Ars vivendi- Juli 2017

Ars vivendi

oder: Ordnung ist das halbe Leben

Yvonne Wolf 31/07/2017

Ein Sprichwort, welches ihr sicherlich kennt, oder? Also in meinem Fall trifft es zumindest den Nagel auf den Kopf, denn ein gewisses Maß an Ordnung – mal mehr, mal weniger, meistens aber mehr – hat in meinem Leben schon immer eine tragende Rolle gespielt…

Es ist nämlich so: Herrscht in meinem Inneren Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie- ein Zustand, den ich sehr liebe – dann kann um mich herum das Chaos regieren, ohne dass es mich im Geringsten stört. Mein inneres Gleichgewicht ist dann so stark, dass ich alles andere ohne Probleme kompensieren kann. Verschiebt sich das Ganze dagegen, und mein eigenes Gleichgewicht gerät ins Wanken oder ist, aus welchen Gründen auch immer, gar aus den Fugen geraten, benötige ich um mich herum sehr viel Klarheit, Struktur und Ordnung. Finde ich diese nicht vor, kann ich das natürlich zu einem gewissem Grad aushalten, weiß aber sehr genau, dass sich bald etwas tun sollte- in meinem Inneren, oder wenn das akut nicht möglich ist, um mich herum. Was ich dann mache? Aufräumen und ausmisten. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern richtig 😉

Akut ist mal wieder so eine Phase. Es ist einiges im Umbruch; auf mich kommt auf mehreren Ebenen viel Neues zu, bei dem ich aktuell noch überhaupt nicht einschätzen kann, wie sich das alles entwickeln wird. Das habe ich zwar bewusst so herbeigeführt und entschieden, doch für jemanden, der sehr gerne alles plant und gut organisiert, ist das sicherlich nicht einfach. Kurz gesagt: Der Ausnahmezustand wurde in meinem Kopf ausgerufen. Ich weiß manchmal einfach nicht, wo oben und unten ist, weil alles einfach so über mir zusammenfällt. Und nachdem ich nun seit einigen Wochen beobachte, wie ich immer unleidlicher werde und es mir zunehmend schwerer fällt, mein Umfeld nicht unter meiner inneren Aufruhr leiden zu lassen, habe ich in den letzten Tagen den Beschluss gefasst, zumindest um mich herum für Ordnung und Klarheit zu sorgen. Für einige von euch mag es vielleicht lustig oder nicht nachvollziehbar klingen, aber das Sortieren, Ausmisten und Aufräumen der Dinge um mich herum beruhigt mich und gibt mir im „da draußen“ ein bisschen von dem, was ich eigentlich auch wieder gern in mir drin hätte. Mein Mann hat immer ein bisschen Angst, wenn ich mit meinen Ausmistaktionen anfange, denn nicht selten komme ich dabei richtig in Fahrt und stelle säckeweise Zeug vor die Tür, was ich einfach nur noch loswerden möchte. Im Moment werkele ich in mehreren Ecken gleichzeitig, habe mir aber auch schon ein schönes Gesamtziel gesetzt: Nämlich die Errichtung eines neuen Arbeitsplatzes in unserem Büro. Es wird sicherlich noch ein paar Wochen dauern, bis alles so ist, wie ich es mir denke, aber irgendwo muss man ja anfangen 🙂 Die Papierstapel der letzten… 9 Monate wurden heute in die entsprechenden Ordner abgelegt, ein großer Stapel Kram ist im Altpapier gelandet, und ein Besuch beim Schweden meines Vertrauens hat mir einige neue Stücke beschert, die sich in mein neues Arbeitsplatzkonzept (klingt gut, oder?) sicherlich großartig einfügen werden.

Nachdem ich heute bereits einige Stunden mit Aufräumen und Ausmisten verbracht habe, fühle ich mich in der Tat schon ein bisschen zufriedener 😉 Es geht also in die richtige Richtung!

