Teestunde

Ruth-002

10 Fragen an Ruth M. Fuchs

 

Heute ist die Autorin Ruth M. Fuchs auf ein Tässchen Tee bei mir zu Besuch! Diejenigen unter euch, die sich regelmäßig auf meiner Seite aufhalten, haben in den vergangenen Wochen sicherlich auch meine Rezensionen rund um ihren Elfendetektiv „Erkül Bwaroo“ gelesen- wer das noch schnell nachholen möchte, kann das gerne HIER und HIER machen 🙂 Und nun viel Spaß beim Lesen des Interviews!

 

Yvonne: Welchen Tee darf ich Dir denn anbieten? Du hast freie Auswahl 🙂

Ruth: „Ich nehme einen Hagebuttentee, vielen Dank. Im Gegensatz zu meinem Helden Erkül Bwaroo mag ich den recht gern. ;-)“

Yvonne: Gut- dann widmen wir uns nun meiner Neugier! Gleich zu Anfang muss ich Dir eine Frage zu Erkül Bwaroo stellen- dem kleinen Elfendetektiv, der in Anlehnung an Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot mit Hilfe seiner grauen Zellen Mordfälle in der Märchen- und Fabelwelt aufklärt. Kannst du dich noch erinnern, wie er in Deinem Kopf entstanden ist?

Ruth: „Alles begann mit dem Magazin „Neues aus Anderwelt“, das ich 2000-2013 herausgegeben habe. Wir hatten einmal eine Diskussion, welche Themen in den einzelnen Heften angesprochen werden sollten und Chris Schlicht schlug Fantasy-Detektive vor. Sie lieferte auch gleich eine Zeichnung – es war das Bild von Erkül Bwaroo, das auch das Cover seines ersten Falles „Gestatten, Erkül Bwaroo, Elfendetektiv“ ziert. Ich sah es und war sofort begeistert. Es war klar, dass ich über diese Figur etwas schreiben musste.“

Yvonne: Die Tatsache, dass Du mit Märchenelementen spielst, die wir alle aus unserer Kindheit kennen, gefällt mir persönlich sehr. Denn trotzdem man das Gefühl hat auf Bekanntes zu stoßen, passieren ständig Dinge, mit denen man nicht rechnet. Dauert es lange, bis Du Dir ein Märchen mit allen Figuren so zurechtgebastelt hast, dass es genau diesen Effekt hat?

Ruth: „Nicht jedes Märchen eignet sich, um daraus einen Kriminalfall zu machen. Es muss etwas an sich haben, das mir ‚ungereimt‘ vorkommt. So habe ich mich zum Beispiel schon als Kind gefragt, woher eine Prinzessin wie Schneewittchen Ahnung vom Kochen haben soll. Ich überlege mir dann, wie es denn sein müsste, damit das Ganze logischer wird. Und das ist praktisch der Aufhänger. Die Handlung ergibt sich dann beim Schreiben. Bei Schneewittchen hatte ich selbst lange keine Ahnung, wer denn eigentlich der Mörder war. Erkül Bwaroo ist außerdem ein sehr starker Charakter, der durchaus ein Eigenleben führt. Da hilft es dann nur, einfach mitzugehen, wohin er gerade will.“

Yvonne: Du hast Deine Erkül Bwaroo-Bücher als Selfpublisher veröffentlicht- wie sehen Deine Erfahrungen bis jetzt mit diesem Format aus?

Ruth: „Ich finde Selfpublishing eine großartige Sache. Man ist in allem sein eigener Herr und kann allein bestimmen, was wie gemacht wird. 2003 erschien als mein allererstes Buch „Die wunderbare Welt der Elfen und Feen“ beim Eulenverlag. Ich fand den Titel eigentlich unpassend, denn in diesem Sachbuch kamen kaum Feen vor und fast keine Elfen. Auch das Cover gefiel mir nicht. Aber ich hatte da keine Mitspracherechte. Das ist ganz anders, wenn ich das Buch selbst herausbringe. Aus diesem Grund wird die überarbeitete Fassung gerade dieses Buches demnächst unter dem Titel „Welcher Naturgeist ist das? Eine Art Bestimmungsbuch“ demnächst neu von mir herausgegeben werden. Abgesehen davon kann ich als Selfpublisher genau das schreiben, was mir am Herzen liegt und muss mich nicht dem Mainstream fügen.“

Yvonne: Lässt Du Freunde und Bekannte Deine Texte als Testleser vorab lesen?

