Ars vivendi- Januar 2017

Ars vivendi

oder: Offline

Yvonne Wolf 31/01/2017

Ich habe heute einen Artikel in der aktuellen Flow gelesen, der mir sehr aus der Seele spricht. Wenn ihr mal schätzen müsstet, wieviel Zeit ihr täglich an eurem Smartphone hängt- was würdet ihr sagen? Im Durchschnitt sind es wohl sage und schreibe 3 Stunden– ist das nicht unglaublich? Ungefähr alle 15 Minuten gucken wir auf unsere mobile Multimediazentrale, wobei die sozialen Netzwerke die größten Zeitfresser sind. 15 Minuten gehen für Facebook drauf, 32 Minuten für WhatsApp- Nachrichten. Immer und überall sind wir erreichbar- natürlich hat das auch viele Vorteile; doch ganz ehrlich? Nicht selten denke ich mir: Es nervt…

Auch wenn ich mich mittlerweile meinem Schicksal ergeben habe und ein Smartphone besitze, so nutze ich es doch immer noch nicht in dem Maße wie die Meisten es wohl tun. Ich empfange noch immer keine E-Mails über mein Handy, und auch die sozialen Netzwerke führe ich mir weiterhin ganz altmodisch nur über meinen Computer zu Gemüte; und zwar meistens abends, wenn ich Ruhe und Zeit dafür habe. Achtet mal darauf, wie oft es passiert, dass eure Freunde auf ihr Handy schauen und Nachrichten lesen und schreiben, während sie sich eigentlich mit euch unterhalten- es ist irgendwie traurig und manchmal ärgert es mich auch ein bisschen- nicht nur bei anderen, sondern ab und an dann auch bei mir selbst. Denn zusammengefasst ist es vor allem eins: unhöflich.

Meine Freunde sind es mittlerweile wahrscheinlich gewohnt, dass ich auch nicht sofort auf Nachrichten antworte. Denn- man glaubt es kaum- es gibt nicht selten Tage, da gucke ich einfach ein paar Stunden nicht auf mein Handy. Unfassbar, ich weiß 😉 Wenn also jemand schreibt: Bist du zu Hause? Ich würde gerne was vorbeibringen!, dann lese ich das also 2 Stunden später und denke mir: Ja, ich bin zu Hause und war es auch vor 2 Stunden. Schade Schokolade. Vielleicht nutzt du einfach mal zum Spaß den Knopf mit dem grünen Hörer auf deinem Telefon- der ist nicht nur zur Deko gedacht 😉 Dann würde nämlich endlich auch mal mein toller neuer Miss-Marple-Klingelton zum Einsatz kommen, der bis jetzt ein eher passives Dasein auf meinem Handy fristet (dabei ist der soooo toll!!!)

Was könnte man also verändern, wenn man denn etwas verändern möchte? Wie wäre es, einfach mal offline zu sein? So für einen Tag in der Woche vielleicht? Die mobile Datenübertragung am Handy einfach mal ausschalten oder- für die ganz Mutigen- das Handy einfach komplett ausmachen. Einen Tag lang keine Mails checken, keine Bildchen verschicken, keine weltverändernden Postings auf Facebook verfassen. Damit würdet ihr eurem Gehirn beispielsweise einen guten Dienst erweisen und ihm ganz nebenbei ermöglichen, sich zu kreativen Höchstleistungen emporzuschwingen, denn ohne dieses ständige Immer-erreichbar-sein werden ganz schöne viele Kapazitäten freigesetzt. Einen Versuch ist es wert!

Ich könnte mir z.B. auch vorstellen, eine schöne Kiste zu besorgen, in die meine Besucher ihre Handys für die Dauer ihres Aufenthalts hineinlegen können, um sich einfach mal eine kleine multimediale Auszeit zu gönnen und sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren dürfen, statt immer an 3 Orten zugleich zu sein (und an dieser Stelle geht ein Aufschrei durch meinen Freundeskreis: Wir besuchen sie NIE wieder, wenn sie sowas macht 😀 )

Wenn ihr euch also das nächste Mal fragt, warum ihre keine Zeit für schöne Dinge habt, dann loggt euch doch einfach mal für einen Tag komplett aus – es sind angeblich 3 Stunden, die ihr gewinnt und mit Dingen füllen könnt, die euch gut tun 🙂

In diesem Sinne: Einfach mal abschalten!

Yvonne

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