Auch wenn ich dieses Verhalten noch nicht in meinem Freundeskreis beobachtet habe, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es einige gibt, denen es zumindest ähnlich geht. Denn, wenn ich eins in all den Jahren, in denen ich diese Kolumne verfasse, gelernt habe, ist es: Man ist nie allein 😉

Ich freue mich also darauf, auch in den kommenden Wochen für mehr Aufgeräumtheit in meinem Leben zu sorgen. Dann klappt das auch bald wieder mit der inneren Ausgeglichenheit 😉

In diesem Sinne: OMMMMMMMMMM

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi- Juni 2017

Ars vivendi

oder: Kleiner ist feiner

Yvonne Wolf 30/06/2017

Vor einiger Zeit war ich im Gespräch mit einer Freundin, bei dem sie irgendwann meinte: „Schrecklich, was da wieder im Land XY passiert ist, oder?“ – „Was ist denn passiert?“ war meine Antwort, und schon schauten mich zwei ungläubige Augen an. „Hast du etwas noch keine Nachrichten gesehen?“ – „Nein…“ Denn wisst ihr was? Ich schaue keine Nachrichten (sehr selten jedenfalls) und lese keine Zeitung, bzw. beschränke mich auf lokale Berichte. Und vielleicht täte es einigen Menschen gut, den täglichen Informationsfluss, der über unzählige Kanäle auf uns einprasselt, einfach mal ganz bewusst etwas zu drosseln…

Ich weiß. Jeden Tag passieren auf unserer Welt schlimme Dinge, schöne Dinge, fragwürdige Dinge, und und und. Das war schon immer so, das wird auch immer so sein. Der Unterschied heute ist: Wir bekommen alles mit, weil es technisch nunmal möglich ist. Wir sind mittendrin statt nur dabei. Natürlich gibt es für einige Menschen gute und triftige Gründe, sich über das Weltgeschehen akribisch zu informieren und immer up-to-date zu sein. Viele von uns verfolgen jedoch die Nachrichten, weil „man das eben so macht“, weil es als wichtig empfunden oder sogar als Pflicht angesehen wird. „Man muss doch wissen, was in der Welt so los ist“, hieß es oft in meiner Familie. Und ich frage: Muss man das? Für mich lautet die Antwort ganz klar: Nein.

Schon seit vielen Jahren habe ich für mich entschieden, dass ich meinen Blick lieber auf das richte, was mich, meine Familie, meine Freunde oder mein Umfeld betrifft. Denn hier spielt für mich die Musik, hier bin ich präsent und kann unmittelbar etwas in meinem Leben oder dem meiner Lieben bewirken. Bei aller Weitsicht, die wir heute haben, täte es dem Ein oder Anderen durchaus mal gut, den Blick wieder etwas enger zu fassen und auf sich bzw. sein Umfeld und die entsprechenden Bedürfnisse zu richten. Natürlich ist es tragisch, wenn man von Katastrophen und dergleichen erfährt; man sollte, meiner Meinung nach, nur aufpassen, dass man die eigenen Sorgen und Nöte, mögen sie im Vergleich auch noch so nichtig wirken, auch ernst nimmt- es ist immer das eigene Leben, das man zu leben hat. Und was nützt es mir, wenn ich top informiert bin und die Last der Welt auf meinen Schultern mittragen möchte, aber nicht mitbekomme, das der Mensch direkt neben mir meine Hilfe braucht oder sogar ich es bin, die wieder mehr in den Fokus rücken sollte?

Wie seht ihr das? In meinem Umfeld sind durchaus beide Seiten vertreten, wobei ich dieses Thema bislang auch noch nicht mit wirklich vielen erläutert habe. Aber ganz gleich, ob so oder so- ihr wisst ja: Jede Jeck is anders 😉

Ein Gedanke kommt mir in diesem Zusammenhang jedoch unweigerlich immer wieder in den Sinn: Vielleicht ist dies eines der vielen Tröpfchen, die manche Menschen entspannter durchs Leben gehen lassen…

Probiert es doch einfach mal aus! Ich verspreche euch: Man kriegt auch so noch genug mit- ob man will oder nicht 😉

In diesem Sinne: Nachrichtenfasten ist angesagt 😉

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi: Mai 2017

Ars vivendi

oder: Erntezeit

Yvonne Wolf 31/05/2017

Heute gibt es mal eine kleine Inspiration in Sachen DIY für euch, mit der ihr quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt: Ihr seid an der frischen Luft, ihr schafft etwas mit euren Händen, ihr schult eure Geduld und erhaltet zeitgleich eine kleine Lektion in Sachen Achtsamkeit. Um was es hier geht? Eigentlich um etwas ganz Banales, doch ich fühle mich seit Wochen, ach, was sag ich, Monaten, von diesem Thema regelrecht verfolgt und finde selber immer mehr Spaß daran: Wir reden vom Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten bzw. dem eigenen Balkon. Es gibt natürlich auch einen eigenen, neumodischen Begriff für diese Bewegung, damit das Ganze auch – zumindest in der Stadt- direkt um einiges wichtiger klingt, nämlich „urban gardening“ (das könnt ihr dann ab jetzt als Hobby in eure Freundebücher eintragen 😉 ).

