Ars vivendi- Mai 2018

Ars vivendi

oder: Luftballons

Yvonne Wolf 31/05/2018

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass in kleinen Kindern alte Seelen stecken? Weil sie einfach hin und wieder Dinge sagen, die so schlau, so philosophisch oder tiefgründig sind und einen selbst mit offenem Mund und nicht selten sprachlos dastehen lassen? Ich hatte solche Situationen schon öfters- mit Kindern in meinen Therapiestunden. Aber vor 2 oder 3 Wochen war es dann auch bei uns zu Hause so weit. Deswegen gibt es heute wieder ein Märchen für euch. Aber diesmal eins aus der Realität…

Meine 2-jährige Tochter mochte bislang keine Luftballons- egal welcher Art. Das Material war ihr irgendwie suspekt. Angucken- ok. Anfassen- auf gar keinen Fall. Als wir dann Anfang des Monats auf einem Frühlingsfest vor einem dieser Luftballonmenschen mit den Heliumballons standen, fragte sie, ob wir einen von den Ballons kaufen könnten. Klar- warum auch nicht. Nach einer kurzen Diskussion über die Größe des Ballons hatte sie sich für einen kleinen Herzballon entschieden- mit Biene Maja (große Liebe). Zu Hause angekommen haben wir ihn ins Wohnzimmer an die Decke gehängt und sie hat sich wirklich sehr, sehr über diesen Ballon gefreut. Nun denn. Es war ein warmer Tag, wir hatten sowohl die Haustüre, als auch die Terrassentüre geöffnet, um für ein bisschen Abkühlung zu sorgen. Ein Kind aus der Nachbarschaft war zu Besuch und die beiden tobten durchs Wohnzimmer, der Ballon mittendrin. Als er dann immer näher an die Terrassentür flog, erklärte ich den beiden Mädels, dass ich den Ballon besser festbinde, damit er nicht herausgeweht wird. Ich band ihn also an die Türklinke der Wohnzimmertür und drehte mich um, um in die Küche zu gehen. Keine 10 Sekunden später hörte ich ein verzweifeltes: „Yvonne, der Ballon…“ Und da war es passiert. Ein heftiger Windstoß hatte den Ballon samt Schleife von der Klinke geweht (wie unverschämt ist das bitte?) und mit einem kräftigen Schwung ohne Umweg direkt durch die Haustüre ins Freie befördert. Wir alle 3 sind hinterhergesprintet, keiner hat ihn erwischt…! Auf die Frage meiner Tochter, wie wir den Ballon jetzt wiederbekommen, konnte ich daher nur sagen: „Der ist schon zu hoch geflogen- den bekommen wir nicht zurück.“ Und dann fing sie an zu weinen. Nicht ein bisschen, sondern so richtig. Da standen wir dann und haben dem Ballon hinterhergeschaut. Wir haben ihm gewunken und zugesehen wie er immer und immer kleiner wurde. „Wo können wir den Ballon abholen, Mama?“ – „Der fliegt jetzt in den Himmel zu den Sternen oder vielleicht in eine andere Stadt. Den können wir leider nicht abholen. Du hast dich so über den Ballon gefreut. Der war so schön. Und jetzt bist du ganz traurig, oder?“- „Ja, ganz dolle traurig. Bist du auch traurig?“- „Ja, ich bin auch traurig.“ Und dann, als wir noch eine ganz Zeit vor der Tür standen und der Ballon nur noch ein kleiner Punkt am Himmel war, fragte meine Tochter: „Mama, ich bin immer noch so dolle traurig. Wann geht das Traurigsein denn wieder weg?“ Ja, und dann steht man da. Wann geht das wieder weg? „Weißt du, manchmal geht das Traurigsein nicht so schnell weg. Dann darf man weinen, so viel wie man will. Und irgendwann merkt man dann, dass das Traurigsein nicht mehr so schlimm ist.“- „Weinen Große dann auch?“ – „Alle Leute dürfen weinen, wenn sie traurig sind. Leider denken die Großen manchmal, dass sie nicht weinen dürfen, weil sie schon groß sind. Aber das ist ja Quatsch.“ Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann auch Tränen in den Augen. Wegen des Ballons? Vielleicht. Oder vielleicht, weil Große einfach auch mal weinen müssen 😉

Diese Geschichte begleitete uns tatsächlich noch einige Tage. Dann war das Traurigsein laut eigener Aussage nicht mehr so schlimm. Aber den Ballon vermisst sie immer noch ein bisschen.

Dieses Erlebnis hat so viele wichtige Botschaften, dass ich sie am liebsten alle aufschreiben und mit euch teilen möchte. Aber ein Teil in mir denkt sich, jeder von euch wird genau das darin sehen, was er grade braucht. Und so ist es dann gut so.

