Rezension: „Sommer der Wahrheit“ von Nele Löwenberg

Auf dieses Buch, welches Nele Neuhaus unter einem Pseudonym veröffentlicht hat, habe ich mich wirklich sehr gefreut. Da durfte es natürlich nicht auf der Liste meiner Urlaubslektüre fehlen!

Sheridan Grant lebt mit ihrer Adoptivfamilie auf einer riesigen Farm in Nebraska. Der eintönige Alltag dort macht Sheridan zu Schaffen, so dass sie schon in jungen Jahren weiß, dass sie diesen Ort sobald wie möglich verlassen möchte. Ihre Stiefmutter Rachel macht ihr das Leben zusätzlich zur Hölle und schikaniert sie, wo sie nur kann. Zuflucht findet Sheridan in ihrer Musik, denn sie singt für ihr Leben gerne. Eine Veränderung des ach so tristen Farmlebens stellt sich dann schließlich eines Sommers ein, in dem Sheridan nicht nur das Interesse am anderen Geschlecht, sondern auch das Tagebuch einer gewissen Carloyn entdeckt. Unbedingt möchte sie deren Geschichte aufdecken, ohne zu ahnen, wie diese mit ihrer eigenen in Verbindung steht…

Dieses Buch ist wohl das, was man als einen richtigen Schmöker bezeichnet. So übersichtlich wie sich die Zusammenfassung anhört, ist der Inhalt des Buches allerdings bei Weitem nicht. Auf 496 Seiten erhalten wir als Leser Einblick in Sheridans wirklich nicht einfaches Leben und in ihre Gefühlswelt, welche sich ab einem bestimmten Zeitpunkt sehr dem männlichen Geschlecht, vornehmlich in Form älterer Männer, widmet. Doch auch Themen wie die Rebellion gegen das harte Regiment ihrer Stiefmutter, ihr Gesangstalent, das geheimnisvolle Tagebuch der Carolyn, aber auch Mord und Vergewaltigung spielen wichtige Themen und machen diesen Roman, wie ich finde, sehr inhaltsschwanger. Zwischenzeitlich fühlte ich mich wie in einer Mischung aus „Vom Winde verweht“, „Die Dornenvögel“ und „Brokeback Mountain“, weil es einfach soviel Stoff ist, den Nele Neuhaus hier unterbringt. Im Nachhinein denke ich, dass die Protagonistin all diese Schicksalsschläge in Anbetracht ihres Alters vielleicht ein wenig zu einfach weggesteckt hat- möglicherweise ist sie aber einfach auch noch stärker, als ich es ihr zutraue. Trotz der vielen, schwerwiegenden Themen führt Nele Neuhaus uns mit einer Leichtigkeit durch Sheridans Geschichte, die zumindest mich sehr gefesselt hat- denn eines muss man ihr lassen: Schreiben kann sie definitiv sehr gut. Hier und da hätte ich mir gewünscht, den ein oder anderen Handlungsstrang an entsprechender Stelle nochmal wiederzufinden, aber im Großen und Ganzen hat mir „Sommer der Wahrheit“ sehr gut gefallen. Es ist einfach die Geschichte eines jungen Mädchens, das versucht erwachsen und werden und dabei lernt, über die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, einfach hinüberzusteigen. Alle, die gerne schmökern und keine Angst vor großen Dramen haben, finden hier sicherlich gute Unterhaltung 🙂

Bewertung: 4 von 5 Eulen

Auf einen Blick:

„Sommer der Wahrheit“ von Nele Löwenberg

Verlag: ullstein

Seiten: 496

ISBN-10: 3548285619

ISBN-13: 978-3548285610

Preis: 14,99 € (Taschenbuch) / 12,99 € (Kindle)

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