Schon vor einigen Monaten ist mir bei meiner Schwägerin ein Buch in die Hände gefallen, in dem viele Tipps standen, wie man auch auf kleinem Raum, also in Kübeln oder Kästen, Obst oder Gemüse anpflanzen kann. Ich selbst hatte mir für dieses Jahr eh wieder vorgenommen, mal wieder einen Wurf Tomaten zu züchten, da ich bei meinem ersten Versuch schon so begeistert von dem Ergebnis war. Dass da aber noch viel mehr machbar ist, war mir bislang gar nicht wirklich klar und hat für neue Ideen in meinem Köpfchen gesorgt 😉 Und wie es nunmal oft so ist, wenn man sich mit einem neuen Thema beschäftigt- man stellt fest, es ist in aller Munde und jeder ist auf der Suche nach etwas, was er selber ausprobieren kann. Der Eine hat Kohlrabis auf dem Balkon, der Andere Erdbeeren, Himbeeren und Möhren im Garten. Für diejenigen unter euch, die vielleicht sehr ländlich und mit Nutzgärten aufgewachsen sind, ist das alles wahrscheinlich gar nicht spannend und neu, doch die Stadtkinder unter euch werden wissen, was ich meine 😉

Wenn es so eine neue Bewegung, also einen Trend gibt, finde ich es oft unglaublich interessant mir zu überlegen, warum das so ist. Warum suchen immer mehr Menschen in unserer Zeit den Zugang zu etwas so Ursprünglichem und Einfachem, wo sie doch im Supermarkt alles zu jeder Zeit haben können? Vielleicht genau aus diesem Grund- weil uns etwas in unserem Inneren mitteilt, dass das Prinzip „alles und zu jeder Zeit“ irgendwie „nicht richtig“ und „gegen die Natur“ ist. Ich selbst weiß immer noch nicht ganz sicher, wann im Jahr welche Obst- und Gemüsesorten Saison haben- und ich bin der Meinung, man lernt wieder eine neue Art der Wertschätzung kennen, wenn man live miterlebt, wie lange es dauert, bis etwas tatsächlich geerntet werden kann. Man kommt außerdem in Kontakt mit einer sehr gesunden Langsamkeit, die etwas Wohltuendes, vielleicht sogar Meditatives innehat und uns aus dieser so schnellen und mit Medien zugepflasterten Zeit für ein paar Momente am Tag herausholt und uns im wahrsten Sinne des Wortes erdet und achtsamer werden lässt.

Vielleicht habt ihr auch Lust auf ein bisschen Gärtnern bekommen?! Es ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei und außerdem macht es glücklich 🙂 Ich für meinen Teil bin jedenfalls immer noch ganz aus dem Häuschen, weil unser Apfelbaum nach 4 Jahren endlich so aussieht, als würde er in diesem Jahr Unmengen an Äpfeln für uns bereithalten.

Meiner Schwägerin hatten wir übrigens zum Geburtstag eine kleine Grundausstattung für ihren Balkon geschenkt- und witzigerweise (und zwar NACHDEM ich das Thema für die Kolumne festgelegt hatte) erreichte mich eben eine WhatsApp meines Bruders: Ein Foto vom heutigen Abendbrot- Salat und Radieschen aus eigenem Anbau 🙂 Ist das nicht schön? Und bestimmt sehr lecker…

In diesem Sinne: Mal ernten, was man sät… ohne Nebenwirkungen

Bis bald,

            Yvonne

Ars vivendi- April 2017

Ars vivendi

oder: Wie geht’s, wie steht’s?

Yvonne Wolf 30/04/2017

Vor einigen Wochen habe ich beim Einkaufen eine frühere Arbeitskollegin getroffen. Wie man das nunmal so macht, fragte ich sie: „Wie geht’s dir denn?“ Daraufhin meinte sie zunächst: „Ach ja, ganz gut soweit.“ Doch dann schien sie zu überlegen und fing nochmal von vorne an: „Ach, weißt du, eigentlich stimmt das gar nicht. Wenn man gefragt wird, dann sagt man doch meistens,es geht einem gut. Aber in unserem Freundeskreis gibt es im Moment schwere Krankheits- und auch Todesfälle. Es geht mir also nicht gut.“ Und seit dieser Begegnung fällt mir auf, wie häufig wir Menschen diese simple und unscheinbar wirkende Frage stellen, ohne dabei auch immer wirklich eine ehrliche Antwort zu erwarten oder zu wollen.