Ich für meinen Teil werde darüber nachdenken noch kurz ein Philosophiestudium in meinen Alltag zu integrieren. Denn ich will nicht wissen, was ich mir noch alles spontan aus dem Ärmel schütteln muss, wenn das jetzt schon so anfängt 😉

In diesem Sinne: Mach‘s gut, Maja!

Bis bald, Yvonne

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Ars vivendi- März 2018

Ars vivendi

oder: Des Kaisers neue Kleider

Yvonne Wolf 31/03/2018

Hin und wieder begebe ich mich auf die Suche nach Märchen. Nicht nach irgendwelchen, sondern nach den Märchen, die ich aus meiner Kindheit noch kenne, die mir aber heutzutage nicht mehr so präsent erscheinen. Und manchmal stoße ich dabei auf solche Märchen, von denen ich denke, dass sie unbedingt weitergetragen und wieder mehr erzählt werden sollten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Denn nicht selten versteckt sich in ihnen eine schöne Botschaft, die nicht nur für Kinderohren gedacht ist. Der Titel dieser Ausgabe verrät euch schon, welches Märchen es diesmal geworden ist… kennt ihr es noch? Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen- übrigens das erste Mal erschienen im Jahr 1837. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Zeit mitgebracht- dieses Mal ist Ars vivendi etwas länger als sonst 😉

