Ars vivendi- Oktober 2013

Ars vivendi

oder: Sei gut zu Dir 🙂

Yvonne Wolf 28/10/2013

Wisst ihr, was ich wirklich nicht verstehe? Dass manche Menschen- und es sind nicht wenige- das Bedürfnis verspüren sich, sobald sie die eigenen vier Wände betreten, umziehen zu müssen. Sie ziehen „was Bequemes“ an. Ganz genau. Aber warum sehen denn diese bequemen Sachen bitteschön in 90 % aller Fälle so aus, als wäre man plötzlich Ehrenmitglied der Familie Flodder? Falls man einen Job hat, bei dem man den ganzen Tag in Anzug, Hemd und Kostümchen herumstöckeln muss, dann kann ich es ja durchaus verstehen, wenn man einen kurzen Klamottentausch anvisiert, wenn man nach Hause kommt. Aber man möchte doch immer noch einen Blick in den Spiegel riskieren können, ohne dabei gleich einen Herzstillstand erleiden zu müssen, oder? Also ich persönlich kann mich nur in etwas wohlfühlen, in dem ich auch noch einigermaßen ansehnlich aussehe- geht es denn so vielen Leuten gänzlich anders? Und jetzt in der aktuell über uns hereinbrechenden kalten und dunklen Jahreszeit lauern besonders viele dieser kleinen Alltagssünden an jeder Ecke auf uns und warten nur darauf zuzuschlagen. Grade jetzt im Herbst und Winter heißt es also: Passt auf euch auf und kümmert euch liebevoll um euch selbst- damit es im Frühling kein böses Erwachen gibt 😉

Ich muss nochmal auf die Geschichte mit dem Umziehen zurückkommen, denn das liegt mir wirklich am Herzen:-) Wer von euch besitzt einen Jogginganzug (im schlimmsten Fall mit passender Jacke- im allerschlimmsten Fall aus Ballonseide…)? Ja, das dachte ich mir. Immerhin habe ich den Ein oder Anderen sogar schon in solchen Outfits live gesehen 😀 Ihr macht jetzt bitte Folgendes: Aufstehen, an den Kleiderschrank gehen, das Ding in einen Müllbeutel packen und für die nächste Altkleidersammlung auf Seite stellen. Bitte. Alternativ könnt ihr ihn auch verbrennen- dann ist er wirklich weg. Warum? Weil man so etwas nicht anzieht. Niemals. Wenn es sich um eine gut geschnittene Sporthose handelt, die euch schmeichelt, dann könnte ich ein Auge zudrücken – aber auch nur dann. Das gleiche gilt für sämtliche T- Shirts, die euch bis an die Kniekehlen gehen oder in die man auch locker zu zweit passen würde. Ganz ehrlich- die Ausrede „Aber ich brauche das, wenn ich nach Hause komme“ zählt nicht. Mir kann doch niemand erzählen, dass man sich tagsüber nur für die Außenwelt anhübscht, um dann am Nachmittag durch eine Art Zaubertüre zu gehen, die einen in einen Zombie verwandelt. Und viele von euch sind ja auch nicht mal alleine zu Hause… also ich bitte euch;-)

Nächstes Thema. Jedes Jahr, wenn die Temperaturkurve sich wieder konstant im angenehm zweistelligen Bereich befindet, werde ich Zeuge von Sätzen der folgenden Art (und das ist leider, leider kein Scherz…): „Ach, wenn es jetzt wieder wärmer wird, muss ich mich ja wieder rasieren.“ Ohne Worte. In solchen Momenten wünsche ich mir, dass meine Phantasie die Klappe hält, damit die bösen, bösen Bilder aus meinem Kopf verschwinden. Was ist denn da los? Heißt das, sobald die Winterreifen aufgezogen sind, wird die Körperhygiene auf das Notwendigste reduziert? Oder steht auf euren Rasierermodellen sowas wie „Bitte nur von April bis September verwenden“??? Also ich habe da so ein Ganzjahresmodell, das ich nur jedem wärmstens empfehlen kann;-) Es ist für mich wirklich unverständlich wie man sich in den Wintermonaten so gehen lassen kann. Vor ein paar Tagen habe ich meinem Mann erzählt, worüber ich meine nächste Kolumne schreiben werde und habe ihm in diesem Zuge genau von diesem grade erwähnten Phänomen berichtet. Er saß mir vollkommen ungläubig gegenüber und konnte es nicht so richtig glauben. Und als ich ihn dann grinsend gefragt habe, was er denn machen würde, wenn ich sowas anfangen würde, hat er ganz trocken gesagt: „Du würdest hier rausfliegen.“ Seht ihr- spätestens nach einer Woche würde ich mich gefesselt an einen Stuhl vorfinden, um dann mit einem Eimer heißem Wachs übergossen zu werden. Schönes Bild.

In erster Linie geht es nun also darum, dass ihr damit beginnt, euch bewusst um euch selbst zu kümmern und nicht in so einen Winter-Schlabber-Modus zu verfallen. Das gilt natürlich auch für den Rest des Jahres, aber in den kalten und dunklen Monaten ist die Gefahr einfach noch größer, sich auf unschöne Weise gehen zu lassen. Man mag sich doch einfach selber viel lieber, wenn man mit dem Blick in den Spiegel zufrieden ist- UND, wenn der Partner einen schön findet. Und nur, weil ich das Ganze jetzt aus Frauensicht geschrieben habe, heißt es nicht, dass die Herrschaften mit XY- Chromosom sich nicht auch angesprochen fühlen sollen. Auch ihr seid gemeint- oh ja;-)

Also: Zieht euch nett an, auch wenn es „nur“ für euch ist; pflegt euch, als wäre es Sommer und esst ab und an was andres als Nougat und Marzipan… dann ist der Wechsel vom Winter in den Frühling nicht ganz so dramatisch;-)

Bis bald,

eure Yvonne

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