Eigentlich ist die Frage „Wie geht’s dir?“ in den meisten Fällen einfach nur eine Floskel, um in ein kurzes und unverbindliches Gespräch einzuleiten. Oft ist man grade unterwegs, ist mit den Gedanken schon beim nächsten Termin oder ganz woanders und spult quasi ein kurzes „Smalltalkprogramm“ ab. Die Antwort „gut“ gehört irgendwie auch in dieses Programm, denn sie ermöglicht einen schnellen Ausstieg aus der Situation und den Übergang zum eigentlichen Vorhaben. Bei mir selbst bemerke ich immer wieder, dass es natürlich auch darauf ankommt, wer mir diese Frage zu welchem Zeitpunkt stellt. Denn, um es mal ehrlich zu sagen: Ich finde, es geht manche Leute einfach nichts an, wie es mir geht- oder, um es nochmal gewaltfrei zu formulieren (ihr wisst ja, ich übe noch): Ich habe nicht immer das Bedürfnis, mich anderen Menschen anzuvertrauen und entscheide gerne selber, wann, bei wem und in welchem Maße ich das mache 😉 Eine kurze und knappe Antwort kann also bedeuten: „Es geht mir gut“ oder „ich habe nicht das Bedürfnis, darüber zu sprechen“.

Beim Nachgrübeln über dieses Thema, sind mir einige Treffen mit einer Freundin eingefallen. Wir sehen uns gar nicht häufig, führen aber bei unseren Treffen immer sehr schöne Gespräche, wie ich finde. Und im Verlaufe dieser Treffen kommt es eigentlich immer zu dem Punkt, an dem sie ganz bewusst fragt: „Wie geht es dir?“ Und dann nämlich, wenn man merkt, jemand fragt dies aus wirklichem und echtem Interesse, kann man dieses Thema auch einfach mal 2 Stunden gründlich erörtern.

In meinem Online-Kurs über gewaltfreie Kommunikation, von dem ich euch immer wieder berichte, wird die Frage „Wie geht es dir?“ übrigens immer wieder als eine mögliche Intervention vorgeschlagen. Im Streit, wenn die Gemüter überhitzt sind, man sich Vorwürfe an den Kopf schmeißt und in einer emotionalen Schleife gefangen ist, soll diese kleine Frage z.B. dafür sorgen, die Situation aufzubrechen, um dem wahren Grund, der Ursache des Ganzen Dilemmas auf den Grund gehen zu können. Ich muss gestehen, ich habe es noch nicht ausprobiert, aber irgendwann wird sich sicherlich eine Möglichkeit ergeben.

Vielleicht hab ihr nun Lust, ein wenig auf den Umgang mit dieser alltäglichen Frage zu achten. Wie gesagt, ich selber möchte mich auch nicht jedem mitteilen, der mich im Vorübergehen mit dieser Frage anspricht, aber es kann ja durchaus sein, dass auch gute Freunde dazu neigen Standardantworten zu geben, obwohl sie eigentlich ein Bedürfnis nach einem Gespräch hätten. Hier ist dann ein wenig Feingefühl gefragt und es gilt nachzutasten, ob dem denn auch wirklich so ist… aber ihr macht das schon 😉

In diesem Sinne: Schönes Wetter heute, ne?

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi- März 2017

Ars vivendi

oder: Routiniert

Yvonne Wolf 31/03/2017

Wisst ihr, was mir, der absoluten Verfechterin des Mittagsschlafs (damit es klar ist- es geht um MEINEN Mittagsschlaf, nicht um den meiner Tochter 😉 ), seit einigen Wochen regelmäßig widerfährt? Ich lege mich mit meinem Buch hin, lese ein paar Seiten und warte darauf, dass ich nahtlos vom Inhalt meines Buches in Morpheus‘ Arme getragen werde… und warte… und warte. Irgendwann dann werde ich etwas unleidlich, weil ich mir denke: HAAAALLLLLOOO?! Was ist denn bitte hier los? Ich habe das Programm Mittagsschlaf gestartet, und irgendwo auf dem Weg scheint ein Fehler aufgetreten zu sein. Aber es hilft nichts. Es ist, als hätte mein Körper beschlossen: Nö- jetzt wird nicht geschlafen. Denk dir gefälligst was anderes aus. Was muss also her? Richtig- eine neue Routine.