Vor vielen Jahren lebte ein Kaiser, der so ungeheuer viel auf neue Kleider hielt, daß er all sein Geld dafür ausgab, um recht geputzt zu sein. Er kümmerte sich nicht um seine Soldaten, kümmerte sich nicht um das Theater und liebte es nicht, spazieren zu fahren, außer um seine neuen Kleider zu zeigen. Er hatte einen Rock für jede Stunde des Tages, und eben so, wie man von einem Könige sagt, er ist im Rathe, sagte man hier immer: „Der Kaiser ist in der Garderobe.“
In der großen Stadt, in welcher er wohnte, ging es sehr munter zu; an jedem Tage kamen viele Fremde da an. Eines Tages kamen auch zwei Betrüger; sie gaben sich für Weber aus und sagten, daß sie das schönste Zeug, das man sich denken könne, zu weben verständen. Die Farben und das Muster wären nicht allein ungewöhnlich schön, sondern die Kleider, die von dem Zeuge genäht würden, besäßen die wunderbare Eigenschaft, daß sie für jeden Menschen unsichtbar wären, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei.
„Das wären ja prächtige Kleider!“ dachte der Kaiser; „wenn ich die anhätte, könnte ich ja dahinter kommen, welche Männer in meinem Reiche zu dem Amte, das sie haben, nicht taugen; ich könnte die Klugen von den Dummen unterscheiden! Ja, das Zeug muß sogleich für mich gewebt werden!“ Und er gab den beiden Betrügern viel Handgeld, damit sie ihre Arbeit beginnen möchten.
Sie stellten auch zwei Webstühle auf und thaten, als ob sie arbeiteten; aber sie hatten nicht das Geringste auf dem Stuhle. Frischweg verlangten sie die feinste Seide und das prächtigste Gold, das steckten sie in ihre eigene Tasche und arbeiteten an den leeren Stühlen bis spät in die Nacht hinein.
„Ich möchte doch wohl wissen, wie weit sie mit dem Zeuge sind!“ dachte der Kaiser. Aber es war ihm ordentlich beklommen zu Muthe, wenn er daran dachte, daß Derjenige, welcher dumm sei oder schlecht zu seinem Amte tauge, es nicht sehen könne. Nun glaubte er zwar, daß er für sich selbst nichts zu fürchten brauche, aber er wollte doch erst einen Andern senden, um zu sehen, wie es damit stände. Alle Menschen in der ganzen Stadt wußten, welche besondere Kraft das Zeug habe, und Alle waren begierig, zu sehen, wie schlecht oder dumm ihr Nachbar sei. 
„Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden!“ dachte der Kaiser. „Er kann am Besten beurtheilen, wie das Zeug sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und Keiner versieht sein Amt besser, als er!“ –
Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten, „Gott behüte uns!“ dachte der alte Minister und riß die Augen auf; „ich kann ja nichts erblicken!“ Aber dieses sagte er nicht. 
Beide Betrüger baten ihn, gefälligst näher zu treten, und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen: aber konnte nichts sehen, denn es war nichts da. „Herr Gott!“ dachte er, „sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und dieses darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, daß ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen!“
„Nun, Sie sagen nichts dazu?“ fragte der Eine, der da webte.
„O, es ist niedlich! ganz allerliebst!“ antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. „Dieses Muster und diese Farben! – Ja, ich werde es dem Kaiser sagen, daß es mir sehr gefällt.“
„Nun, das freut uns!“ sagten die Weber, und darauf nannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster. Der alte Minister paßte gut auf, damit er dasselbe sagen könnte, wenn er zum Kaiser zurückkäme, und das that er.
Nun verlangten die Betrüger mehr Geld, mehr Seide und mehr Gold, das sie zum Weben brauchen wollten, Sie steckten Alles in ihre eigenen Taschen, auf den Webstuhl kam kein Faden, aber sie fuhren fort, wie bisher, an dem leeren Webstuhle zu arbeiten. 
Der Kaiser sandte bald wieder einen andern ehrlichen Staatsmann hin, um zu sehen, wie es mit dem Weben stände und ob das Zeug bald fertig sei; es ging ihm gerade, wie dem Ersten; er sah und sah, weil aber außer dem leeren Webstuhle nichts da war, so konnte er nichts sehen.
„Ist das nicht ein hübsches Stück Zeug?“ fragten die beiden Betrüger und zeigten und erklärten das prächtige Muster, welches gar nicht da war.
„Dumm bin ich nicht!“ dachte der Mann; „es ist also mein gutes Amt, zu dem ich nicht tauge? Das wäre komisch genug, aber das muß man sich nicht merken lassen!“ und so lobte er das Zeug, welches er nicht sah, und versicherte ihnen seine Freude über die schönen Farben und das herrliche Muster. „Ja es ist ganz allerliebst!“ sagte er zum Kaiser.
Alle Menschen in der Stadt sprachen von dem prächtigen Zeuge.
Nun wollte der Kaiser es selbst sehen, während es noch auf dem Webstuhle sei. Mit einer ganzen Schaar auserwählter Männer, unter denen auch die beiden ehrlichen Staatsmänner waren, die schon früher dort gewesen, ging er zu den beiden listigen Betrügern hin, die nun aus allen Kräften webten, aber ohne Faser und Faden. 
Ist das nicht prächtig?“ sagten die beiden alten Staatsmänner, die schon einmal da gewesen waren. „Sehen Ew. Majestät, welches Muster, welche Farben!“ Und dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, denn sie glaubten, daß die Andern das Zeug wohl sehen könnten. „Was!“ dachte der Kaiser, „ich sehe gar nichts! Das ist ja schrecklich! Bin ich dumm? Tauge ich nicht dazu, Kaiser zu sein?
Das wäre das Schrecklichste, was mir begegnen könnte!“ – „O, es ist sehr hübsch!“ sagte er. „Es hat meinen allerhöchsten Beifall!“ Und er nickte zufrieden und betrachtete den leeren Webstuhl, denn er wollte nicht sagen, daß er nichts sehen könne. Das ganze Gefolge, welches er bei sich hatte, sah und sah und bekam nicht mehr heraus, als die Andern; aber sie sagten, wie der Kaiser: „O, das ist hübsch!“ Und sie riethen ihm, diese neuen, prächtigen Kleider das erste Mal bei der großen Procession, die bevorstand, zu tragen. „Es ist herrlich, niedlich, ercellent!“ ging es von Mund zu Mund; man schien allerseits innig erfreut darüber, und der Kaiser verlieh den Betrügern den Titel: Kaiserliche Hofweber. 
Die ganze Nacht vor dem Morgen, an dem die Procession stattfinden sollte, waren die Betrüger auf und hatten über sechzehn Lichter angezündet. Die Leute konnten sehen, daß sie stark beschäftigt waren, des Kaisers neue Kleider fertig zu machen. Sie thaten, als ob sie das Zeug aus dem Webstuhl nähmen, sie schnitten mit großen Scheeren in die Luft, sie nähten mit Nähnadeln ohne Faden und sagten zuletzt: „Nun sind die Kleider fertig!“
Der Kaiser mit seinen vornehmsten Cavalieren kam selbst dahin, und beide Betrüger hoben den einen Arm in die Höhe, gerade als ob sie etwas hielten, und sagten: „Seht, hier sind die Beinkleider! Hier ist der Rock! Hier der Mantel!“ und so weiter. „Es ist so leicht wie Spinnenwebe; man sollte glauben, man habe nichts auf dem Leibe; aber das ist gerade die Schönheit davon!“
„Ja!“ sagten alle Cavaliere; aber sie konnten nichts sehen, denn es war nichts da.
„Belieben Ew. kaiserliche Majestät jetzt Ihre Kleider allergnädigst auszuziehen,“ sagten die Betrüger, „so wollen wir Ihnen die neuen anziehen, hier vor dem großen Spiegel!“ 
Der Kaiser legte alle seine Kleider ab, und die Betrüger stellten sich, als ob sie ihm jedes Stück der neuen Kleider anzögen, welche fertig wären; und der Kaiser wendete und drehte sich vor dem Spiegel.
„Ei, wie gut sie kleiden! Wie herrlich sie sitzen!“ sagten Alle. „Welches Muster, welche Farben! Das ist eine köstliche Tracht!“ –
„Draußen stehen sie mit dem Thronhimmel, welcher über Ew. Majestät in der Procession getragen werden soll,“ meldete der Oberceremonienmeister.
„Seht, ich bin ja fertig!“ sagte der Kaiser. „Sitzt es nicht gut?“ Und dann wendete er sich nochmals zu dem Spiegel, denn es sollte scheinen, als ob er seinen Schmuck recht betrachte. 
Die Kammerherren, welche die Schleppe tragen sollten, griffen mit den Händen nach dem Fußboden, gerade als ob sie die Schleppe aufhöben; sie gingen und thaten, wie wenn sie Etwas in der Luft hielten; sie wagten nicht, es sich merken zu lassen, daß sie nichts sehen konnten. So ging der Kaiser in Procession unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: „Gott, wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich; welche Schleppe er am Kleide hat, wie schön das sitzt!“ Keiner wollte es sich merken lassen, daß er nichts sah, denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Keine Kleider des Kaisers hatten solches Glück gemacht, wie diese.
„Aber er hat ja nichts an!“ sagte endlich ein kleines Kind. ‚Herr Gott, hört des Unschuldigen Stimme!“ sagte der Vater; und der Eine zischelte dem Andern zu, was das Kind gesagt hatte. 
„Aber er hat ja nichts an!“ rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn es schien ihm, sie hätten Recht; aber er dachte bei sich: „Nun muß ich die Prozession aushalten.“ Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

