Rezension: „Traumsammler“ von Khaled Hosseini

Mit „Traumsammler“ von Khaled Hosseini gibt es ein weiteres Buch, dass mir wieder einmal gezeigt hat: Es lohnt sich, bekannte Pfade zu verlassen. Denn hätte ich dieses Buch nicht geschenkt bekommen, hätte ich es sehr wahrscheinlich nie in die Hand genommen und somit eine wunderschön erzählte Geschichte verpasst!

Der Roman beginnt mit einer schmerzlichen Trennung. Die Geschwister Abdullah (10) und Pari (3) reisen mit ihrem Vater durch die Wüste nach Kabul, um dort einen lebensverändernden Einschnitt erleben zu müssen. Der Winter wird hart, die Familie hat nicht viel Geld- und so wird die kleine Pari an ein reiches, kinderloses Ehepaar abgegeben. Die beiden Geschwister jedoch lieben einander so sehr, dass sich diese Trennung unweigerlich auf den Rest ihres Lebens auswirkt. Auch wenn Pari sich aufgrund ihres jungen Alters schon bald nicht mehr an dieses Ereignis erinnern kann, so hat sie trotz allem doch immerzu das Gefühl, etwas in ihrem Leben würde fehlen, sei unvollständig. Ausgehend von diesem Schicksal lernt man in jedem Kapitel weitere Personen und Lebensläufe kennen, die alle an irgendeinem Punkt mit einem bereits bekannten Charakter des Buches verknüpft sind, und sei es nur am Rande. Man begleitet die Personen ein Stück, erfährt etwas über das jeweilige Leben und verlässt sie dann auch wieder. Zum Schluss führt der Weg dann wieder zurück zu Abdullah und Pari, und man erfährt, was ihnen am Ende ihres Lebens zu guter Letzt doch noch gegönnt wurde…

Der „Traumsammler“ ist, wie eingangs schon erwähnt, eine wunderschöne Geschichte. Khaled Hosseini versteht es, seine Leser mit Hilfe seines Erzählstils durch die verschiedenen Schicksale zu führen, so dass man ein jedes auf andere Art und Weise berührend und ergreifend findet. Die Geschichte Abdullahs und Paris dient hierbei als Rahmenhandlung, von derer ausgehend alle weiteren Verzweigungen abgehen. Etwas irreführend ist allerdings der Klappentext des Buches, der dem Leser suggeriert, dass das Schicksal der beiden Geschwister die Haupthandlung ist. Wer das Buch also mit dieser Erwartung liest, ist im besten Fall nur verwirrt, im schlimmsten Fall aber enttäuscht. Das wiederum wäre wirklich schade, da diese Geschichte eine so lesenswerte ist. Und am Ende liest man die letzten Zeilen, klappt das Buch mit einem Seufzer zu und muss erstmal nachdenken… vielleicht sogar mit feuchten Augen;-)

Auf einen Blick:

„Traumsammler“ von Khaled Hosseini (2013)

Verlag: S. Fischer

ISBN-10: 3100329104

ISBN-13: 978-3100329103

Preis: 19,99 € (Hardcover) / 17,99 € (Kindle-Version)

 

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Ein Gedanke zu “Rezension: „Traumsammler“ von Khaled Hosseini

  1. Ähnlich wie dir ging es mir auch als ich Hosseinis „Drachenläufer“ zugeklappt habe.
    Traumsammler steht auf jeden Fall ganz oben auf meiner Lese-Wunschliste – jetzt erst recht 😉

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