Ars vivendi: März 2015

Ars vivendi

oder: Wer rastet, der rostet!

Yvonne Wolf 31/03/2015

Da bin ich beim Durchblättern meiner Lieblingszeitschrift doch auf ein schönes Thema gestoßen, bei dem ich mich gleich angesprochen gefühlt habe. Und zwar geht es um die Tatsache, dass es uns glücklicher und zufriedener macht, wenn wir regelmäßig neue Dinge lernen. Neuer Input für unsere grauen Zellen lässt uns gesünder älter werden und sorgt dafür, dass wir unseren Scharfsinn nicht verlieren. Wir können also ganz gezielt daran arbeiten, unser Oberstübchen vor dem Verrosten zu bewahren und zudem etwas für unser subjektives Glücksempfinden tun. Guter Plan, oder?

Geht es euch auch so? Wenn ich nicht ab und an dafür sorge, dass ich etwas neues lerne, dann werde ich – ich hoffe, das Wort sagt euch was – undönig 😉 Dabei muss es sich nicht immer um hochkomplexe, neue Themengebiete handeln, sondern einfach um ein bisschen Futter für den Kopf. Kleine Anregungen, etwas, womit ich mich vorher noch nicht beschäftigt habe. Die Tatsache, dass ich viel (wenn auch in letzter Zeit deutlich weniger…) lese, reicht da meist schon aus, um mich zufrieden zu stellen. Doch oft genug suche ich mir meinen Input auch z.B. aufgrund von Wissenslücken aus, die mir plötzlich bewusst werden und mit denen ich nicht länger leben möchte 😉

Irgendwann hat es mich beispielsweise unfassbar genervt, dass mein Wissen im Bereich der europäischen Länder- und Flaggenkunde irgendwie auf dem Stand eines Grundschülers stecken geblieben ist, da der Lehrplan meiner späteren Erdkundelehrer deutlich andere Themen bevorzugte. Kurzerhand habe ich also ein kleines Spiel gebastelt, bei dem Flaggen, Länder und Hauptstädte zugeordnet werden müssen, tarne es seitdem als Therapiematerial und sorge somit nicht nur für meine eigenen grauen Zellen, sondern auch für die meiner Patienten 😉 Und die finden das im Übrigen auch super!

Mein neuestes Projekt beschäftigt sich mit den fliegenden Besuchern in unserem Garten. Seit der Jahreskalender sich in Richtung Frühling bewegt, beobachte ich regelmäßig die kleinen und größeren Vogelarten, die sich hier und da tummeln. Da ich als geborenes Stadtkind aber leider nur in der Lage bin, mit Mühe eine Taube von einem Raben zu unterscheiden, musste auch hier Abhilfe geschaffen werden 😉 Nachdem es mir ein wenig zu lästig wurde, alles über irgendwelche Suchmaschinen herauszufinden, habe ich mir kurzerhand ein kleines Nachschlagewerk in der Buchhandlung besorgt. Und nun sitze ich morgens an unserem Frühstückstresen, esse, trinke und versuche, die alltäglichen Besucher zu identifizieren, die durch den Garten flattern und den Rasen entwurmen.

Die Möglichkeiten sind wie immer vielfältig. Ob es euch reicht, euch mit solch eher kleinen Häppchen zu beschäftigen oder ihr euch eine größere Herausforderung sucht: Nur zu! Sprachen, Instrumente, handwerkliche Tätigkeiten oder gar ein ganzes Studium- man muss sich nur aufraffen und es anfangen. Und eine wichtige Erkenntnis: Man ist nie zu alt dafür. Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter leistungsfähig und wird es uns danken, wenn wir es aus dem Ruhemodus befreien.

Vielleicht macht ihr euch einfach eine kleine Liste mit Dingen, die ihr schon immer lernen wolltet. Es kommt nicht darauf an, dass alles davon realistisch und sofort umsetzbar ist. Und es müssen auch keine großen Sprünge sein, die wer weiß wie vielen Menschen zu gute kommen. Die Tatsache, dass ich Herr und Frau Amsel nun persönlich begrüßen kann, bringt ehrlicherweise niemandem etwas- außer mir. Mich bringt es zum Lächeln und verschafft mir ein gutes Gefühl. Und das ist das Einzige, was in dem Fall wichtig ist. Denn wenn wir schon die Möglichkeit haben, alt und grau zu werden, müssen wir den Betrieb da oben doch irgendwie am Laufen halten, oder?

In diesem Sinne: Ran an den Rost 😉

Bis bald,

             Yvonne

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