Ende

Na, wurdet ihr in eure Kindheit zurückkatapultiert? Ich bin sicher, es gibt ganz unterschiedliche Lehren, die man aus diesem Märchen ziehen kann- da darf sich jeder das herausgreifen, was ihm grade passt 🙂 Aber ich möchte meinen: Aktuell ist es allemal.

Ich wünsche euch an dieser Stelle frohe und ruhige Ostertage!

In diesem Sinne: Wer suchet, der findet!

Yvonne

Quellen: http://www.maerchen.net / http://www.maerchen.com

Ars vivendi: Februar 2018

Ars vivendi

oder: Langeweile

Yvonne Wolf 28/02/2018

Ihr werdet es sicherlich bemerkt haben: Im Januar habe ich mir eine kleine Pause gegönnt. Doch nun geht es wieder wie gewohnt weiter und zum Ende des Monats flattert eine neue Ausgabe von Ars vivendi ins Haus.

Heute schreibe ich über etwas, was mir seit längerem immer mal wieder ins Auge fällt. Es ist das Thema Langeweile, bzw. der Umgang mit diesem Zustand. Habt ihr manchmal Langeweile? Wenn ja, ist es für euch eher etwas Positives oder etwas Negatives? Was macht ihr dagegen? Und: Muss man überhaupt etwas dagegen machen? Sollte man nicht vielmehr mal etwas dafür tun?

Schlaue Leute fangen ja gerne mit einer Definition an. Also schnell mal gegoogelt und bei Wikipedia nachgeschaut:

Dort heißt es, Langeweile „ist das unwohle, unangenehme Gefühl, das durch erzwungenes Nichtstun hervorgerufen wird oder bei einer als monoton empfundenen Tätigkeit aufkommen kann.[…]“

Da haben wir‘s; Langeweile hat also einen eher schlechten Ruf. Und sieht oder hört man sich um, dann bestätigt sich dieses Bild recht schnell. Die wenigsten Menschen mögen es, Langeweile zu haben. Sie bekämpfen diesen Zustand – und damit meine ich das Nichtstun – mit Aufgaben, Aktivitäten und immer neuem Input. Kinder, die sagen, ihnen ist langweilig, werden nicht selten schnell in Sport- und Musikkurse gesteckt, möglichst früh eingeschult und mit einem Terminkalender, der dem der Großen in nichts nachsteht, ausgestattet. Doch verpasst man nicht etwas Wichtiges, wenn man es nie dazu kommen lässt, sich zu langweilen? Nimmt man sich selbst und den Kindern nicht eine wichtige Erfahrung weg? Ich finde schon. Vielleicht muss man dem Phänomen Langeweile einfach mal die Chance geben, anders dazustehen. Ihr wisst ja, ein kleiner Perspektivwechsel zur richtigen Zeit am richtigen Ort wirkt manchmal Wunder 😉

Es ist nämlich so: Die Langeweile ist wie eine Türe zu etwas Verborgenem. Doch nur, wer sich in sie hineinwagt und sie durchaus auch mal aushält, der bekommt ihren Schlüssel. Mit ihm in der Hand finden wir dann Zugang zu etwas, was durchaus für jeden von uns unterschiedlich aussehen kann. Der Eine kommt endlich zur Ruhe und findet ganz unverhofft eine Möglichkeit sich zu entspannen. Bei einem anderen sprudeln plötzlich Ideen und Gedanken, die es sonst vielleicht nicht an die Oberfläche geschafft hätten. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich ein unglaubliches Potenzial und oft ganz viel kreative Energie hinter Langeweile versteckt, die sehr wertvoll und wichtig ist.

