Ars vivendi: Juli 2015

Ars vivendi

oder: Aus dem Bauch

Yvonne Wolf 31/07/2015

Nun ist es soweit. Das lange Warten hat ein Ende, der Alltag wurde einmal komplett umgekrempelt und ein kleines, neues Leben hat den Weg auf diese Welt und in unser Heim gefunden. Die gelassene und zuversichtliche Grundeinstellung, die mir glücklicherweise zu eigen ist, habe ich dabei lange erhalten können- doch plötzlich waren sie da: Menschen, die Ratschläge verteilen. Wie heißt es doch so schön? „Guter Rat ist teuer“. Manchmal allerdings scheint es Ratschläge durchaus im Sonderangebot zu geben- 3 zum Preis von 1. Oder sogar als kostenloses Give-away. Ich will gar nicht sagen, dass da nicht auch mal was Brauchbares und Nützliches dabei ist, für das man dankbar ist. Aber im Großen und Ganzen hat man schon recht schnell das Gefühl, dass einem jeder was anderes erzählt- und zwar nicht selten auch ungefragt. 3 Stühle- 6 Meinungen. Mindestens.

Wozu das Ganze führt, ist kein Geheimnis. Tausend Dinge schwirren plötzlich im Kopf umher und der Grad der Gelassenheit nimmt mehr und mehr ab und wird ersetzt durch ein weniger brauchbares Gefühl- man wird wahnsinnig;-) Was also tun? Die Lösung klingt mal wieder so einfach- doch natürlich erfordert die Durchführung etwas Zeit und Achtsamkeit. Denn horchen wir aufmerksam in uns hinein, dann bemerken wir irgendwann, dass da ganz tief in uns drinnen eine feine, leise Stimme ist, die uns die Dinge vermittelt, die wirklich wichtig sind und auf die wir uns so manches Mal verlassen dürfen. Die Intuition, unsere Instinkte, das Bauchgefühl- in jedem von uns gibt es etwas dieser uralten Energie, die uns in vielen Situationen – nicht nur dann, wenn es um Babys geht – ein Wissen vermittelt, welches uns den rechten Weg weist oder uns zumindest auf die Sprünge hilft. Man muss allerdings den Zugang finden…

Natürlich kann ich nicht behaupten, den Grund dafür zu kennen, warum genau das vielen von uns heutzutage so schwer fällt. Ich bin allerdings der Meinung, dass eine der Ursachen in der Tatsache begründet liegt, dass unser Alltag einfach zu vollgepackt mit allem Möglichen ist. Das, was von außen auf uns eindringt, ist so viel und so mächtig, dass es das, was in uns liegt, schlicht zum Schweigen bringt oder zumindest sehr leise dreht. Das bedeutet in der Folge, dass man vielleicht von vornherein sehr darauf fixiert ist, sich auf das zu konzentrieren, was von außen an uns herangetragen wird. Weil wir vollkommen vergessen haben, dass es eben auch oft genug ist, auf uns selbst zu hören. Schade eigentlich.

Es geht also darum, die Welt da draußen temporär auszuschalten, die Antennen nach innen zu richten und die Stimme, die in uns liegt, wieder lauter werden zu lassen. Ob es dabei nun um den Umgang mit kleinen Lebewesen, die eigene Gesundheit oder einen ganz anderen Lebensbereich geht- im Endeffekt wird es auf die ein oder andere Weise wieder zu mehr Selbstvertrauen, Gelassenheit und einem gesünderen Umgang mit uns selbst führen.

Ich wünsche euch allen also viel Erfolg beim Erforschen und Wiederentdecken eures Bauchgefühls. Es ist gut zu wissen, dass es da ist und man beizeiten darauf zugreifen kann.

Und wenn auch ihr mal wieder das Gefühl habt, mitten im Ausverkauf für gute Ratschläge zu stehen, dann versucht es doch mit einem Trick, den ich mir in nächster Zeit auch wieder mehr zu Herzen nehmen werde: Auf Durchzug schalten 😉

In diesem Sinne:

                     Bis bald 🙂

                                   Yvonne

P.S.: Und erst jetzt fällt mir auf, dass meine Überschrift durchaus auch anders betrachtet werden könnte 😀

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