Ars vivendi- April 2014

Ars vivendi

oder: Willkommen im Jetzt 🙂

Yvonne Wolf 30/04/2014

Früher war alles besser.“ Habt ihr auch Menschen in eurem Umfeld, die ab und an solche Sätze von sich geben? Oder seid ihr es vielleicht sogar selbst, die immer mit einem Fuß in der Vergangenheit stehen? Naja, so ein bisschen Retro ist wohl jeder von uns- ich kann mich auch nicht davon lossprechen, dass sich auf meinem Gesicht ein dämliches Grinsen einstellt, wenn ich mit Dingen unterschiedlichster Art von „früher“ konfrontiert werde. Dabei muss es sich ja auch nicht immer um die guten alten Kindertage handeln, die sehnsüchtige Gefühle in uns wecken- manchmal sind es vielleicht auch Erinnerungen aus der Schulzeit oder den Studienjahren, die uns wehmütig auf vergangene Zeiten blicken lassen. Das ist ja auch alles legitim- man sollte eben nur nicht das Hier und Jetzt vergessen, denn dort spielt sich ja immerhin unser aktueller Leben ab. Und ich schätze, niemand möchte am letzten Tag seines Lebens bestürzt feststellen, dass er sein ganzes Leben lang immer nur Vergangenem nachgetrauert hat, oder?

Wie so oft im Leben gibt es natürlich auch hier zwei Lager. Die Einen wissen zwar um ihre Vergangenheit und machen hier und da einen gedanklichen Ausflug in sie zurück, die Anderen möchten wahrscheinlich am Liebsten, dass die Zeit stillsteht und alles einfach so bleibt wie es ist. Das Problem ist nur, wenn man so stark in der Vergangenheit verankert ist, dann laufen einem die Mitmenschen einfach davon und man bleibt alleine zurück, unfähig sich von der Stelle zu bewegen. Doch, ob wir wollen oder nicht- die Erde dreht sich weiter… (ihr merkt schon, ich hab heut meinen philosophischen Tag 😉 )

Wo liegt also der Hund begraben? Warum möchten manche von uns nicht im Hier und Heute sein, den Blick nach Vorne richten und das Leben nutzen?

Es gibt dazu sicherlich so viele Meinungen wie Menschen auf diesem Planeten, und natürlich spielen auch immer mehrere Faktoren eine Rolle- ich persönlich denke jedoch, dass es unter anderem etwas mit der grundlegenden Akzeptanz unseres Lebensweges zu tun hat. Jeder Schritt, den wir weitergehen, bringt uns ein Stückchen näher Richtung Zielgeraden- und indem man auf Teufel komm raus versucht, alle diese Schritte nicht zu gehen, erhofft man sich möglicherweise einen Aufschub.

Aber hey, es macht doch auch Spaß, den eigenen Lebensweg zu beschreiten- oder höre ich irgendwo Protest? 😉 Oder möchte mir vielleicht hier irgendjemand weiß machen, dass er gerne nochmal Anfang 20 sein möchte? Grade aus der Schule raus, keinen Plan von irgendwas, kein festes Gehalt und nochmal 3 bis 5 Jahre Ausbildung oder Studium? Im Leben nicht!!! Glaubt mir, ich habe meine Studienzeit sehr genossen und möchte nichts, was ich in dieser Zeit getan habe (und vor allem, was ich nicht getan habe 😀 ) missen- aber es ist auch gut, dass es vorbei ist. Ernsthaft.

Eine andere Variante ist natürlich, alles auf später, also in die Zukunft, zu verschieben. Auf diese Art und Weise kann man selbstverständlich auch verhindern, dass man seinen Weg weiterläuft und dass man offen für die neuen Wendungen des Lebens ist. Morgen, morgen, nur nicht heute…

Wer mal wirklich diesbezüglich ins Grübeln kommen möchte, der schaut sich bitte (mindestens) die ersten Minuten des Films „Oben“ von Pixar an. Als Kinderfilm getarnt, wird man hier als Erwachsener kurz mal auf den unerschütterlichen Boden der Tatsachen befördert. So traurig, so schön und auch so wahr.

Nun denn, die Philosophiestunde ist für heute beendet 😉

Ich wünsche euch einen schönen Start in den Wonnemonat Mai!

Bis bald, 

             Yvonne

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Ein Gedanke zu “Ars vivendi- April 2014

  1. Wenn ich an meine Abi Zeit denke, denk ich meist an lernen. Wenn ich zurück ans Studium denke, kommt die Angst vorm Durchfällen hoch. Heute würde ich nicht so verbissen an die Sache ran gehen. Im Leben kommt es mit guten Noten genauso anders als man denkt.

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