Traut euch also und gestattet euch und euren Lieben hier und da ein bisschen Langeweile – wer weiß, wofür es gut ist 🙂

In diesem Sinne: Kopf auf den Tisch und los 🙂

Bis bald,

           Yvonne

Ars vivendi- Dezember 2017

Ars vivendi

oder: RAOK

Yvonne Wolf 31/12/2017

So, ihr Lieben. Da ist er also- der letzte Tag des Jahres 2017. Bis gestern Abend war ich noch der Meinung, dass mein Thema für die heutige Kolumne schon feststeht. Dieses hatte zwar nicht ganz das gewünschte Silvesterpotenzial, aber manchmal muss man eben das nehmen, was da ist 😉 Dann saß ich allerdings gemütlich auf dem Sofa, blätterte nach langer Zeit mal wieder durch meine bereits so oft erwähnte Lieblingszeitschrift und was fällt mir da vor die Füße? Ja, ganz genau- DAS silvesterwürdige Thema, das ich mir gewünscht hatte. Etwas mit Nachdenkcharakter, was euch und mich durch das nächste Jahr begleiten könnte und sich sogar für einen schönen guten Vorsatz eignet. Dann mal los 🙂

In unserem von Terminen und Verpflichtungen geprägten Alltag laufen wir nicht selten mit Scheuklappen durch die Gegend. Wir sind so sehr mit uns selbst und unserem Mikrokosmos beschäftigt, dass wir alles andere ausblenden. Dabei braucht es manchmal so wenig, um eine wunderschöne Kettenreaktion in Gang zu setzen, die nicht nur dabei hilft den eigenen Blick wieder zu öffnen und für die kleinen Dinge zu sensibilisieren, sondern auch mit einfachen Mitteln für ein freundlicheres Miteinander sorgt. Damit sind auch nicht zwingend die Menschen gemeint, die wir schon kennen oder regelmäßig sehen, sondern grade auch uns völlig fremde Personen.

Was gilt es also zu tun? Die Antwort ist bestechend banal: Seid nett zueinander. Mit ein wenig aufrichtigem Interesse und kleinen Freundlichkeiten zaubert ihr ein Lächeln auf das Gesicht eurer Mitmenschen. Und das Schöne ist: Wer nett zu anderen ist, füllt sein Leben mit etwas mehr Sinn und fühlt sich selbst glücklicher und zufriedener.

In den USA ist eine Bewegung entstanden, die bewusst diese Art des Denkens und Handelns unterstützt. Es ist die Bewegung der „Random Acts of Kindness“ – kurz RAOK genannt. Wie könnten diese zufälligen Akte der Freundlichkeit zum Beispiel aussehen? Ein Post-it mit einer freundlichen Nachricht im Treppenhaus, eine Blume für die Lieblingsverkäuferin, ein kleines Geschenk auf einer Parkbank oder ein zusätzlich bezahlter Kaffee im Bistro, damit die nächste Person ihn nicht zu zahlen braucht. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, der Effekt unbezahlbar. Ich bin selbst schon des öfteren Empfänger solcher RAOK-Akte geworden. Ob es ein Parkticket war, das mir überlassen wurde oder Kleingeld für die Klofrau- ganz egal, wie klein die Geste war, das Ergebnis ist identisch. Es fühlt sich gut an und man zehrt noch einige Zeit davon, erzählt es vielleicht weiter oder ist unbewusst selbst freundlicher zu anderen.

Ein Aspekt, der mir bei dieser Art des Miteinanders besonders am Herzen liegt ist die Tatsache, dass man selbst lernt, seine Erwartungshaltung abzulegen und Dinge einfach mal vollkommen bedingungslos macht. Denn wie viele von uns schenken etwas und erwarten im Gegenzug auch Geschenke oder helfen anderen nur dann, wenn auch von ihnen Hilfe zu erwarten ist? Auch wenn ich weiß, dass eine solche Denkweise sehr verbreitet ist, macht mich eine solche Motivation immer sehr traurig, weil ich sie einfach nicht nachvollziehen kann. Doch vielleicht ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wenn immer mehr Menschen sich das RAOK-Prinzip zu Herzen nehmen, die Augen wieder für die Menschen um sich herum öffnen und ein bisschen Freundlichkeit verbreiten. Ich bin auf jeden Fall dabei 🙂 Wie sieht es mit euch aus?

