Rezension: „Der Herodes Killer“ von Mark Roberts

Die letzten Seiten sind gelesen- hier nun also die versprochene Rezension!

Inspector David Rosen steckt mitten in den Ermittlungsarbeiten zu einer grauenvollen Mordserie. Bereits 4 Schwangere wurden entführt und ermordet. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wurden den Frauen auch noch die Föten aus dem Leib herausgeschnitten. Dann verschwindet die fünfte Frau und der Druck auf Seiten der Polizei wächst. Die Beamten tappen völlig im Dunkeln, bis sich plötzlich ein Geistlicher einschaltet, der Inspector Rosen auf die richtige Fährte lenkt. Doch was hat es mit Father Flint auf sich? Der zunächst noch harmlos wirkende Geistliche entpuppt sich ziemlich schnell als Diener der dunklen Seite und hat alles andere als eine reine Weste. Glaubt man ihm, so ist die sich aktuell ereignende Mordserie ein Abbild aus dem Mittelalter, ausgeführt von einem Satanisten. Bislang sind die Parallelen bezeichnend, so dass sich im Kollegium eine erschreckende Erkenntnis ausbreitet: Es wird noch eine 6. Schwangere verschwinden…

Im Großen und Ganzen muss ich leider sagen, dass ich mehr von diesem Thriller erwartet habe, auch wenn er sich durchaus flüssig lesen lässt. Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sofort von der Grundidee des Buches begeistert. Ich mag Bücher, in denen es um Religion, Rituale, Kirche und Okkultismus geht sehr. Und grade deswegen bin ich enttäuscht, dass aus dieser so guten Idee nicht mehr gemacht wurde. Die Charaktere bleiben bis zum Schluss sehr flach, d.h. man baut zu keiner Figur eine richtige Verbindung auf. Auf der letzten Seite hatte ich z.B. immer noch kein genaues Bild von Inspector Rosen im Kopf. Auch die anderen Kollegen, die auftauchenden Geistlichen oder weiteren Personen bleiben durchweg oberflächliche und teils hölzerne Gestalten, die eher als Statisten dienen, um der doch recht schnell voranschreitenden Handlung den notwendigen Rahmen zu verschaffen. Schwierig finde ich auch, dass einem niemand so wirklich sympathisch ist. Rosens Vorgesetzter ist beispielsweise immer von einer sehr negativen Aura umgeben und hegt anscheinend irgendeinen Groll gegen den Inspector. Was da aber genau los ist erfährt man als Leser überhaupt nicht. Sämtliche Fragen, die sich im Zusammenhang mit den Ritualmorden ergeben, werden ebenfalls, wenn überhaupt, nur kurz angerissen. Spannend wird es dann auch erst auf den letzten Seiten, auch wenn man den Ausgang der Geschichte eigentlich schon mehr als nur erahnen kann.

Mein Fazit: Eine sehr gute Idee, die für meinen Geschmack leider nur mittelprächtig umgesetzt wurde. Ich bin mir sicher, der Autor hatte ein hervorragendes Konzept im Kopf; um dem Thriller mehr Tiefe und Spannung zu verschaffen, hätten diese Gedanken jedoch dem Leser zugänglich gemacht werden müssen. 383 Seiten reichen folglich nicht aus, um einem solchen Thema gerecht werden zu können.

Auf einen Blick:

Mark Roberts- Der Herodes Killer

Erscheinungsdatum: 01. August 2013

Verlag: rororo

ISBN-10: 3499259729

ISBN-13: 978-3499259722

Preis: 9,99 € (Taschenbuch und Kindle-Version)

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