Ars vivendi- November 2013

Ars vivendi

oder: Das Glücksgen

Yvonne Wolf 29/11/2013

Ihr habt ja sicherlich mitbekommen, dass es in Rundfunk und Fernsehen vor kurzem eine Themenwoche zum Thema Glück gab. Dieses Thema wird immer wieder gerne auseinandergenommen und analysiert, weil ja viele gerne DAS Rezept zum immerwährenden Glücklichsein hätten. In diesem Zusammenhang ist mir eingefallen, dass ich zu Beginn des Jahres ein sehr schönes Buch zu diesem Thema gelesen habe: „Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden“ von Alexandra Reinwarth. Die Autorin hat ein ganzes Jahr lang sämtliche Tipps aus allen möglichen Glücksratgebern in ihren Alltag integriert, und berichtet auf wirklich sehr amüsante Art und Weise von ihren Erfahrungen. Ich habe teilweise Tränen gelacht, weil man sich das alles einfach so gut vorstellen kann und ihr Humor wirklich unschlagbar ist. Wer also kurz vor Jahresende noch etwas für seine Lachmuskeln (und somit für sein persönliches Glücksempfinden) tun möchte, der möge zugreifen! Kurzweilige Unterhaltung und die ein oder andere Anregung ist garantiert!

Als ich in den vergangenen Tagen also immer wieder über dieses Thema nachgedacht habe und sich die Idee für diese Kolumne so langsam in meinem Kopf formiert hat, habe ich mir gedacht, dass jeder von uns wirklich unsagbar viele Möglichkeiten hat, um aus sich einen glücklichen Menschen zu machen. Wenn man sich wirklich mit diesem Thema und somit mit sich selbst beschäftigt, dann möchte man meinen, dass man früher oder später auf irgendetwas stößt, was die persönliche Glückskurve ansteigen lässt. Sport, Musik, Kunst, Bücher, Freunde, die Familie, der Partner- es gibt zahlreiche große und kleine Dinge, die Glück hervorbringen und auch aufrechterhalten können.

Wo liegt also das Problem? Müssten wir dann nicht alle unglaublich glücklich durch die Weltgeschichte laufen und eine stetige innere Zufriedenheit verspüren? Theoretisch ja, praktisch läuft der Hase anders;-) Denn nicht alle Menschen scheinen in der Lage zu sein, das Glück in ihr Leben zu lassen. Es geht hier gar nicht darum, ein ständiges Grinsen auf dem Gesicht zu haben- das wäre ja auch eher… anstrengend. Und natürlich hat jeder mal ein Recht auf schlechte Laune- die habe ich auch aktuell immer mal wieder. Ich brauche grade mehr als dringend Urlaub, diese Dunkelheit geht mir sowas von auf die Nerven und eigentlich bin ich für die Einführung des Winterschlafs. Ihr könnt mir glauben- ich wäre die Erste auf der Liste;-) Wenn mich aber jemand fragt, ob ich glücklich bin, dann wäre meine Antwort immer: Ja, klar!

Dann gibt es aber diejenigen Zeitgenossen, denen man ein leeres Glas vor die Nase stellt, es dann vor ihren Augen bis zur Hälfte füllt, und die trotzdem steif und fest behaupten, das Glas sei halb leer. Versteht ihr, was ich meine? Bei manchen Menschen hat man einfach das Gefühl, sie möchten einfach nicht glücklich sein. Ganz egal, was man in seinem Leben erlebt und erfahren hat- es gibt Leute, bei denen da irgendwas blockiert ist. Ich hab diesen Gedanken ein bisschen weitergesponnen und kam dann auf die Idee, dass es vielleicht gar nicht am „Nicht-Wollen“, sondern möglicherweise am „Nicht-Können“ liegt. Kann es denn sein, dass es so etwas wie eine „Glücksfähigkeit“ in uns gibt, die bei jedem von uns ganz unterschiedlich ausgeprägt ist? Oder noch besser: Vielleicht gibt es ein Glücksgen, das allerdings nur bei einem Teil von uns vorhanden ist? Hui, das wär ja was;-)

Das mit der genetischen Prädisposition sei mal dahingestellt- aber die Sache mit der unterschiedlich ausgeprägten Glücksfähigkeit klingt doch eigentlich nach einer realistischen Geschichte, oder? Ich hoffe jedenfalls, dass ihr alle ausreichende Kompetenzen in diesem Bereich mitbringt und ihr im Team „Das Glas ist halb voll“ mitspielt;-) Kümmert euch aktiv um euer Glück und pflanzt dieses Gefühl dauerhaft in eure Seele ein- sie wird es euch danken!

Am Ende wird alles gut. Wird es nicht gut, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)

In diesem Sinne,

                            bis bald,

                                              Yvonne

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