Gastrezension: „Die Kane-Chroniken – Die rote Pyramide“ (Bd.1) von Rick Riordan

Frei nach dem Motto „unverhofft kommt oft“ hatte ich gestern Abend eine Mail von meinem Bruder im Postfach, in der er mir einfach mal so eine Rezension geschickt hat, die er grade geschrieben hat. Nett, oder? Oft muss man bei Buchtipps aus Richtung meines Bruders ein bisschen Vorsicht walten lassen, da die empfohlenen Bücher nicht selten besonders… wie soll ich sagen…krank, brutal und angsteinflößend sind! ;-D Zumindest für die etwas Zartbesaiteteren unter uns. In diesem speziellen Fall liegen wir aber vollkommen auf einer Wellenlänge, und somit gebe ich diesen Lesetipp gerne und kommentarlos an euch weiter. Ich veröffentliche nun also auch Gastrezensionen 😉

Sadie und Carter Kane haben sich Weihnachten mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Ihr Vater, der Ägyptologe Dr. Julius Kane, schleppt sie an einem der wenigen Tage, an dem sich die 3 sehen, in ein Museum. Doch dieser Museumsbesuch gerät rasend schnell außer Kontrolle. Denn als ihr Vater versucht den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören, wird er von einer glutroten Figur entführt. Nun stehen Sadie und Carter alleine da und finden viel mehr über sich und ihre Familie heraus, als ihnen lieb ist. Gemeinsam mit seltsamen Verbündeten begeben sich die Beiden auf eine Rettungsmission, die sie einmal quer durch die ägyptische Welt der Götter und Mythen führt. Dabei steht nicht nur das Schicksal ihres Vaters auf dem Spiel, sondern auch das der gesamten Menschheit.
Wer nach den „Percy Jackson“-Romanen (und der daran anschließenden Serie „Helden des Olymp“) gedacht hat, Rick Riordan kennt sich nur mit der griechischen Mythologie aus, hat sich geirrt. Mit den „Kane-Chroniken“ zeigt der amerikanische Autor, dass er sich auch im alten Ägypten bestens zurechtfindet.
Böse Zungen könnten nun behaupten, dass es sich trotz allem nur wieder um eine Götter-Geschichte handelt und der Fokus auf Kindern liegt, die eine fremde Welt kennenlernen. Und tatsächlich, bricht man den Kern des Buches auf diesen Aspekt runter, passt diese Beschreibung sowohl zu Percy Jackson als auch zu den Kane-Chroniken. Doch schon zu Beginn des Buches wird klar, dass man es bei den Abenteuern der Familie Kane mit einer ganz anderen Art von Erzählung zu tun hat. So wird direkt zu Beginn klargestellt, dass der Inhalt des Buches nur eine Abschrift einer Tonbandaufnahme ist. Riordan selbst hat also gar nichts erfunden, sondern schreibt nur auf, was er „gehört“ hat. Dies hat zur Folge, dass die wahren Erzähler – Sadie und Carter – direkt zum Leser sprechen und die Geschichte durch ihre Augen erlebt wird. Die beiden Geschwister wechseln sich brav ab und erzählen das Erlebte mit ihrer jeweiligen, eigenen Art. Während Carter, der ältere Bruder, eine etwas reifere Art an den Tag legt, nimmt die kleine rebellische Sadie kein Blatt vor den Mund und sagt, was sie denkt. Zu jedem, egal ob Bruder, Fremder oder Gott.

Die Chemie zwischen den beiden Geschwistern ist zu Beginn noch nicht ganz greifbar, denn anfangs sind sich Bruder und Schwester nicht wirklich grün. Das hängt stark mit ihrer Vorgeschichte zusammen, denn während Carter nach dem Verlust der Mutter beim Vater bleiben durfte, wurde Sadie zu ihren Großeltern nach England verfrachtet. Doch auch wenn Carter bei seinem Vater war, so musste er ständig mit ihm um die Welt reisen, sich immer gut benehmen und konnte keine Freundschaften schließen. Sadie hingegen hatte ein einigermaßen geregeltes Umfeld und konnte sich ein eigenes kleines Leben aufbauen.
Die Geschichte selbst ist ein rasanter Trip durch die ägyptische Geschichte, die gekonnt mit der modernen Welt verwoben wird. Wie schon bei Percy Jackson beweist Riordan, dass er geschickt mystische Wesen und Konzepte in „unsere“ Welt transportieren kann. Allerdings werden die meisten vorgestellten Orte beinahe schneller verlassen als betreten, so dass man als Leser immer gut aufpassen muss, wo man sich denn nun gerade befindet und wer alles um die Geschwister Kane herumschwirrt.

Wer sich dem hektischen Road-Trip hingibt, bekommt eine fantastische Geschichte über Familie, Schicksal und auch Freundschaft präsentiert, die zu keiner Stelle langatmig wirkt und auf beinahe allen Seiten zu einem Schmunzeln führten kann. Die Neckereien von Sadie und Carter kennt jeder, der selbst eine Schwester oder einen Bruder hat. Doch trotz der Ärgereien und Streitigkeiten der Beiden sind sie eben eine Familie, und das wissen sie ganz genau.

Einen kleinen Abstrich in Sachen Spannung muss man allerdings machen, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass die beiden Kanes die Geschichte selbst erzählen, nachdem sie geschehen ist. Auch wenn im Buch einige Wege aufgezeigt werden, die eine Erzählung aus dem Jenseits möglich machen könnten, so weiß man als Leser doch eigentlich, dass die beiden alles im Buch überstehen werden. Und wenn man dabei noch so humorvoll vom Erlebten berichten kann, kann das auch alles gar nicht so schlimm gewesen sein.

„Die rote Pyramide“ ist übrigens der erste Teil einer Trilogie. Wer sich nach dem offenen Ende also fragt, wie es weitergeht, kann es mit Teil 2 und 3 erfahren ;).

4 von 5 Ankhs 😉

EDIT: Und für die Nicht-Ägyptologen: 4 von 5 Eulen 😉

Na, das klingt doch nach einer interessanten Trilogie! Vielleicht ist das ja was für euch!

Auf einen Blick:

„Die Kane-Chroniken – Die rote Pyramide“ (Bd.1) von Rick Riordan

Verlag: Carlsen

Seiten: 608

ISBN-10: 3551312842

ISBN-13: 978-3551312846

Preis: 10,99 € (Taschenbuch + Kindle)

 

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