Ars vivendi- Juni 2016

Ars vivendi

oder: Wenn man könnte, wie man wollte!

Yvonne Wolf 30/06/2016

Jaja, der Konjunktiv. Ist er nicht schön? So vielfältige Möglichkeiten, um mit vielen Worten und endlosen Sätzen etwas auszudrücken, was in den seltensten Fällen sowieso nicht Realität wird. Wozu braucht man die ganzen Hätte-müsste-sollte-könnte-Konstruktionen denn dann überhaupt? Unter anderem zum Beispiel, um sich aufzuregen und Dampf abzulassen. Aber natürlich nur theoretischen Dampf, denn der Konjunktiv II (Achtung, Achtung) gibt uns die Möglichkeit, Wünsche und Vorstellungen zu äußern, die wahrscheinlich nicht eintreffen werden oder unmöglich sind…

Wenn man könnte, wie man wollte…! Dieser Satz ist vor einigen Wochen in einem Gespräch mit einer Freundin gefallen und geht mir seither immer wieder durch den Kopf. In besagtem Gespräch ging es um die Tatsache, dass man gar nicht so selten in Situationen gerät, in denen man nicht das sagt, was man gerne sagen würde, denn… ja- warum eigentlich nicht? Die Gründe sind durchaus verständlich: Man möchte den Frieden wahren, nicht für Unmut sorgen, keine schlafenden Hunde oder sonstigen Tiere wecken, weil man der Überzeugung ist, dass man weiß, der Andere wird not amused über die doch so gern getätigte Äußerung sein. Zudem handelt es sich beim jeweiligen Gegenüber vielleicht ausgerechnet um ein Familienmitglied, eine gute Freundin, Kollegin oder eine sonstige Person, mit der man es sich nicht verscherzen möchte oder kann, weil man zwangsläufig miteinander zu tun hat. Also wird zum Wohle der Allgemeinheit fröhlich runtergeschluckt und hingenommen. Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder einfach immer seine Meinung sagen würde? Womöglich würden wir uns alle irgendwann zerfleischen und an die Gurgel springen. Also zügelt man seine eigenen Bedürfnisse, und hält im Sinne des sozialen Miteinanders ganz einfach den Mund.

Aber – und das ist nichts Neues – geschluckter Ärger ist nicht gut für die Verdauung und bleibt solange in uns, bis er uns auf irgendeine Weise wieder begegnet. Indem man also die Konfrontation vermeidet, entgeht man vielleicht einer unerfreulichen Begegnung, hat jedoch dafür mit seinem eigenen Gedankenkarussell zu tun. Mir geht es zumindest so, wenn ich mal wieder nicht gekonnt habe, wie ich gewollt hätte. Die aufgestauten Gefühle und Gedanken laufen quasi in Dauerschleife durch den Kopf und machen nur selten eine Pause.

Komme ich in eine solche Situation, dann fühle ich mich schnell unwohl mit mir selbst, da sich meine innere Ruhe und Ausgeglichenheit, die ich mir über Jahre hinweg erarbeitet habe, und mit der es mir so gut geht, langsam, aber sicher aus dem Staub macht. Da das wiederum keine Option für mich ist, habe ich mich auf die Suche nach einem Plan B gemacht, da ich für das, was da noch kommen mag, gerne gerüstet sein möchte. Denn irgendeine Möglichkeit muss es doch geben, um dem Konjunktiv zu entfliehen und aus einem „Wenn ich könnte, wie ich wollte“ ein „Ich kann, und ich mache“ werden zu lassen 😉

Und ich habe tatsächlich etwas gefunden. Seit einigen Wochen schon beschäftige ich mich nun mit diesem Thema und bin sehr angetan von dieser Methode, die mir schon so oft über den Weg gelaufen, doch erst jetzt in den Fokus meiner Aufmerksamkeit gelangt ist. Und damit ihr auch etwas von meinen neuen Erkenntnissen habt, werde ich euch natürlich in der nächsten Ausgabe von Ars vivendi ausführlicher davon berichten (richtig, ich arbeite jetzt mit Cliffhangern 😉 ) und mit euch einen kleinen Ausflug in die Welt der Wölfe und Giraffen machen!

Bis dahin heißt es also: Geduld, Geduld, meine Lieben! Ihr könnt ja schonmal Ausschau nach diesen speziellen Wenn-ich-könnte-wie-ich-wollte-Momenten in eurem Alltag halten. Ich bin mir sicher, da findet sich was 😉

In diesem Sinne: Der Konjunktiv rettet keine Leben!

Bis bald,

            Yvonne

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