Ars vivendi- September 2013

Ars vivendi

oder: Feng Shui extrem

Yvonne Wolf 30/09/2013

Diejenigen unter euch, die Ars vivendi schon von Beginn an lesen, werden sich vielleicht erinnern, dass ich 2009 schon einmal eine Kolumne mit einem ähnlichen Titel geschrieben habe. In diesem Text ging es um das radikale Ausmisten in den eigenen vier Wänden, welches bei mir durch das Lesen des Buches „Feng shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston angestoßen wurde. Seit ich diesen Input erhalten habe sind viele Säcke und Kisten auf dem Sperrmüll gelandet. Auch Freunden drücke ich dieses Buch immer wieder gerne in die Hand- meistens mit dem gleichen Effekt: Man fängt an aufzuräumen, wegzuschmeißen, sich besser zu fühlen.

Warum ich dieses Thema nochmal aufgreife? Ganz einfach. Seit ich wusste, dass wir in diesem Jahr umziehen werden, habe ich regelmäßig Kisten zum Wegschmeißen gepackt und bereits vor unserem Umzug dafür gesorgt, dass eine Menge Unnötiges verschwindet. Nur, um nun feststellen zu müssen: Da geht noch was 😉

Zum besseren Verständnis sei gesagt: Unser Haus hat keinen Keller. Warum? Weil ein Keller sehr viel Geld kostet und man darin (Hand auf’s Herz) eigentlich nur Dinge verstaut, die man nicht braucht. Möchte man also einen extra Raum bauen lassen, um Kisten, die man seit 10 Jahren nicht geöffnet hat, dort weitere Jahrzehnte aufzutürmen? Wir nicht.

Die meisten unserer Kartons waren ein paar Tage nach dem Umzug wieder ausgeräumt. Alles, was man mehr oder weniger im täglichen Gebrauch hat, findet schnell einen Platz. Interessant wird es dann, wenn alles Wichtige an Ort und Stelle ist- und man leider feststellen muss, dass da immer noch Kartons stehen. Es sind nicht wirklich viele, aber das macht die Sache nicht besser. Nennen wir sie mal liebevoll die „Arschlochkartons“. Altes Kinderspielzeug, Dekorationskram… und hier und da ein bisschen Quatsch. Diese bösen Kisten stehen aktuell in unserem „Erstmal-Zimmer“. Ja, genau. Ich habe mich dagegen gewehrt und habe allen Menschen, die uns geholfen haben verboten, Sätze zu bilden, die das Wort „erstmal“ enthalten („Wir stellen das am Besten erstmal hier hin…“). Es hat nichts genutzt- da stehen sie nun wie ein Mahnmal von Karen Kingston höchstpersönlich und warten auf den Richterspruch. Hatte ich denn nicht eigentlich alles weggeschmissen? Eigentlich ja.

Das Gute ist ja, dass man so ein Erstmal-Zimmer auch einfach mal ein paar Tage ignorieren kann. Geht super. Da ich aber an einer langfristigen Lösung interessiert bin, habe ich den Arschloch-Kartons den Kampf angesagt. So gut ich auch darin geworden bin Dinge loszulassen- das hier ist grade wirklich nicht so einfach, weil es sich um Dinge handelt, von denen ich mich bislang nicht trennen mochte. Klar, das Ein oder Andere kann man ja auch behalten. (Einen Speicher haben wir immerhin…) Aber der Grundgedanke sollte sein: Weg damit. So habe ich nun z.B. einige Kleinanzeigen geschaltet, um Zeug zu verkaufen oder frage einfach herum, wer was gebrauchen kann. Manchmal brauche ich auch ein paar Tage, um eine Entscheidung zu treffen. Und plötzlich weiß ich: Ja, kann weg.

Ich bin sehr gespannt wie lange es braucht, bis das Erstmal-Zimmer wieder ein normales Zimmer geworden ist. Und bei aller Anstrengung, die das Ganze mit sich bringt, ist es doch ein tolles Gefühl zu wissen, dass es im Endeffekt keinen Raum gibt, der nur voller Ballast steht!

In diesem Sinne: Los geht’s 😉

Bis bald,

             Yvonne

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