Rezension: „Der Medicus“ von Noah Gordon (gelesen von Christian Brückner)

Wenn man viel im Auto unterwegs ist, dann ist so ein zehnstündiges Hörbuch relativ fix durchgehört! Ich habe euch ja in der vergangenen Woche berichtet, dass ich von Random House das Hörbuch „Der Medicus“ geschickt bekommen habe. Hier handelt es sich um eine Neuauflage, die anlässlich der Verfilmung des Werkes von Noah Gordon am 14.10.2013 erschienen ist. Gordons Roman gehört auch zu den Büchern, die ich bestimmt schon tausend Mal in der Hand hatte, aber aus unerfindlichen Gründen dann doch nie mitgenommen habe. Die Erstauflage ist von 1986 und „Der Medicus“ ist der erste Teil einer Trilogie (…die ich, wer hätte das gedacht, wohl leider nun auch komplett lesen oder hören muss…).

Wir befinden uns am Beginn des 11. Jahrhunderts. Als beide Elternteile des neunjährigen Jungen Rob Cole versterben, nimmt ihn ein herumreisender Baderchirurg als Lehrling auf. Glücklicherweise lehrt der Bader ihn nicht nur Taschenspielertricks, sondern führt ihn zudem auch wirklich in die Welt der Heilkunst ein. Rob merkt schnell, dass die Medizin seine Berufung ist und entwickelt einen enormen Wissensdurst. Die Grenzen, die ihm in dieser Hinsicht in England durch die zu dieser Zeit vorherrschenden kirchlichen und moralischen Grundsätze aufgezeigt werden, kann er erst überwinden als der Bader verstirbt und er sich , getarnt als Jude, ins ferne Persien aufmacht, um an der dortigen Akademie zum Medicus ausgebildet zu werden. Seine Passion ist so gewaltig, dass er sämtliche Hürden überwindet und sogar zunächst seine große Liebe zurücklässt, nur um vom weisesten Mann persönlich, Ibn Sina, ausgebildet zu werden.

Die Geschichte Robert Coles ist eine beeindruckende und bewegende zugleich. Auch wenn sie fiktiv ist, so hat man beim Hören doch immer wieder im Sinn, dass unsere Welt im Laufe ihrer Entwicklung auf genau solche Menschen angewiesen war und weiterhin ist. Menschen, die durch ihre Leidenschaft einer Sache gegenüber Grenzen überwinden und auf diese Weise für Fortschritt sorgen. Das Mittelalter macht es Robert natürlich so gut wie unmöglich, offen und ehrlich mit seinem Wunsch umzugehen. So verstrickt er sich immer mehr in ein Konstrukt aus Lügen, das er aufrechterhalten muss, da ihm sein Leben lieb ist. Immer wieder gerät er in brenzlige Situationen, die ihn jedoch auf seinem steinigen Weg nicht aufhalten, sondern eher noch weiter vorantreiben.

Wie bereits oft erwähnt, steht und fällt die Qualität eines Hörbuches ja mit seinem Sprecher. Christian Brückner zählt sicherlich zu Deutschlands bekanntesten Sprechergrößen. Seine Stimme zieht einen von der ersten Minute an in den Bann und erinnert an den Märchenonkel aus Kindertagen, der das Morgenland und das Abendland für unsere Ohren auferstehen lässt. Die 600 Minuten Hörgenuss sind wirklich an keiner Stelle langatmig, sondern aufgrund der vielfältig behandelten Themen durchgehend hörenswert. Auf der letzten von insgesamt 8 CDs hatte ich zwar das Gefühl, dass die Geschichte hier stark gekürzt wurde, um zum Ende zu kommen- das hat aber keinen Einfluss auf eine sehr positive Gesamtbewertung. Da hilft nur eins: Das Buch lesen 😉

Und wen es interessiert: Kinostart ist der 25.12.2013!

Auf einen Blick:

„Der Medicus“ von Noah Gordon- gelesen von Christian Brückner

Verlag: Random House

ISBN: 9 783837 121834

Preis: 14,99 €

 

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