Rezension: „Willkommen im Meer“ von Kai-Eric Fitzner

Dieses Buch habe ich im Rahmen unserer TeamLeseChallenge für die Kategorie „Lies das Buch eines Selfpublishers“ gelesen. Durch sehr schicksalhafte Umstände ist es letztlich dazu gekommen, dass viele Menschen in den vergangenen Monaten dieses Buch gelesen haben- wenn ihr euch die Facebook-Seite von Kai-Eric Fitzner einmal anschaut und die Posts der vergangenen Monate verfolgt, werdet ihr verstehen, warum.

Tim Schröder ist Lehrer und tritt eine neue Stelle an einer Schule in Oldenburg an. Bereits nach sehr kurzer Zeit erfreut sich Tim einer großen Beliebtheit bei seinen Schülern- denn im Gegensatz zu seinen Kollegen fordert er seine Schüler zu eigenständigem und kritischem Denken heraus. Die anderen Lehrkörper dagegen sind von Schröders Unterricht und seinen Methoden weniger begeistert- einigen ist er ein regelrechter Dorn im Auge, dem dringend ein Riegel vorgeschoben werden sollte. Und noch schöner ist es, dass Tim sich auch in seiner Freizeit gut mit seinen Schülern versteht und sie sogar bei sich wohnen lässt. Ist so etwas miteinander vereinbar? Außerdem gibt es da noch Tims Frau Antje, die heimlich an irgendeinem Projekt arbeitet, „Mutter“ und Albert, die ebenfalls ständig irgendetwas planen, und viele andere Oldenburger, die diesen Roman komplettieren.

Ein paar Seiten hat es gedauert, dann bin ich jedoch in der Geschichte angekommen und habe sie wirklich sehr gerne gelesen. Fitzners Schreibstil ist locker und leicht und zeichnet sich meiner Meinung nach durch einen – für meinen Geschmack – großartigen Humor aus, der mich an vielen Stellen hat schmunzeln oder auch laut auflachen lassen. Inhaltlich bewegt sich der Roman zwischen Tims Privatleben und seinem Leben als Lehrer- welche jedoch eng miteinander verknüpft sind. Genau das und Tims Ideale, die er in seiner Art und Weise des Unterrichts zu vermitteln versucht, sind es schließlich, die zu Unmut im Kollegium und auch bei einigen Eltern führen. Ein Berufsverbot schwebt sogar im Raum- doch da schaltet sich Tims Familie ein und steht bereit- genau wie seine Schüler. Da man als Leser zunächst genauso wenig über die Art der familiären Hilfestellungen erfährt wie der arme Tim selbst, habe ich mich während des Lesens durchaus des Öfteren gefragt, was das denn alles soll und worauf das hinauslaufen wird. Generell würde ich „Willkommen im Meer“ nämlich durchaus als inhaltsschwanger bezeichnen, da es – trotz der recht simpel anmutenden Handlung – Unmengen an Themen gibt, die der Autor aufgegriffen und verarbeitet hat. Sozialkritik und Humanismus sind die Aspekte, die mich persönlich während des Lesens und auch im Nachhinein am Meisten beschäftigt haben- doch bei jedem Leser mögen andere Dinge ins Licht gerückt werden. Auswahl gibt es wahrlich genug. Mir kommt es jedenfalls so vor, als wäre dem Autor daran gelegen, uns Leser zu kritischem Denken und Hinterfragen anzuregen- so wie Tim Schröder sich dies von seinen Schülern wünscht. Am Ende dann kommt es vielleicht alles ein bisschen dicke- aber warum auch nicht 😉

„Willkommen im Meer“ ist auf jeden Fall ein Buch, das ich euch ans Herz legen möchte. Die ernsten und auch aktuellen Themen, die dort anklingen, regen zum Nachdenken an, hinterlassen mit Sicherheit bei vielen Lesern Spuren, schmälern aber keineswegs die Lesefreude und den Spaß, den man auf jeden Fall während des Lesens hat. Lesetipp!!!

Ab sofort wird das Buch übrigens nicht mehr über die Selfpublishing- Plattform, sondern durch den Knaur Verlag verlegt.

Bewertung:

4 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Willkommen im Meer“ von Kai-Eric Fitzner

Verlag: Knaur

Seiten: 432

ISBN-10: 3426519119

ISBN-13: 978-3426519110

Preis: 9,99 € (Taschenbuch ab 24.8) / 9,99 € (Kindle)

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