Ars vivendi- Februar 2014

Ars vivendi

oder: Stärkung von Innen

Yvonne Wolf 28/02/2014

Die aufmerksamen Leser unter Euch wissen sicherlich schon, um was es in dieser Ausgabe von Ars vivendi gehen wird, oder? In meiner letzten Kolumne habe ich euch ja erzählt, dass ich es mal wieder für notwendig erachte etwas für meine innere Widerstandskraft zu tun. Denn es gibt nunmal Faktoren in unser aller Alltag, die wir nicht ändern können, und denen wir über kurz oder lang etwas entgegensetzen müssen, wenn wir nicht von ihnen zermürbt werden möchten. Ob die Wurzel allen Übels nun in unserem Berufsalltag, im Freundes-, Bekannten- oder Familienkreis liegt ist dabei ganz egal. Tatsache ist, dass wir über kurz oder lang an uns selbst arbeiten müssen, um mit der jeweiligen Situation umgehen zu können. Natürlich kann man den Job wechseln und Abstand zu Personen halten, die einem nicht gut tun- aber wie oft will man denn sowas machen? Die Wahrscheinlichkeit wieder in die gleiche oder zumindest in eine ähnliche Situation zu kommen liegt schätzungsweise ungefähr… bei 100%. Und irgendwann soll das eigene Leben doch auch mal ein bisschen ruhiger werden, oder? (Man wird ja immerhin nicht jünger 😀 ) Das heißt für uns also: Ran an die Arbeit 😉

Ich habe mich also entspannt. Lange nachdenken musste ich nicht, als ich mir Gedanken darüber gemacht habe, mit welcher Entspannungsmethode ich mich in diesem Monat beschäftigen möchte. „Autogenes Training“ habe ich schon damals in meiner Ausbildung zur Entspannungspädagogin gerne gemacht und so habe ich mich im Rahmen meines kleinen Projektes gleich dafür entschieden. Ich mag es einfach, durch gezielte Suggestion Körperreaktionen auszulösen und meinen Geist zu kontrollieren. Dadurch wird mir zumindest immer wieder vor Augen geführt, dass man zu jeder Zeit selber für das verantwortlich ist, was man denkt. Da ich mich nun aber seit sehr langer Zeit nicht mehr aktiv mit dieser Methode auseinandergesetzt habe, musste ich natürlich ganz von vorne anfangen und mich Schritt für Schritt vorwärts arbeiten.

Alle paar Tage habe ich mich also in die Horizontale begeben, und mir für ungefähr 20 Minuten die entsprechenden Sätze der einzelnen Übungen des Autogenen Trainings im Stillen vorgesprochen. Die ersten beiden Male war ich hinterher überaus erfreut, weil ich die Übungen von Anfang bis Ende gut durchziehen konnte. Aber wie es nunmal so ist, wenn man sich in Sicherheit wiegt: Beim dritten Mal ist das passiert, was man tunlichst vermeiden sollte, wenn man sich entspannt- ich bin eingeschlafen. Der Ein oder Andere wird jetzt denken, dass dies doch sicherlich ein positives Zeichen ist. Ist es aber nicht. Um es ganz einfach auszudrücken: Wenn wir einschlafen, rutschen wir in die falsche Phase und unser Körper befindet sich nicht mehr in der Phase, in welcher sich der Körper regeneriert. DA wollen wir aber ja hin. Versuch macht ja bekanntlich klug- und so habe ich mir in der nächsten Übungseinheit einen Notfallwecker gestellt. Wenn der Geist noch zu schwach ist, muss eben die Technik helfen 😉 Alles in Allem habe ich zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht alle Übungen vollständig integriert- es wird wohl noch ein paar Wochen dauern, bis mein Geist wieder meiner vollen Kontrolle unterliegt 😉

Was ich aber bereits nach kurzer Zeit bemerkt habe, ist die Tatsache, dass ich mich tagsüber wieder länger fit fühle. Auch das ist mit Sicherheit ausbaufähig, aber immerhin hat es sich bereits so verändert, dass es mir auffällt. Außerdem hat diese ganze Entspannungsgeschichte den Vorteil, dass ich auch generell wieder mehr für mich sorge. Ganz brav nehme ich z.B. jeden Tag meine Teekanne mit in die Praxis und statte mein Auto mit kleinen Getränkeflaschen aus, damit ich auch abends bloß auf eine erfreuliche Flüssigkeitsbilanz zurückblicken kann. Solche unscheinbaren, aber wichtigen Dinge führen dann über kurz über lang bestimmt dazu, dass die Waagschalen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Mal sehen, ob ich es schaffe, mein Vorhaben auch in den nächsten Wochen aufrecht zu erhalten. Es ist gar nicht so einfach, sich regelmäßig aufzuraffen und seine Übungen zu machen. Für mich ist es immer am Besten, wenn ich meine Übungen gleich nach dem Heimkommen mache- denn wenn ich erstmal Kontakt zu meinem Sofa aufgebaut habe, ist es zu spät. Da sitzt nämlich mein innerer Schweinehund. Der ist ungefähr so groß wie ein mittelschwerer Elefant- und wenn DER erst auf mir drauf sitzt, ist Hopfen und Malz verloren 😉

Vielleicht habt ihr ja auch Lust bekommen, euch auch aktiver mit diesem Thema zu beschäftigen. Falls ja, dann möchte ich euch bitten, die entsprechenden Methoden unter fachkundiger Anleitung zu erlernen. Cds und Bücher sind meist nur ergänzend zu empfehlen und ersetzen nicht die persönliche Anleitung. Außerdem gibt es auch Personen, für die Entspannungstechniken nicht geeignet sind. Wenn man sich in einer akuten Trauerphase befindet oder psychisch labil ist und/oder entsprechende Medikamente einnimmt, dann ist Entspannung nicht das Mittel der Wahl.

In diesem Sinne:

                                    Bis bald,

                                                      Yvonne

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s