Ruth: „Meine Geschichten werden immer zuerst von meinem Mann gelesen. Er ist ein begnadeter Lektor und ein gnadenloser Kritiker. Wenn der Plot vor ihm Bestand hat, kann ich sicher sein, dass er gut ist. :-)“

Yvonne: Welches Buch hast Du selbst zuletzt gelesen und wie hat es Dir gefallen?

Ruth: „Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war „Baudolino“, ein historischer Roman von Umberto Eco. Baudolino erzählt darin einem byzantinischen Historiker zur Zeit der Kreuzzüge sein Leben. Dabei werden eine Menge sowohl historische, als auch phantastische Elemente zu einer großartigen Geschichte verwoben und ganz neu beleuchtet. Das hat mir gut gefallen.“

Yvonne: Glaubst du, dass es für jede Gemütslage das richtige Buch gibt? – Literarische Medizin quasi?

Ruth: „Ja, ich bin ganz sicher, dass es für jede Lebenslage das richtige Buch gibt. Das Problem ist lediglich, es zu finden. Für so etwas ist dann ein eReader sehr praktisch, weil man viele Bücher ganz leicht zur Hand hat. Für eine gemütliche Lektüre bevorzuge ich aber nach wie vor ‚richtige‘ Bücher.“

Yvonne: Mich interessieren immer besonders die Bücherregale anderer Menschen- deswegen muss ich auch Dich fragen: Was sieht man denn alles, wenn man sich vor Dein Bücherregal stellt?

Ruth: „Ich denke, wenn man vor meinem Hauptregal steht, findet man so ziemlich alles. Es ist 5m breit und 8m hoch (minus einer schrägen Wand) und enthält über 3000 Bücher. Da ist natürlich meine Märchensammlung zu finden, Bücher über Legenden und Mythen und selbstverständlich Fantasy. Krimis und Thriller gibt es auch. Klassiker wie Shakespeare, Austen, Dickens, Fontane oder Schiller sind auch vorhanden und dazu einige Geschichtsbücher und Kunstbände.“

Yvonne: Sortierst Du manchmal Bücher aus? Und was machst Du ggf. mit den aussortierten Büchern?

Ruth: „Es fällt mir unheimlich schwer, mich von einem Buch zu trennen. Manchmal verschenke ich eines. Aber eigentlich suche ich eher nach Möglichkeiten, um irgendwo ein neues Bücherregal unterzubringen. Seit es eReader gibt, greife ich gern auch darauf zurück, um das Platzproblem zu minimieren.“

Yvonne: Hast Du einen oder mehrere Lieblingsschriftsteller?

Ruth: „Ich liebe Charles Dickens und Jane Austen. Und natürlich Agatha Christie. Die Kurzgeschichten von Somerset Maugham lese ich auch gern, seine Romane allerdings nicht. Bei den heutigen Schriftstellern lasse ich mir kein Buch von Terry Pratchett entgehen. Außerdem mag ich Neil Gaiman, Gerd Scherm, Thilo Corzilius, oder den schon erwähnten Eco. Aber das sind längst nicht alle.“

Yvonne: Und zum Schluss noch eine Frage: Wo liest Du am Liebsten?

Ruth: „Eigentlich lese ich überall. Am meisten genieße ich es aber in meinem guten, alten Lesesessel oder im Bett.“

Yvonne: Vielen lieben Dank für’s Mitmachen- ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Erkül Bwaroo 🙂

Ruth: „Ich habe zu danken. Es hat Spaß gemacht, mit dir Tee zu trinken. Alles Gute für dich, und keine Sorge – Erkül wird weiter ermitteln.“

Yvonne: Ich bin gespannt 🙂

So, ihr Lieben- das war sie, die zweite Teestunde der Leseeule. Wer sich noch ein wenig über Ruth M. Fuchs und ihre Arbeit informieren möchte, der kann einfach ein wenig auf ihrer Homepage herumlesen: www.ruthmfuchs.de

Aufgepasst: Am 20. Mai wird die Leseeule schon 1 Jahr alt- anlässlich dieses Ereignisses stellt Ruth M. Fuchs jeweils ein Exemplar von „Gestatten, Erkül Bwaroo, Elfendetektiv“ und „Erkül Bwaroo auf der Fabelinsel“ inklusive passendem Lesezeichen und persönlicher Widmung zur Verfügung! Es darf also wieder fleißig in den Lostopf gehüpft werden 🙂 In den nächsten Tagen erhaltet ihr hierzu weitere Infos!
Advertisements

2 Gedanken zu “Teestunde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s