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderschönes Silvesterfest mit lieben Menschen und einen guten Übergang in ein neues Jahr, das hoffentlich viele bedingungslose Nettigkeiten für alle von uns bereithält 🙂

Und das letzte Wort hat heute – zur Feier des Tages – der Dalai Lama:

Sei freundlich, wenn es geht.

Es geht immer.“

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi- November 2017

Ars vivendi

oder: Alles klar… ?!

Yvonne Wolf 30/11/2017

Seit ungefähr 2-3 Monaten, unterschwellig eventuell auch schon länger, bemerke ich eine starke Veränderung in meinen Bedürfnissen bezüglich Kommunikation. Auch wenn ich stets für sprachliche Finessen, ironische Einwürfe und Witze aller Art – ob hoch- oder tiefgelegt- zu haben bin und selbst gerne darauf zurückgreife, bin ich doch immer häufiger einfach froh und dankbar, wenn jemand in der Lage ist kurz, knapp und vor allem klar zu kommunizieren.

Im Laufe unseres Lebens werden wir quasi dazu ausgebildet, uns sprachlich immer gewandter auszudrücken. Irgendwann lernen wir, dass Ausschmückungen aller Art einfach dazu gehören. Und es macht ja auch Spaß: hier ein Witz, da ein Spruch, eine Prise Ironie – schnell wird man mit diesen Zutaten zum beliebten Gesprächspartner. Ich selbst stelle jedoch immer mehr fest, dass diese Art der Kommunikation mich in gewissen Situationen -nein, nicht grundsätzlich- zunehmend mehr anstrengt. Und zwar hauptsächlich immer dann, wenn ich ein Interesse daran habe, ein „ernstes“ Gespräch zu führen, Informationen zu erhalten oder Termine auszumachen. Zu viele Schnörkel nehmen einem Gespräch meiner Meinung nach die Verbindlichkeit- und so muss ich mich hinterher fragen: War das jetzt wirklich so gemeint? Kann ich mich darauf verlassen? Sind wir nun verabredet oder vielleicht doch nicht? Es entsteht Unsicherheit- und diesem Zuge auch Unzufriedenheit. Mindestens auf einer, vielleicht aber auch dauerhaft auf beiden Seiten.

Natürlich ist es wieder einmal so, dass man nur vor der eigenen Türe kehren kann und sollte- also heißt es: die eigene Kommunikation hinterfragen, analysieren und hier und da nach Wegen suchen, um etwas zu verändern. Weniger Emojis, dafür mehr Inhalt und Eindeutigkeit. Wenn man klar kommuniziert, kann man sich guten Gewissens auf das Gesagte konzentrieren und muss sich nicht auf die verzweifelte Suche nach dem eigentlich Gemeinten machen. Denn verantwortlich ist man immer nur für das, was man sagt- nicht für das, was andere verstehen. Ein Satz, den ich schon in meiner letzten Kolumne benutzt habe, weil ich ihn im Moment einfach so oft denke 🙂

Die kommende Weihnachtszeit ist für viele ja auch wieder eine große Herausforderung in Sachen Kommunikation. Ein bisschen mehr Klarheit kann auch hier bestimmt das ein oder andere Wunder vollbringen. An dieser Stelle also mein alljährlicher Appell: Überlegt euch, wie ihr feiern möchtet und kümmert euch um eure Bedürfnisse- dann habt ihr sicherlich schöne Tage vor euch!

So. Ich glaube, ich habe gesagt, was ich sagen wollte- und bevor ich vom Hölzchen auf’s Stöckchen komme, sollte ich im Sinne dieser Kolumne wohl einfach sagen:

Eine wunderschöne Weihnachts- und Adventszeit!

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi- Oktober 2017

Ars vivendi

oder: Reden ist Silber…

Yvonne Wolf 01/11/2017

…und Schweigen ist Gold. Eigentlich entspricht diese Redewendung nicht zwingendermaßen meinem Naturell. Denn so als Sprachtherapeutin und generell eher kommunikativ veranlagte Person lautet mein Mantra wohl eher: Immer raus damit 😉 In letzter Zeit allerdings bin ich mit diesem Motto nicht ganz glücklich und habe viel über meine Unzufriedenheit diesbezüglich nachgedacht. Wie der Zufall – oder die selektive Wahrnehmung – es wollte, fiel mir dann auch noch ein schöner Artikel zu genau diesem Thema in die Hände und forderte mich auf: Behalt’s doch einfach mal für dich…

