Rezension: Paul Temple Hörspiele von Francis Durbridge

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Heute habe ich mal in meine Hörspiel- und Hörbuchschublade gegriffen, um euch eine meiner liebsten Hörspielreihen vorzustellen: „Paul Temple“ von Francis Durbridge.

Nachdem diese Reihe zunächst zwischen 1938 und 1968 über die englische BBC produziert und gesendet wurde, gab es dann in den 50er und 60er Jahren auch einige Fälle, die vom NWDR Köln auf deutsch eingespielt wurden und eine große Fangemeinde nach sich zogen. Paul Temple ist ein britischer Kriminalschriftsteller, der immer wieder in dubiose Kriminalfälle verwickelt wird und diese dann gemeinsam mit seiner Frau Steve und Scotland Yard löst. Dabei kommen ihm sein kriminalistisches Verständnis, seine Kombinationsgabe und nicht selten auch die weibliche Intuition seiner Frau zu Gute. Die einzelnen Geschichten sind meist sehr verworren und hanebüchen, so dass man als Hörer wirklich zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch einer Chance hat, sich selber Gedanken über die Auflösung zu machen. Diese Hörspiele funktionieren nach dem Motto: Hören und Spaß haben:-) Denn auch, wenn das eigene Gespür hier nicht gefragt ist, so ist der Sucht- und Kultfaktor sehr hoch. Mit subtilem Humor, witzigen Dialogen und immer wiederkehrenden Phrasen (Bei Morpheus!!!) spielt sich Paul Temple in das Herz seiner Hörer und macht Lust auf mehr. Und am Ende gibt es oft die berühmte Cocktailparty, auf der der Übeltäter dann gestellt wird. Die großartigen Musikeinspieler von Hans Jönsson, die einzelne Szenen voneinander trennen, sorgen zusätzlich dafür, dass man sich gedanklich in die 50er Jahre begibt und die Kulisse vor dem inneren Auge entstehen lassen kann. Falls man dazu neigt, die Hörspiele abends im Bett zu hören, sollte man wissen, dass die Musikstücke sehr laut und die Sprechparts im Verhältnis sehr leise aufgenommen wurden. Wenn man die Lautstärke also hoch dreht, um alles gut verstehen zu können, verhindert man gleichzeitig, dass man durch zu frühes Einschlafen viel verpasst, weil man spätestens beim nächsten Zwischenspiel wieder senkrecht im Bett sitzt. Aber auch das gehört irgendwie dazu;-)

Maßgeblich am Erfolg beteiligt sind natürlich auch die Sprecher. Mein persönliches Dreamteam sind René Deltgen als Paul Temple und Annemarie Cordes als Steve. Die Stimme von Paul Temple wird lediglich im letzten Hörspiel (Der Fall Alex) einmalig ausgetauscht, was wirklich ungewohnt und schon etwas komisch ist- der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.  Annemarie Cordes spricht in 8 Fällen die Steve, vier Fälle wurden mit jeweils wechselnden Sprecherinnen aufgenommen. Auch Herbert Hennies, der oft Temples Diener Charlie spricht, finde ich zum Schießen.

Wer also gerne einmal in die britische Krimi-Welt der 50er Jahre eintauchen möchte, der ist mit diesen Hörspielen, die meist auf 3 bis 5 Cds verteilt sind, wirklich gut bedient.

Interessierte finden z.B. hier einige Anregungen:

http://www.amazon.de/Die-gro%C3%9Fe-Paul-Temple-Box/dp/3898138364/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1371382343&sr=8-3&keywords=paul+temple+h%C3%B6rspiele

http://www.amazon.de/Paul-Temple-Kult-Kiste-Lawrence/dp/3867173621/ref=sr_1_29?ie=UTF8&qid=1371382418&sr=8-29&keywords=paul+temple+box

http://www.amazon.de/Paul-Temple-Lawrence-Francis-Durbridge/dp/3867176213/ref=sr_1_15?ie=UTF8&qid=1371382465&sr=8-15&keywords=paul+temple+h%C3%B6rspiele

Viel Spaß beim Stöbern!

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