Vielleicht hat es ja etwas mit dem beginnenden Frühling zu tun. Erst heute habe ich eine Zeitschrift im Briefkasten gehabt, in der stand, dass man im Frühling den Drang nach mehr Bewegung und/ oder Aktivität verspürt. Möglicherweise fordert mein Körper also einfach saisonal bedingt mehr Zeit in der Vertikalen ein. So soll es also sein. Nun wollte ich die so entstehende Zeit aber nicht nur einfach mit täglicher Hausarbeit oder ähnlich (freudlosen) Aktivitäten verstreichen lassen, sondern mit etwas füllen, was mir das Gefühl gibt, etwas für mich getan zu haben. Ein kurzer Blick auf meine To-do-Liste (!) hat gereicht, und schon war klar, was sich anbietet. Mein Online-Kurs über Gewaltfreie Kommunikation, den ich seit letztem Jahr mache, ist nämlich über die Wintermonate etwas ins Hintertreffen geraten (zuviel Mittagsschlaf 😉 ). Es warten also einige Mails auf mich, die bearbeitet werden möchten.

Sobald ich also mein Töchterlein in den mittäglichen Schlaf geschunkelt habe (ein bisschen neidisch bin ich ja doch 😉 ), erledige ich schnell ein paar Dinge im Haushalt, mache mir dann einen Tee und setze mich samt diesem und meinem Computer an unsere bislang eher zur Ablage degradierten Küchentheke und arbeite dort ein bisschen. Jeden Tag bearbeite ich eine Mail, mache mir dabei Notizen und Gedanken, trinke Tee und freue mich über das neue Wissen in meinem Kopf.

Seit einigen Tagen arbeite ich außerdem an der Veränderung meiner Morgenroutine, denn ich kann wirklich nicht leugnen, dass der vermehrte Lichteinfluss mich tatsächlich aktiver werden lässt, und ich in diesem Zuge sogar bereit bin, meinen nächtlichen Schlaf bewusst früher zu beenden, um mich in der entstehenden Zeit mit etwas Schönem zu beschäftigen. Aktuell halte ich das morgendliche Klingeln des Weckers zwar noch für einen schlechten Scherz- aber ich arbeite mich jeden Tag ein bisschen weiter vor. Und es ist ja nicht so, als würde ich es nicht schon kennen und daher ganz genau wissen: Wird schon werden 😉

Was also sind eure liebgewonnenen und hilfreichen Routinen im Alltag, und was bedeuten sie euch?

Was auch immer es ist, Abläufe im Alltag sollten hin und wieder einfach mal hinterfragt und neu organisiert werden. Nur weil wir etwas über lange Zeit nach Schema F gemacht haben, heißt es nicht, dass es aktuell auch unseren Bedürfnissen entspricht. Unsere Bedürfnisse sind in Bewegung und ändern sich, also dürfen oder sollten sich auch unsere Routinen immer mal wieder ändern und von uns angepasst werden. Denn an sich gesehen sind Routinen, zumindest für mich, etwas sehr Schönes, da sie etwas Beruhigendes, Strukturschaffendes und Haltgebendes innehaben.