Aber der Reihe nach. Warum bin ich unzufrieden? Ihr wisst ja, seit einigen Monaten befinde ich mich in einer kleinen großen Umbruchsphase- Ende der Elternzeit, der Entschluss ausschließlich selbständig zu arbeiten…viel Neues, viel Spannendes. Ich bin schwer damit beschäftigt Dinge zu organisieren, zu realisieren und meine Ideen auf Papier und an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ideen habe ich nämlich haufenweise- mein Mann kann ein Lied (oder auch 2) davon singen. Und natürlich spreche ich gerne und häufig über die Dinge, die ich mir so überlege. Manchmal möchte ich wohl auch von bestimmten Leuten einen Ratschlag. Aber noch lange nicht immer. Nein, manchmal erzähle ich einfach nur gerne, was ich so mache…eben um des Erzählens willen, zur Aufrechterhaltung des kommunikativen Flusses, einfach so. Dieses „einfach so was erzählen“ scheint aber nicht zwingend ein weit verbreitetes Phänomen zu sein, denn scheinbar sehen viele Menschen sofort eine versteckte Aufforderung darin. Und dann werden sie ungefragt ausgepackt- die guten Ratschläge, die ich bereits vor 2 Jahren mal in einer Kolumne beleuchtet habe. Mittlerweile bin ich mit meinem Wissen um die gewaltfreie Kommunikation durchaus in der Lage, solche Situationen zu entschlüsseln, so ist es ja nicht. Menschen mögen es, wenn sie gebraucht werden. Wenn da also jemand, in dem Falle ich, mit neuen Ideen um die Ecke kommt, dann spricht es das Bedürfnis Vieler an, ein Teil von etwas zu sein. Ungünstig wird es dann, wenn die Strategien zur Ausagierung dieses Bedürfnisses etwas unglücklich gewählt werden. Z.B. in Form von Sätzen, die mit „Du musst/ Du müsstest/ Du solltest“ beginnen; schön ist auch: „Wie könnten wir das jetzt machen?“ In diesen Fällen wird leider mein internes Alarmsystem sofort aktiviert und die Schotten werden dicht gemacht. Jaja, theoretisch weiß ich, wie ich gewaltfrei aus so einer Nummer rauskäme…man beachte den Konjunktiv 😉 Aber sobald ein gewisses Maß an Emotionalität mit im Spiel ist, fällt es mir persönlich noch sehr schwer, die Situation elegant zu meistern.

Daher kam mir oben erwähnter Artikel auch gerade recht. Zusammengefasst ging es darum, dass ständiges Über-alles-sprechen nicht immer befreiend, bereichernd und zielführend sein muss, sondern mitunter durchaus auch zermürbend und frustrierend sein kann. Die Autorin des Textes schlug daher vor, einfach mal öfter und bewusster zu schweigen, Dinge und Gedanken für sich zu behalten, nicht alles zu teilen. Auch in Situationen, in denen wir einfach nur sprechen, damit es nicht leise ist, sollen wir uns gezielt zurückhalten und erfahren, dass Stille und Schweigen nicht zwingend etwas Unangenehmes sein müssen, sondern auch mal ganz erfrischend sein können.

Natürlich ist es nicht so, dass ich nun ständig schweige. Das wäre ein unrealistisches Unterfangen 😉 Aber ich habe damit begonnen, mir meine Gesprächspartner weise zu wählen. Ich behalte Dinge manchmal einfach für mich und diskutiere sie mit mir selbst aus. Und wenn ich einen Rat möchte, frage ich gezielt und nicht versteckt danach, damit ich lerne, klarer zu kommunizieren. Denn man selbst ist immer nur für das verantwortlich, was man sagt, nicht für das, was andere verstehen- aber man sollte ja eh immer bei sich selbst anfangen 😉

In diesem Sinne: …

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi- September 2017

Ars vivendi

oder: Übergangsweise

Yvonne Wolf 01/10/2017

Es ist wahrscheinlich nicht sonderlich übertrieben, wenn ich sage: Montage erfreuen sich im Allgemeinen nicht sonderlicher Beliebtheit. Habt ihr euch aber mal genauer überlegt, warum das so ist? Wenn man sich nämlich mal mit diesem Thema beschäftigt, wird man unweigerlich merken, dass es in unserem Alltag an vielen Stellen kleine und große Montagsmomente für jeden von uns gibt…und der Umgang mit ihnen will gelernt sein.

