Rezension: „Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort“ von Jostein Gaarder

Dieses Buch habe ich schon einiger Zeit einer Freundin zum Geburtstag geschenkt- da ich Jostein Gaarder sehr gerne mag und schon das Ein oder Andere Buch von ihm gelesen habe, musste ich mir dieses natürlich nun auch mal bei ihr ausleihen 🙂

Die schwer kranke Cecilie verbringt die meiste Zeit in ihrem Bett und wird dort von ihrer gesamten Familie umsorgt. Auch wenn es nicht ausgesprochen wird, so weiß doch jeder, dass das kommende Weihnachtsfest wahrscheinlich Cecilies letztes sein wird. Ihre Eltern, die Großmutter und auch ihr kleiner Bruder verbringen viel Zeit an ihrem Bett und leisten ihr Gesellschaft. Dann, als Cecilie alleine in ihrem Zimmer ist und aufwacht, sitzt der Engel Ariel plötzlich an ihrem Fenster und beginnt eine Unterhaltung mit ihr, die sich über mehrere Tage und Wochen erstreckt. Cecilie soll dem neugierigen Engel erklären, wie Menschen mit ihren Sinnen die Welt erfahren können. Im Gegenzug erzählt Ariel ihr im wahrsten Sinne des Wortes etwas über Gott und die Welt. Trotz ihrer Skepsis ist Cecilie nach und nach in der Lage, einen vorsichtigen Blick auf das große Ganze zu werfen…

Mit nur 175 Seiten ist dieses Buch zwar verhältnismäßig dünn, inhaltlich doch sehr gehaltvoll. Die Gespräche, die Cecilie mit dem Engel Ariel führt, sind tiefgründig und regen durchweg zum Nachdenken an. So erklärt Ariel beispielsweise, dass Adam und Eva als Kinder im Paradies waren und sie „vertrieben“ wurden, indem sie durch das Essen der Äpfel vom Baum der Erkenntnis erwachsen wurden und so den Kontakt zu ihrem inneren Kind verloren haben. Für viele von uns ist unsere Welt nichts Besonderes mehr- sie ist uns zur Gewohnheit geworden, da wir es verlernt haben zu staunen. Alle diejenigen, die vor philosophisch angehauchten Themen nicht zurückschrecken und es mögen, wenn die eigene Gedankenmaschinerie in Gang gesetzt wird, werden dieses Buch sicherlich als sehr wertvoll empfinden. Behutsam und auf eine angenehm leichte Art und Weise werden die Themen Leben und Tod behandelt, ohne dass es dabei zu einer erdrückenden Stimmung kommt. Im Gegenteil sorgt Ariel immer wieder dafür, dass man zwischendurch auch schmunzeln muss und am Ende im besten Fall ein bisschen versöhnt ist mit dem Lauf, den unser aller Leben, und das der kleinen Cecilie im Speziellen, nunmal nimmt. Ein traurig schönes Buch mit Tiefgang, das für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist.

Bewertung: 5 von 5 Eulen

 

Auf einen Blick:

„Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort“ von Jostein Gaarder (9. Auflage/2011)

Verlag: dtv

Seiten: 175

ISBN-10: 3423129174

ISBN-13: 978-3423129176

Preis: 7,90 € (Taschenbuch)

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