In diesem Sinne: Gute Nacht 🙂

Bis bald,

              Yvonne

Ars vivendi- Februar 2017

Ars vivendi

oder: Aufgelistet

Yvonne Wolf 28/02/2017

Kennt ihr das auch? Hier eine Idee, da ein Gedanke, ach ja…das wollte ich auch noch machen – so viele Dinge, die man gerne erledigen möchte, an die man auch immer wieder denkt, aber sie trotzdem nicht anfasst. In den vergangenen Wochen hatte ich oft das Gefühl, das mein Kopf voller Sachen ist, die ich gerne machen möchte oder teils vielleicht auch machen sollte (da isser wieder… mein Freund, der Konjunktiv 😉 ), es aber irgendwie nicht hinbekommen habe. Und ich rede hier nicht nur von überlebenswichtigen oder dringend notwendigen Aufgaben, sondern auch ganz einfach von Tätigkeiten, mit denen ich mich in meiner Freizeit gern beschäftige. Denn wenn ich seit Wochen beispielsweise vorhabe etwas zu nähen, zu lesen oder sonstwas zu machen, aber immer wieder feststelle: Wieder nicht gemacht- dann ärgert mich das irgendwann und ich werde latent unleidlich, da einfach zu viele unerledigte Dinge herumschwirren. Glücklicherweise meldete sich recht bald ein gar nicht so kleiner Persönlichkeitsanteil (der zwar aktuell nicht ganz so ausgeprägt, aber immer noch da ist), nennen wir ihn liebevoll Mrs. Monk, zu Wort, der mir vollkommen empört mitteilte: Also so kann das ja auch nix werden, meine Liebe. Wir müssen hier erstmal Ordnung schaffen- was du brauchst ist: eine Liste 😉

Natürlich. Hätte ich auch früher drauf kommen können- denn immerhin war ich mal oder bin immer noch die Königin der Listenschreiber, da Listenschreiben mich irgendwie beruhigt. Während meiner Unizeit hatte ich immer ein kleines Notizbüchlein dabei, in welches ich einfach alles reingeschrieben habe, was mir in den Sinn kam oder was es zu erledigen galt. Denn das Wichtige am Listenschreiben ist meiner Meinung nach: man muss es mit der Hand machen. Eine Liste, die auf dem Handy oder PC erstellt wurde, hat in meiner Welt absolut nicht die gleiche Wertigkeit wie eine handgeschriebene Liste. Ich brauche das Gefühl, dass ich den Gedanken quasi aus meinem Kopf auf ein Stück Papier bringe und ihn schwarz auf weiß vor mir sehen kann. Sogar mein Mann, der Verfechter der multimedialen Welt schlechthin, schreibt schon seit langer Zeit handschriftliche Listen, um seinen Arbeitsalltag zu organisieren (seine Listen haben übrigens den Vorteil, dass sie quasi codiert sind, da sie außer ihm kein anderer lesen kann 😉 ). Und wenn man sich umhört, dann finden sich plötzlich viele Menschen um einen herum, die es ganz selbstverständlich finden, dass man auflistet, was in den Urlaubskoffer kommt, wem man welche Dinge ausgeliehen hat (eine gefürchtete Liste in meinem Umfeld) oder welche Bücher man im letzten Jahr gelesen hat.

Neben ein bisschen Struktur und Ordnung fungieren Listen übrigens auch wie eine Art Denkarium (alle Harry Potter-Fans wissen Bescheid, das Muggelvolk befragt an dieser Stelle bitte Google 😉 ) – wenn der Kopf voll mit Kram ist, dann wirkt es absolut befreiend, wenn man etwas aufschreibt- dann darf es nämlich aus dem Kopf, ist aber trotzdem nicht weg, weil man ja jederzeit auf seine Notizen zurückgreifen kann.

Es ist selbstverständlich notwendig, auf seine Liste etwas Acht zu geben- denn die beste Liste nützt rein gar nichts, wenn sie nicht greifbar ist. Dabei finde ich es wichtig, das sie allerdings auch nicht im Weg liegt und stört; ich hab mir z.B. ein einfaches und kleines Ringnotizbuch gekauft, wo ich dann auch bei Bedarf einfach mal Seiten rausreißen kann. Dieses Büchlein liegt immer im Wohnzimmer oder in meiner Handtasche- denn unterwegs wollen ja manchmal auch Listen geschrieben werden 😉

Wie steht ihr zum Listenschreiben? Schreibt ihr welche? Und wenn ja, wofür und in welcher Form? Oder seid ihr eher diejenigen, die uns Listenschreiber nur müde belächeln?

Ich finde, wenn in mir drin und/ oder um mich herum das Chaos herrscht, dann kann eine Liste der erste kleine Schritt sein, der meinen Blick wieder gerade rückt und mich vielleicht motiviert, etwas in Angriff zu nehmen. Wie schon eingangs gesagt- das muss nichts Großes sein. „Nur noch kurz die Welt retten“ ist selten ein Punkt auf meinen Listen; aber dafür viele kleine Dinge, die dafür Sorgen können, das mein ganz persönliches Seelenheil wieder etwas mehr ins Lot kommt!

In diesem Sinne:

An die Listen – fertig – los!!!

