Ars vivendi- Juli 2013

Ars vivendi

oder: Ab ins Grüne!

© Yvonne Wolf 21/07/13

Jeder von uns macht hin und wieder sicherlich die Erfahrung, dass sich bestimmte Gedanken im Kopf festsetzen, die dann im weiteren Verlauf zu schlechter Laune führen. Es liegt nunmal in der Natur unseres Alltags begründet, dass es immer mal wieder zu Situationen kommt, in denen man sich über Personen oder Geschehenes, vielleicht aber auch über viel Grundlegenderes in seinem Leben ärgert. Diejenigen von uns, die eine eher positive Grundeinstellung innehaben, können mit so etwas meist besser umgehen, als diejenigen, welche ich gerne als Berufspessimisten bezeichne;-) Ganz gleichgültig zu welcher Gruppe man sich zählt- wenn man solche Gedanken schon nicht verhindern kann, dann sollte man zumindest einen Weg finden, mit ihnen umzugehen und den eigenen Blick wieder etwas zurechtrücken.

Vor ein paar Wochen war es dann auch bei uns soweit. Mein Mann (!) kam nach Hause und hatte schlechte Laune. Zusammengefasst lässt es sich am Besten so formulieren: Er hatte einen Arschlochtag. Das muss man nicht weiter erklären- ich denke, jeder weiß, was das bedeutet;-) Das Problem an der Sache war jetzt leider nur: Ich konnte meiner üblichen Rolle in einer solchen Situation nicht gerecht werden, da auch ich mich gelinde gesagt in einer mordsmäßigen Stimmung befand. Das wiederum kommt wirklich selten in einem solchen Ausmaß vor, aber es kommt vor. Wir befanden uns also rein stimmungstechnisch betrachtet in einem Worst-Case-Scenario;-) Da sitzt man dann auf dem Sofa, muffelt vor sich hin und der Raum füllt sich immer mehr mit schlechter Laune, die man fast anfassen kann. Irgendwann hab ich dann doch den Drang verspürt, etwas zu ändern, weil ich es nicht gut ertragen kann, wenn Ärger einen so großen Platz in meinem Kopf einnimmt. Daraufhin habe ich also folgenden Vorschlag unterbreitet: „Pass auf. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wir ertrinken hier in unserer schlechten Laune und sitzen weiter motzig auf dem Sofa rum oder wir gehen jetzt einfach spazieren. Und ich sage dir gleich, es gibt nur eine richtige Antwort.“ Eine Minute später saßen wir also im Auto und haben uns auf den Weg zu unserer geliebten Talsperre gemacht, die nur ein paar Minuten entfernt liegt. 22 Uhr- die perfekte Zeit für einen Spaziergang;-)

Schon nach ein paar Minuten an der frischen Luft kam einem dann alles nicht mehr so schlimm vor. Ich finde ja sowieso, dass Ärger und Wut gleich viel weniger wiegen, wenn man sie nicht für sich behält, sondern in Worte fasst und sie auf diese Weise sozusagen aus dem Körper leitet. Im Laufe unseres Spaziergangs wurde es dann immer dunkler und dunkler, zusätzlich kamen wir immer mehr in Richtung Wald. Ganz fasziniert waren wir auf einmal, als hier und da vereinzelte Glühwürmchen auftauchten. Je tiefer wir in das Waldstück hineinkamen, desto mehr dieser winzigen Lichter tauchten auf. Und irgendwann waren da hunderte, vielleicht sogar tausende von diesen kleinen Geschöpfen. Egal, in welche Richtung man sich gedreht hat- alles war voller kleiner Lichtpunkte. In so einem Moment bleibt einem quasi nichts anderes übrig, als die eigene Perspektive ein bisschen zurecht zu rücken. Man erkennt einfach, dass man selbst gar nicht so wichtig ist, weil man irgendwie auch nicht mehr ist als so ein kleiner Punkt. Folglich sind die Meisten unserer Probleme auch nicht mehr. Lässt man diesen Gedanken zu, geht es einem oft sehr schnell wieder besser.

Jetzt möchte ich natürlich nicht, dass sich jeder von euch auf die verzweifelte Such nach Glühwürmchen macht- die haben ihre Leuchtperiode nämlich für dieses Jahr erledigt. Vielmehr geht es um die Natur an sich, die viele schöne Dinge bereithält, die unsere Gedanken wieder in die richtigen Bahnen lenken, wenn wir es denn zulassen. Aus diesem Grund liebe ich es zum Beispiel im Wald joggen zu gehen oder einfach nur eine Runde gemütlich irgendwo lang zu laufen und mich an Kleinigkeiten zu erfreuen. In solchen Momenten kommen mir dann auch meistens die besten Ideen.

Betrachtet dies also als Aufruf, euch in die Natur zu begeben, wenn ihr das nächste Mal von euren negativen Gedanken, Ärger und Wut aufgefressen werdet. Vielleicht ist das für den Ein oder Anderen eine einfache, aber effektive Methode, mit so etwas umzugehen:-)

Und zum Schluss noch eine passende chinesische Weisheit aus meinem tollen Buddha-Kalender:

Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.“

In diesem Sinne: Ab ins Grüne!!!

Bis bald,

              Yvonne

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Ein Gedanke zu “Ars vivendi- Juli 2013

  1. Da passt was aus meinem „Sprüche-Kalender“ zu: In jeder Minute, die Du mit Ärger verbringst, verpasst Du 60 glückliche Sekunden Deines Lebens. 🙂

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