Ars vivendi – November 2014

Ars vivendi

oder: Simplify your christmas

Yvonne Wolf 30/11/2014

Es ist mal wieder so weit. Heute entzünden die Meisten von uns die erste Kerze auf ihrem Adventskranz. Morgen wird außerdem das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet, womit spätestens jetzt jedem klar sein sollte: Der Countdown läuft 😉 In 24 Tagen ist Weihnachten. Natürlich ist die Adventszeit eine sehr eindrucks- und stimmungsvolle Zeit, die man genießen und ganz bewusst wahrnehmen sollte. Doch grade in dieser Zeit ist es nicht immer leicht, vollkommen entspannt und im Zentrum seiner selbst zu bleiben. Es gibt viel zu tun, es wird viel erwartet; wie schaffen wir es also, die Adventszeit und das Weihnachtsfest ein wenig zu entstressen und möglicherweise zu vereinfachen? Allgemeingültige Tipps kann ich euch hier natürlich nicht bieten. Aber vielleicht nimmt der Ein oder Andere von euch meine von mir selbst erprobten Ideen als Anregung und schafft es auf diese Weise, etwas mehr Ruhe und somit auch wieder mehr Freude in dieser Zeit zu verspüren!

Vom Umgang mit Zeit

Fleißige Leser meiner Kolumne erinnern sich sicherlich noch an meinen Text, den ich 2012 in eben dieser Zeit geschrieben habe. Es ist ein Phänomen, dass anscheinend alle Menschen das Bedürfnis verspüren, sich unbedingt noch „in diesem Jahr“ mit einem treffen zu wollen. Das führt oft innerhalb kürzester Zeit zu sehr vollen Terminkalendern und gepaart damit sehr schnell zu Stress. Stress, der meiner Meinung nach nicht notwendig ist. Denn: Auch in diesem Fall wird dem Dezember der Januar folgen, in dem man sich trotz neuer Jahreszahl wunderbar miteinander verabreden kann. Natürlich verabrede ich mich auch vor Weihnachten mit meinen Freunden. Allerdings sehe ich zu, dass ich im Wesentlichen nicht mehr als 2-3 Verabredungen pro Woche habe, da ich einfach auch ein paar Abende brauche, an denen ich einfach nur zu Hause und nicht unterwegs bin. Und wenn mir etwas zu viel wird, dann verschiebe ich das eben auf die Zeit nach Weihnachten oder direkt komplett ins neue Jahr. Für mich ist das ein sehr wichtiger Punkt.

Vom Umgang mit Geschenken

Weihnachten = Geschenke. Bei wem ist das nicht so? Bis vor einigen Jahren habe ich ziemlich vielen Freunden und Bekannten zu Weihnachten etwas geschenkt. Doch irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass es mich absolut in den Wahnsinn treibt, wenn ich mir wochenlang für so viele Menschen etwas überlegen „muss“. Denn man „kann“ ja nicht in einem Jahr etwas schenken, und im anderen nicht. Wenn man aber keine zündende Idee hat, was man schenken möchte, fängt man damit an, Quatsch zu kaufen. Nachdem mir das einmal sehr bewusst wurde, habe ich mir einfach ein Herz genommen und allen guten Freunden gesagt, dass das für mich nichts mehr mit Weihnachten zu tun hat und ich die Zeit, die ich mir den Kopf über Geschenke zerbreche, z.B. lieber in Form eines gemeinsamen Frühstücks verbringen möchte. Bedingung war, dass niemand irgendetwas mitbringt, was man auch nur im Entferntesten als Geschenk oder Mitbringsel bezeichnen könnte. Seit mittlerweile 6 oder 7 Jahren gibt es Weihnachtsgeschenke also nur noch innerhalb der Familie (und selbst da nicht bei jedem) und für mein Patenkind. Für mich fühlt sich das gut und richtig an, weil es mir dann auch Spaß macht, mir etwas zu überlegen. Zur Nachahmung empfohlen 😉

Vom Umgang mit Erwartungen

Ich glaube, kein anderes Fest ist so sehr mit überzogenen Erwartungen verbunden wie Weihnachten. Eine Familie, die auch im Laufe des Jahres immer wieder in der Runde zusammensitzt, für die ist Weihnachten einfach nur ein weiterer Tag, an dem man sich trifft, um diesen in eben etwas festlicherer Atmosphäre zu gestalten. Familien, die so etwas dagegen nie oder nur sehr selten machen und sich lediglich zu diesem Anlass einfinden, haben oftmals den Anspruch, dass es etwas ganz Besonderes sein muss. Es muss perfekt sein, alle sollen fröhlich sein, sich lieb haben und nur über all die schönen Dinge sprechen. Sicherlich haben Einige von euch am eigenen Leib erfahren, dass so etwas nicht selten einfach ein unglaubliches Explosionspotential innehat. Deswegen lohnt es sich manchmal durchaus, das Minenfeld zu entschärfen, indem man einfach mal etwas anders macht. Denn, nur weil man etwas seit 30 Jahren in einer bestimmten Art und Weise vollzieht, heißt es nicht, dass man es auch noch die nächsten 30 Jahre so machen muss. Natürlich kann man sich auch sagen, dass das an Weihnachten nunmal so ist und man das schon aushält. Man könnte jedoch auch mutig sein und etwas ändern. Bei uns gibt es beispielsweise seit einigen Jahren einen gemeinsamen Adventsbrunch, der in irgendeiner netten Lokalität an einem Wochenende VOR Weihnachten stattfindet. Das ist für alle einfach deutlich entspannter, weil man nichts kochen, besorgen oder vorbereiten muss. Man isst, unterhält sich nett- auf jeden Fall eine schöne Lösung. An Weihnachten selbst geht es bei uns dagegen eher ruhig und unspektakulär zu. Wir feiern in sehr übersichtlichem Kreis und erkundigen uns jedes Jahr aufs Neue, ob das so für alle Beteiligten ok ist oder jemand etwas anderes vorhat.

Soviel also zu meinem persönlichen Umgang mit der kommenden Weihnachtszeit. Wie handhabt ihr das alles? Ähnlich oder vielleicht ganz anders? Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem, dass man die Möglichkeit hat, diese schöne Zeit der Lichter, Gerüche und Besinnlichkeit so zu gestalten, dass man sich jedes Jahr aufs Neue darauf freut. Und- wie heißt es doch so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied 😉

Ich wünsche euch eine wunderschöne Advents- und Weihnachtszeit!

Bis bald,

              Yvonne

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