Seit ein paar Wochen läuft bei meiner Tochter die Eingewöhnung in eine Tagespflegeeinrichtung. Letzte Woche Montag wurde ich gebeten etwas früher zurück zu kommen, um meine Tochter abzuholen- und als ich den Raum betrat, war mir auch klar warum. Die komplette Gruppe war am Brüllen (ich entschuldige mich an dieser Stelle für dieses grammatische Konstrukt! Das nennt man rheinische Verlaufsform und als Kölnerin darf ich das und kann nicht anders 😉 ) Ausnahmslos jedes Kind stand absolut neben sich und heulte sich die Augen aus. Natürlich ist es nicht witzig, wenn Kinder weinen, aber dennoch hatte diese Situation etwas unglaublich Komisches. Ich guckte nur eine der Tagesmütter an und meinte: „Montag?“ Daraufhin sie: „Montag!“

Der Montag scheint also tatsächlich so schlecht wie sein Ruf, denn auch in den Wochen vorher bot sich bereits ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so dramatisches Bild zum Start in die Woche. Auch wir Erwachsene kämpfen ja wöchentlich mit dem Beginn der Arbeitswoche- die Einen mehr, die Anderen weniger. Und unweigerlich formte sich vor meinem geistigen Auge das Bild eines Büros, in dem alle Mitarbeiter am Montagmorgen heulend und tobend auf dem Boden liegen… gar nicht so abwegig, oder?

Was aber genau ist denn das Besondere am Montag? Das eigentliche Thema, welches dahinter steckt, hat etwas mit sogenannten Übergängen zu tun, d.h. mit dem Ende der einen und dem Beginn einer neuen Situation. Das Wochenende sorgt jede Woche aufs Neue dafür, dass eine Routine, an die man sich gerade gewöhnt hatte, unterbrochen wird, um dann nach 2 Tagen wieder erneut zu beginnen. Und das ist für Kinder alles andere als einfach, für viele Erwachsene, ihr werdet es mir bestätigen, allerdings auch nicht.

Übergänge begegnen uns an vielen Stellen, wir nehmen sie oftmals einfach nur nicht wahr. Im Bezug auf Kinder merkt man, dass man es mit Übergängen zu tun hat häufig an deren Verhalten. In für uns vollkommen harmlosen Situationen bricht es aus ihnen heraus und sie sind kaum zu bändigen. Oft hat es dann tatsächlich damit zu tun, dass man von ihnen schnelle und unvorbereitete Situationswechsel erwartet, die sie noch nicht meistern können. Leider wird das in unseren Augen unangepasste Verhalten dann häufig mit der allseits beliebten und viel zu erwachsenen Erklärung „Trotzphase“ abgetan, aber dies ist ein anderes Thema.

Schauen wir uns doch unseren eigenen Alltag an: wo verstecken sich kleine und große Übergänge und zu welchen Strategien neigen wir? Hier ein paar Beispiele:

morgens aufstehen

Steht ihr sofort auf, wenn der Wecker klingelt oder suhlt ihr euch noch eine Weile in eurem Elend?

abends ins Bett gehen

Geht ihr zeitig ins Bett oder bleibt ihr bis tief in die Nacht wach, weil es doch so viel zu erledigen gibt (oder       ihr den Tag vielleicht nicht beenden mögt?)

Abschlussprüfungen durchziehen

Regelstudienzeit oder Langzeitstudent?

einen Job kündigen/ umziehen/ Menschen hinter sich lassen

Mehr schlecht als recht oder ein Neuanfang mit Ungewissheit?

Die Liste könnte man ewig weiterführen, denn Übergänge lauern überall. Ich persönlich spüre Übergänge immer dann sehr deutlich, wenn sie meine berufliche Ebene betreffen. Einige Male bereits habe ich sehr bewusst meine Stelle gewechselt, um mich von Zuständen zu lösen, mit denen ich nicht zufrieden war oder einfach, um mich weiterentwickeln zu können. Diese Phasen haben mich jedes Mal sehr viel Energie und Kraft gekostet, weil sie mich aus etwas Gewohntem herausgerissen und in etwas Neues hineinkatapultiert haben- doch gelohnt hat es sich bislang immer.

Wenn ihr also merkt, dass ein Übergang schwierig für euch ist und ihr ihn auch als solchen entlarvt habt, dann stellt euch doch einfach mal folgende Frage:

Was brauche ich?

Der Eine muss vielleicht nur einmal tief durchatmen, um weitermachen zu können, der Andere braucht Hilfe von Außen, weil er es alleine nicht schafft. Mit ein bisschen Übung lernt ihr sicherlich, eure Bedürfnisse diesbezüglich zu erkennen. Vielleicht fangt ihr einfach mal mit dem Montagmorgen an: Was braucht ihr, um die Woche beginnen zu können?

Was ich brauche, um gut in die Woche zu starten? Nur eine Dusche und ein bisschen Zeit im Badezimmer- aber ich gehöre auch eher zu der Sorte Menschen, die aufstehen und meist sofort gute Laune haben- egal an welchem Wochentag…

In diesem Sinne: Schönen Feiertag 😉

Bis bald,

                Yvonne