ich einfach nur noch loswerden möchte. Im Moment werkele ich in mehreren Ecken gleichzeitig, habe mir aber auch schon ein schönes Gesamtziel gesetzt: Nämlich die Errichtung eines neuen Arbeitsplatzes in unserem Büro. Es wird sicherlich noch ein paar Wochen dauern, bis alles so ist, wie ich es mir denke, aber irgendwo muss man ja anfangen 🙂 Die Papierstapel der letzten… 9 Monate wurden heute in die entsprechenden Ordner abgelegt, ein großer Stapel Kram ist im Altpapier gelandet, und ein Besuch beim Schweden meines Vertrauens hat mir einige neue Stücke beschert, die sich in mein neues Arbeitsplatzkonzept (klingt gut, oder?) sicherlich großartig einfügen werden.

Nachdem ich heute bereits einige Stunden mit Aufräumen und Ausmisten verbracht habe, fühle ich mich in der Tat schon ein bisschen zufriedener 😉 Es geht also in die richtige Richtung!

Auch wenn ich dieses Verhalten noch nicht in meinem Freundeskreis beobachtet habe, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es einige gibt, denen es zumindest ähnlich geht. Denn, wenn ich eins in all den Jahren, in denen ich diese Kolumne verfasse, gelernt habe, ist es: Man ist nie allein 😉

Ich freue mich also darauf, auch in den kommenden Wochen für mehr Aufgeräumtheit in meinem Leben zu sorgen. Dann klappt das auch bald wieder mit der inneren Ausgeglichenheit 😉

In diesem Sinne: OMMMMMMMMMM

Bis bald,

            Yvonne