Ars vivendi- Februar 2017

Ars vivendi

oder: Aufgelistet

Yvonne Wolf 28/02/2017

Kennt ihr das auch? Hier eine Idee, da ein Gedanke, ach ja…das wollte ich auch noch machen – so viele Dinge, die man gerne erledigen möchte, an die man auch immer wieder denkt, aber sie trotzdem nicht anfasst. In den vergangenen Wochen hatte ich oft das Gefühl, das mein Kopf voller Sachen ist, die ich gerne machen möchte oder teils vielleicht auch machen sollte (da isser wieder… mein Freund, der Konjunktiv 😉 ), es aber irgendwie nicht hinbekommen habe. Und ich rede hier nicht nur von überlebenswichtigen oder dringend notwendigen Aufgaben, sondern auch ganz einfach von Tätigkeiten, mit denen ich mich in meiner Freizeit gern beschäftige. Denn wenn ich seit Wochen beispielsweise vorhabe etwas zu nähen, zu lesen oder sonstwas zu machen, aber immer wieder feststelle: Wieder nicht gemacht- dann ärgert mich das irgendwann und ich werde latent unleidlich, da einfach zu viele unerledigte Dinge herumschwirren. Glücklicherweise meldete sich recht bald ein gar nicht so kleiner Persönlichkeitsanteil (der zwar aktuell nicht ganz so ausgeprägt, aber immer noch da ist), nennen wir ihn liebevoll Mrs. Monk, zu Wort, der mir vollkommen empört mitteilte: Also so kann das ja auch nix werden, meine Liebe. Wir müssen hier erstmal Ordnung schaffen- was du brauchst ist: eine Liste 😉

Natürlich. Hätte ich auch früher drauf kommen können- denn immerhin war ich mal oder bin immer noch die Königin der Listenschreiber, da Listenschreiben mich irgendwie beruhigt. Während meiner Unizeit hatte ich immer ein kleines Notizbüchlein dabei, in welches ich einfach alles reingeschrieben habe, was mir in den Sinn kam oder was es zu erledigen galt. Denn das Wichtige am Listenschreiben ist meiner Meinung nach: man muss es mit der Hand machen. Eine Liste, die auf dem Handy oder PC erstellt wurde, hat in meiner Welt absolut nicht die gleiche Wertigkeit wie eine handgeschriebene Liste. Ich brauche das Gefühl, dass ich den Gedanken quasi aus meinem Kopf auf ein Stück Papier bringe und ihn schwarz auf weiß vor mir sehen kann. Sogar mein Mann, der Verfechter der multimedialen Welt schlechthin, schreibt schon seit langer Zeit handschriftliche Listen, um seinen Arbeitsalltag zu organisieren (seine Listen haben übrigens den Vorteil, dass sie quasi codiert sind, da sie außer ihm kein anderer lesen kann 😉 ). Und wenn man sich umhört, dann finden sich plötzlich viele Menschen um einen herum, die es ganz selbstverständlich finden, dass man auflistet, was in den Urlaubskoffer kommt, wem man welche Dinge ausgeliehen hat (eine gefürchtete Liste in meinem Umfeld) oder welche Bücher man im letzten Jahr gelesen hat.

Neben ein bisschen Struktur und Ordnung fungieren Listen übrigens auch wie eine Art Denkarium (alle Harry Potter-Fans wissen Bescheid, das Muggelvolk befragt an dieser Stelle bitte Google 😉 ) – wenn der Kopf voll mit Kram ist, dann wirkt es absolut befreiend, wenn man etwas aufschreibt- dann darf es nämlich aus dem Kopf, ist aber trotzdem nicht weg, weil man ja jederzeit auf seine Notizen zurückgreifen kann.

Es ist selbstverständlich notwendig, auf seine Liste etwas Acht zu geben- denn die beste Liste nützt rein gar nichts, wenn sie nicht greifbar ist. Dabei finde ich es wichtig, das sie allerdings auch nicht im Weg liegt und stört; ich hab mir z.B. ein einfaches und kleines Ringnotizbuch gekauft, wo ich dann auch bei Bedarf einfach mal Seiten rausreißen kann. Dieses Büchlein liegt immer im Wohnzimmer oder in meiner Handtasche- denn unterwegs wollen ja manchmal auch Listen geschrieben werden 😉

Wie steht ihr zum Listenschreiben? Schreibt ihr welche? Und wenn ja, wofür und in welcher Form? Oder seid ihr eher diejenigen, die uns Listenschreiber nur müde belächeln?

Ich finde, wenn in mir drin und/ oder um mich herum das Chaos herrscht, dann kann eine Liste der erste kleine Schritt sein, der meinen Blick wieder gerade rückt und mich vielleicht motiviert, etwas in Angriff zu nehmen. Wie schon eingangs gesagt- das muss nichts Großes sein. „Nur noch kurz die Welt retten“ ist selten ein Punkt auf meinen Listen; aber dafür viele kleine Dinge, die dafür Sorgen können, das mein ganz persönliches Seelenheil wieder etwas mehr ins Lot kommt!

In diesem Sinne:

An die Listen – fertig – los!!!

Bis bald,

             Yvonne

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s