Ars vivendi- September 2014

Ars vivendi

oder: Freundschaftsdienste

Yvonne Wolf 28/09/2014

Vielleicht geht es dem Ein oder Anderen von euch ja ähnlich: Wenn es darum geht, etwas zu planen, zu organisieren und sich dann in der Konsequenz auch um die entsprechende Durchführung zu kümmern, dann mache ich am liebsten alles selbst. Das ist schon so, seit ich denken kann. Doch in den letzten Jahren komme ich immer mehr zu der Erkenntnis, dass Hilfe von außen durchaus erlaubt und gar nicht verwerflich ist 😉

Wenn mir z.B. jemand vor ein paar Jahren noch seine Hilfe für die Vorbereitung einer Feier o.ä. angeboten hat, dann habe ich meist dankend abgelehnt. Denn nur was ich selbst mache, kann ich auch in ausreichendem Maße kontrollieren. Außerdem muss ich mich dann nicht auf andere, sondern bloß auf mich verlassen- ich wusste dann einfach immer: läuft. Die andere Seite der Medaille bedeutete dann natürlich, dass ich mitunter ziemlich viel Zeit brauchte, bis dann wirklich alles fertig war. Auch das „war dann eben so“ ( ihr wisst ja : Et es wie et es 😉 ) und für mich vollkommen in Ordnung. Doch wenn man sich über Jahre hinweg mit dem Thema Entspannung, bewusstere Lebensführung und Achtsamkeit beschäftigt, dann lernt man auch, eigene Mechanismen und Gedankenmuster zu erkennen und diese unter Umständen zu hinterfragen und langsam, aber sicher zu verändern. Und so kam es, dass auch ich, Mrs. Ich-muss-mich-um-alles-selber-kümmern-weil-sonst-wird-das-nix, eingesehen habe, dass es für die Entstressung meines Alltags manchmal durchaus zuträglich ist, wenn ich liebe Menschen um Hilfe bitte oder einfach deren Hilfsangebote annehme, ohne im Nachhinein ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wie immer, wenn ich mich mit einem Thema beschäftige, achte ich natürlich unbewusst auch in meinem näheren Umfeld auf genau diese Dinge. Und selbstverständlich war es in diesem Fall nicht anders als sonst auch. Nicht nur ich tue mich schwer damit, um Hilfe zu bitten oder entsprechende Angebote anzunehmen, sondern mehr Menschen als gedacht. Aber warum ist das so? Zusammenfassen kann man die möglichen Gründe, die mir dabei durch den Kopf schwirren ganz simpel: Wir denken zuviel 😉 Wenn man nämlich nicht anfängt sich zu überlegen, was derjenige, dessen Hilfe ich in Anspruch nehme jetzt denken könnte, wie das dann eventuell und möglicherweise auf andere wirkt, wenn die mitbekommen, dass man nicht alles alleine gemacht hat und wie ich mich für die geleistete Hilfe revanchieren kann, damit alles wieder im Gleichgewicht ist, dann bleibt eigentlich nur Folgendes übrig: Ich brauche Hilfe – jemand hilft mir. Punkt. Das klingt so simpel, macht aber ungeheuer viel aus, weil man dadurch lernt, Dinge auch mal abzugeben oder einfach sinnvoller zu verteilen.

Vielleicht gibt es ja einige unter euch, die diesbezüglich auch noch ein bisschen Nachhilfe gebrauchen könnten. Ich selbst kann meine Kompetenzen in diesem Bereich sicherlich auch noch ausbauen, befinde mich aber, so glaube ich zumindest, auf einem ganz guten Weg. Übung macht ja bekanntlich den Meister 😉

Wenn euch also mal wieder alles über den Kopf wächst, ihr euch zuviel aufgehalst habt oder es vielleicht auch einfach jemanden in eurem Freundeskreis gibt, der etwas schlichtweg besser kann als ihr selbst (soll ja vorkommen 😉 )- dann bittet doch einfach um Hilfe. Für eine Freundschaft ist es, glaube ich, hier und da ganz erbaulich, wenn man sich gegenseitig helfen kann und umgekehrt auf zuverlässige Hilfe bauen kann, ohne sich gleich unnötige Gedanken machen zu müssen.

In diesem Sinne,

bis bald,

Yvonne

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