Bis bald,

             Yvonne

Ars vivendi- Januar 2017

Ars vivendi

oder: Offline

Yvonne Wolf 31/01/2017

Ich habe heute einen Artikel in der aktuellen Flow gelesen, der mir sehr aus der Seele spricht. Wenn ihr mal schätzen müsstet, wieviel Zeit ihr täglich an eurem Smartphone hängt- was würdet ihr sagen? Im Durchschnitt sind es wohl sage und schreibe 3 Stunden– ist das nicht unglaublich? Ungefähr alle 15 Minuten gucken wir auf unsere mobile Multimediazentrale, wobei die sozialen Netzwerke die größten Zeitfresser sind. 15 Minuten gehen für Facebook drauf, 32 Minuten für WhatsApp- Nachrichten. Immer und überall sind wir erreichbar- natürlich hat das auch viele Vorteile; doch ganz ehrlich? Nicht selten denke ich mir: Es nervt…

Auch wenn ich mich mittlerweile meinem Schicksal ergeben habe und ein Smartphone besitze, so nutze ich es doch immer noch nicht in dem Maße wie die Meisten es wohl tun. Ich empfange noch immer keine E-Mails über mein Handy, und auch die sozialen Netzwerke führe ich mir weiterhin ganz altmodisch nur über meinen Computer zu Gemüte; und zwar meistens abends, wenn ich Ruhe und Zeit dafür habe. Achtet mal darauf, wie oft es passiert, dass eure Freunde auf ihr Handy schauen und Nachrichten lesen und schreiben, während sie sich eigentlich mit euch unterhalten- es ist irgendwie traurig und manchmal ärgert es mich auch ein bisschen- nicht nur bei anderen, sondern ab und an dann auch bei mir selbst. Denn zusammengefasst ist es vor allem eins: unhöflich.

Meine Freunde sind es mittlerweile wahrscheinlich gewohnt, dass ich auch nicht sofort auf Nachrichten antworte. Denn- man glaubt es kaum- es gibt nicht selten Tage, da gucke ich einfach ein paar Stunden nicht auf mein Handy. Unfassbar, ich weiß 😉 Wenn also jemand schreibt: Bist du zu Hause? Ich würde gerne was vorbeibringen!, dann lese ich das also 2 Stunden später und denke mir: Ja, ich bin zu Hause und war es auch vor 2 Stunden. Schade Schokolade. Vielleicht nutzt du einfach mal zum Spaß den Knopf mit dem grünen Hörer auf deinem Telefon- der ist nicht nur zur Deko gedacht 😉 Dann würde nämlich endlich auch mal mein toller neuer Miss-Marple-Klingelton zum Einsatz kommen, der bis jetzt ein eher passives Dasein auf meinem Handy fristet (dabei ist der soooo toll!!!)

Was könnte man also verändern, wenn man denn etwas verändern möchte? Wie wäre es, einfach mal offline zu sein? So für einen Tag in der Woche vielleicht? Die mobile Datenübertragung am Handy einfach mal ausschalten oder- für die ganz Mutigen- das Handy einfach komplett ausmachen. Einen Tag lang keine Mails checken, keine Bildchen verschicken, keine weltverändernden Postings auf Facebook verfassen. Damit würdet ihr eurem Gehirn beispielsweise einen guten Dienst erweisen und ihm ganz nebenbei ermöglichen, sich zu kreativen Höchstleistungen emporzuschwingen, denn ohne dieses ständige Immer-erreichbar-sein werden ganz schöne viele Kapazitäten freigesetzt. Einen Versuch ist es wert!

Ich könnte mir z.B. auch vorstellen, eine schöne Kiste zu besorgen, in die meine Besucher ihre Handys für die Dauer ihres Aufenthalts hineinlegen können, um sich einfach mal eine kleine multimediale Auszeit zu gönnen und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren dürfen, statt immer an 3 Orten zugleich zu sein (und an dieser Stelle geht ein Aufschrei durch meinen Freundeskreis: Wir besuchen sie NIE wieder, wenn sie sowas macht 😀 )

Wenn ihr euch also das nächste Mal fragt, warum ihre keine Zeit für schöne Dinge habt, dann loggt euch doch einfach mal für einen Tag komplett aus – es sind angeblich 3 Stunden, die ihr gewinnt und mit Dingen füllen könnt, die euch gut tun 🙂

In diesem Sinne: Einfach mal abschalten!

Yvonne