Ars vivendi- März 2016

Ars vivendi

oder: Do it yourself

Yvonne Wolf 31/03/2016

Heute möchte ich, dass sich jeder, der nun vor seinem Rechner sitzt und diese Zeilen liest, einmal überlegt wie er in der Regel seine Freizeit verbringt. Diejenigen unter euch, die jetzt mit einem Fragezeichen über dem Kopf auf den Bildschirm starren und denken: Freiwas? stellen sich bitte in die Ecke- um euch kümmere ich mich später 😉 Ich gehe erstmal davon aus, das viele jedoch sehr erfahren auf dem Gebiet ihrer Freizeitgestaltung sind und durchaus regelmäßige Aktivitäten, die in diese Kategorie fallen, in ihren Wochenplan integrieren. Vielleicht macht ihr gerne Sport, seid in irgendwelchen Vereinen unterwegs, besucht Kurse, lest den halben Tag Bücher- wie auch immer. Das, was ich euch heute ans Herz legen möchte, sind vor allem Tätigkeiten, die im weitesten Sinne in die Kategorie „Do it yourself“ gehören. Im Prinzip also alles, was irgendwie dazu führt, dass eure kreativen Energien nicht sinnlos verpuffen, sondern durch gezielten Einsatz so eingesetzt werden, dass im besten Fall etwas entsteht, auf das man hinterher stolz sein kann oder zumindest dazu führt, dass man während der Tätigkeit ganz und ausschließlich mit der Sache und sich beschäftigt ist. Und so schön es manchmal auch ist etwas in der Gruppe zu machen: Alleine kreativ sein ist durchaus auch mal empfehlenswert.

Kreative Energien. Für mich ist es eigentlich eine Tatsache, dass jeder Mensch sie haben muss, diese Art der Energie oder den Drang, etwas selbst zu erschaffen, zu kreieren, zu gestalten. Ich selbst würde wahrscheinlich irgendwann platzen, wenn ich meinem inneren Drang diesbezüglich nicht immer wieder Raum geben würde. Bereits vor einigen Jahren habe ich sowohl einen Text über die Wichtigkeit solcher Aktivitäten geschrieben, als auch einen über den Zustand des Flows, in welchen man gerät, wenn man sich ganz einer Sache widmet und so auf wundervolle Weise für einen erfrischenden Durchzug im eigenen Gehirn sorgt. Der Grund, warum ich diese Themen nun nochmal aufgreife ist folgender: Seit einiger Zeit schon wird mir immer bewusster, dass es mittlerweile in diesem Bereich eine unerschöpfliche Vielzahl an Möglichkeiten gibt, die einfach für jeden etwas bietet und stetig weiter wächst. Dank der großen Mediendichte, mit der wir uns durch den Alltag bewegen (manchmal Segen und Fluch gleichermaßen), kann man quasi alles zu jeder Zeit erlernen. Man muss keine Kurse besuchen, wenn man dies nicht einrichten kann oder möchte, sondern holt sich seinen Tutor via YouTube ganz einfach ins heimische Wohnzimmer, bei Bedarf auch gerne um 3 Uhr morgens 😉 Natürlich kann man sich auch Anleitungen durchlesen und das Ganze dann autodidaktisch in Angriff nehmen- ich selbst gehöre aber zum Beispiel zu den Personen, die manchmal einfach einen „echten“ Menschen brauchen, der es einem erklärt und zeigt.

Nachdem ich beispielsweise vorletztes Jahr einen eher weniger guten Nähkurs besucht hatte, war ich hinterher etwas frustriert. Also habe ich mir gute Anleitungen gesucht, mit denen ich selbst zurecht kam, und alles, was ich nicht verstanden habe, habe ich mir kurzerhand einfach online erklären lassen. Großartig. Wie man eine Kommode mit Folie beklebt, so dass es auch hinterher schön aussieht? Hat geklappt- mit einer Videoanleitung. Aktuell lerne ich Klavierspielen (endlich!!!) – und was soll ich sagen? Mit einem Online-Tutorial. Klappt super und ist für mich im Moment genau das Richtige, weil ich Tempo und Umfang komplett selber bestimmen kann.

Versucht es doch einfach mal, und macht euch (vielleicht im WWW) auf die Suche nach etwas, das ihr ganz in DIY-Manier selbst in die Hand nehmen könnt. Es findet sich immer irgendetwas, was einen begeistert- und ihr glaubt gar nicht wie wertvoll die so genutzte Zeit für euer Seelenleben ist.

Ach ja- die Herrschaften, die noch in der Ecke stehen. Fangen wir mit einer einfachen Definition an 😉 Laut Wikipedia gelten als Freizeit die Zeitphasen, über die der Einzelne frei verfügen kann und in denen er frei von bindenden Verpflichtungen ist. Diese Zeit steht für die Erholung von den Anstrengungen beruflicher und sonstiger Obliegenheiten zur Verfügung. Sie wird aber nicht nur dafür, sondern auch für vielfältige andere Aktivitäten genutzt.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Selbermachen!

Bis bald, Yvonne

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Ein Gedanke zu “Ars vivendi- März 2016

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